Ein WMS (Warehouse Management System, Lagerverwaltungssystem) ist die Software, die alle Prozesse im Lager steuert: Wareneingang, Lagerplätze, Bestände, Kommissionierung, Verpackung, Versand und Retouren. Im Fulfillment ist es das Herzstück des Dienstleisters.
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Was ist ein WMS?
Ein Warehouse Management System ist die Software, die ein Lager im Detail steuert. Während ein ERP-System weiß, dass 340 Stück eines Artikels vorhanden sind, weiß das WMS, wo genau sie liegen (Regal 12, Ebene 3, Fach B), welche Charge und welches MHD sie haben, welche davon für offene Aufträge reserviert sind und in welcher Reihenfolge sie gepickt werden sollen.
Im Fulfillment ist das WMS das Betriebssystem des Dienstleisters. Jede Bestellung, die aus Ihrem Shop kommt, wird darin zu einem Pick-Auftrag, jede Lieferung zu einem Wareneingang, jede Retoure zu einem Prüfvorgang.
Die Kernfunktionen eines WMS
- Wareneingang: Anmeldung per Lieferavis, Zählung, Qualitätsprüfung, Einbuchung pro SKU.
- Lagerplatzverwaltung: feste oder chaotische Lagerplätze, Nachschub von Reserve- in Kommissionierplätze, ABC-Zonen.
- Bestandsführung: Echtzeit-Bestand, Reservierungen, Sperrbestände, FIFO/FEFO-Steuerung, Inventur.
- Kommissionierung: Pick-Strategien wie Batch- oder Wave-Picking, Wegeoptimierung, Pick-by-Scan als Kontrolle.
- Verpackung & Versand: Kartonvorschlag, Gewichtsprüfung, Versandlabel direkt beim Carrier, Übergabe-Scans.
- Retouren: Annahme, Zustandsbewertung (A-/B-Ware), Wiedereinlagerung, Rückmeldung an den Shop.
- Reporting: Pick-Genauigkeit, Durchlaufzeiten, Lagerumschlag, Kosten pro Auftrag.
WMS und ERP: Wer macht was?
| Bereich | ERP | WMS |
|---|---|---|
| Artikelstamm & Preise | ✔ führend | übernimmt Stammdaten |
| Kundenaufträge | ✔ erfasst | ✔ führt aus |
| Gesamtbestand | ✔ kaufmännisch | ✔ physisch, je Lagerplatz |
| Lagerplätze, Pick-Wege | – | ✔ |
| Versandlabel, Carrier | teilweise | ✔ |
| Rechnung, Buchhaltung | ✔ | – |
Bei einem Fulfillment-Dienstleister läuft Ihr ERP oder Shop auf Ihrer Seite und das WMS auf Seite des Dienstleisters. Die Schnittstelle dazwischen ist entscheidend: Aufträge müssen automatisch ins WMS gelangen, Bestände, Sendungsnummern und Retouren automatisch zurück.
Wenn ein Fulfillment-Anbieter Bestände per täglicher Excel-Datei mailt oder Aufträge per CSV-Upload erwartet, gibt es entweder kein echtes WMS oder keine Schnittstelle. Beides führt bei mehr als ein paar Dutzend Paketen am Tag zu Überverkäufen und Fehlsendungen.
Worauf Onlinehändler beim WMS des Dienstleisters achten sollten
- Live-Transparenz: Bestand, offene Aufträge, Sendungsstatus und Retouren jederzeit selbst einsehbar – nicht auf Anfrage.
- Native Shop-Anbindung: Shopify, Shopware, JTL, PlentyONE oder Xentral sollten ohne zusätzliche Middleware angebunden sein.
- Scan-Pflicht: Jeder Pick, jede Verpackung, jeder Versand wird gescannt – nur so sind 99,9 % Pick-Genauigkeit erreichbar.
- MHD, Chargen, Seriennummern: Pflicht für Lebensmittel, Kosmetik, Nahrungsergänzung und Elektronik.
- Regelbasierte Versandsteuerung: Carrier- und Produktwahl nach Gewicht, Zielland und Service-Level, nicht von Hand.
- Mandantenfähigkeit: Ihre Daten sind sauber von denen anderer Kunden getrennt.
So arbeitet LogYou: LogShip als eigenes WMS
LogYou betreibt kein zugekauftes WMS, sondern die eigene Plattform LogShip, die Lagerverwaltung, Auftragsabwicklung, Versand und Kundenportal in einem System vereint. Shop- und Marktplatz-Anbindungen sind nativ integriert, Bestände und Sendungen sind für Kunden in Echtzeit sichtbar. Details finden Sie unter E-Commerce Fulfillment und auf der LogShip-Seite.
Häufige Fragen zu WMS
Was ist der Unterschied zwischen WMS und ERP?
Brauche ich als Onlinehändler ein eigenes WMS?
Woran erkenne ich ein gutes WMS beim Fulfillment-Anbieter?
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