Chargenverfolgung (Batch Tracking) ist die lückenlose Dokumentation, welche Produktionscharge eines Artikels wann eingelagert und an welche Bestellung ausgeliefert wurde. Sie ist Voraussetzung für Rückrufe und für Lebensmittel, Kosmetik und Medizinprodukte gesetzlich vorgeschrieben.
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Was ist Chargenverfolgung?
Eine Charge – synonym Los oder Batch – ist die Menge eines Produkts, die in einem Produktionsdurchgang unter gleichen Bedingungen hergestellt wurde. Sie trägt eine Chargennummer, häufig gemeinsam mit dem MHD auf Verpackung oder Etikett. Chargenverfolgung bedeutet, diese Nummer durch die gesamte Lieferkette zu dokumentieren: vom Wareneingang über den Lagerplatz bis zur einzelnen Bestellung, in der die Einheit das Lager verlassen hat.
Der Unterschied zur Seriennummer: Die Charge identifiziert eine Gruppe, die Seriennummer ein einzelnes Stück. Und der Unterschied zu FIFO und FEFO: Diese Prinzipien regeln die Reihenfolge der Entnahme; die Chargenverfolgung dokumentiert, was wohin gegangen ist.
Wie Chargenverfolgung im Fulfillment funktioniert
Damit die Rückverfolgung lückenlos ist, muss die Chargennummer an jedem Übergabepunkt erfasst werden:
- Wareneingang: Jede Lieferung wird pro Charge gezählt und als eigene Bestandsposition im WMS gebucht – mit Chargennummer, MHD und Lieferantenreferenz. Mischpaletten werden aufgeteilt; ein Lieferavis mit Chargenangaben beschleunigt den Schritt.
- Einlagerung: Chargen liegen auf getrennten Plätzen oder in getrennten Behältern, damit der Picker eindeutig zugreifen kann.
- Kommissionierung: Beim Pick wird Lagerplatz oder Chargenlabel gescannt; das WMS schreibt die Chargennummer an die Auftragsposition.
- Versand: Charge und MHD erscheinen auf Lieferschein und im Auftragsdatensatz, der an Shop oder ERP zurückgemeldet wird.
- Retoure: Kommt eine Einheit zurück, wird sie der ursprünglichen Charge zugeordnet und – falls noch verkaufsfähig – unter dieser Charge wieder eingelagert.
Das Ergebnis ist eine Abfrage in zwei Richtungen: „Welche Kunden haben Charge L2604 erhalten?" und „Aus welcher Charge stammt die Einheit in Bestellung 48211?"
Die Charge wird nur im Wareneingang notiert, aber beim Pick nicht gescannt. Dann weiß das Lager zwar, dass drei Chargen im Regal liegen, aber nicht, welche in welchem Paket war. Im Rückruffall müssen dann alle Kunden angeschrieben werden, die den Artikel im fraglichen Zeitraum bestellt haben – oft ein Vielfaches der tatsächlich betroffenen.
Warum Chargenverfolgung für Onlinehändler wichtig ist
Der offensichtliche Grund ist der Rückruf. Meldet ein Hersteller einen Fehler in einer Charge, müssen Sie innerhalb von Stunden wissen, wie viele Einheiten noch im Lager liegen (sofort sperren) und welche Kunden betroffen sind (gezielt informieren). Ohne Chargenverfolgung wird aus einem Rückruf von 120 Paketen eine Aktion über 4.000 Bestellungen – mit entsprechenden Kosten, Retouren und Reputationsschaden.
Dazu kommen gesetzliche Pflichten. Die EU-Basisverordnung 178/2002 verlangt für Lebensmittel und Nahrungsergänzung die Rückverfolgbarkeit „einen Schritt zurück, einen Schritt vor". Die Kosmetikverordnung 1223/2009 schreibt die Chargennummer auf der Verpackung vor. Die GPSR verlangt seit Ende 2024 für nahezu alle Konsumgüter eine Identifizierbarkeit des Produkts – praktisch gelöst über Charge oder Seriennummer – und die Möglichkeit, Kunden bei Sicherheitsproblemen direkt zu erreichen. Auch ohne Rückruf zahlt sich die Charge aus: Häufen sich Reklamationen zu einer Charge, lässt sich die restliche Menge sperren und die Lieferung beim Hersteller belegen.
Chargenverfolgung und Seriennummer im Vergleich
| Chargenverfolgung | Seriennummer | |
|---|---|---|
| Identifiziert | eine Produktionsmenge | ein einzelnes Stück |
| Typische Ware | Lebensmittel, Kosmetik, Nahrungsergänzung, Tierfutter | Elektronik, Geräte, hochwertige Konsumgüter |
| Erfassung im Lager | je Wareneingangsposition | je Einheit beim Pack |
| Aufwand | gering bis mittel | mittel bis hoch |
| Zweck | Rückruf, MHD-Steuerung, Lieferantenreklamation | Garantie, Diebstahlschutz, Retourenabgleich |
Lassen Sie den Hersteller Chargennummer und MHD als scannbaren Barcode (GS1-128 oder DataMatrix) aufdrucken, nicht nur als Klartext. Ein Scan dauert eine Sekunde, das Abtippen einer aufgestempelten Nummer zehn – bei 3.000 Einheiten ein echter Kostenfaktor.
So handhabt LogYou Chargen
LogShip führt jede Charge als eigene Bestandsposition mit MHD und Lieferantenreferenz, scannt sie beim Pick und schreibt sie an Auftragsposition und Lieferschein. Über das Kundenportal lässt sich pro Charge abfragen, wie viele Einheiten im Lager liegen und an welche Bestellungen sie ausgeliefert wurden; im Rückruffall wird die Charge mit einem Klick gesperrt. Mehr unter MHD-, Chargen- & Seriennummern-Tracking und im Artikel MHD, Chargen und Seriennummern im Fulfillment.
Häufige Fragen zu Chargenverfolgung
Was ist eine Charge?
Für welche Produkte ist Chargenverfolgung Pflicht?
Was ist der Unterschied zwischen Charge und Seriennummer?
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