FIFO (First In, First Out): Das Lagerprinzip für saubere Bestände erklärt

FIFO (First In, First Out): Die älteste Ware verlässt das Lager zuerst. Wie das Prinzip im Fulfillment funktioniert, wann es reicht und wann FEFO nötig ist.

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FIFO — kurz erklärt

FIFO (First In, First Out) ist ein Lagerprinzip, bei dem die zuerst eingelagerte Ware auch zuerst wieder ausgelagert wird. Es verhindert, dass Bestände unbemerkt altern, und ist Standard für Artikel ohne Mindesthaltbarkeitsdatum, bei denen das Wareneingangsdatum die Reihenfolge bestimmt.

Was ist FIFO?

FIFO – First In, First Out – ist ein Prinzip der Bestandsführung, bei dem die zuerst eingelagerte Einheit einer SKU auch als erste wieder das Lager verlässt. Maßgeblich ist das Datum des Wareneingangs: Wer im März 500 Stück und im Juni weitere 500 Stück desselben Artikels anliefert, sieht zuerst die März-Ware in den Paketen.

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Buchhaltung, wo FIFO als Bewertungsverfahren für Vorräte dient. Im Lager beschreibt er den physischen Materialfluss. Zwei Nachbarbegriffe grenzen ihn ab: FEFO (First Expired, First Out) sortiert nicht nach Eingang, sondern nach Ablaufdatum, und LIFO (Last In, First Out) entnimmt den jüngsten Bestand zuerst – im E-Commerce-Fulfillment praktisch bedeutungslos, weil es genau das erzeugt, was FIFO verhindern soll: vergessene Altbestände.

Wie FIFO in der Praxis funktioniert

FIFO funktioniert nur, wenn das WMS jede Wareneingangsposition mit Datum führt und der Lagerplatz diese Trennung physisch zulässt. Der Ablauf im Fulfillment-Center:

  1. Wareneingang: Jede Lieferung wird als eigene Bestandsposition mit Eingangsdatum und, falls vorhanden, Chargennummer eingebucht.
  2. Einlagerung: Neue Ware kommt auf einen eigenen Reserveplatz, nicht vor die vorhandene. Im Durchlaufregal wird von hinten befüllt und vorn entnommen.
  3. Reservierung: Bei jeder Bestellung reserviert das WMS automatisch die älteste verfügbare Position und schreibt sie in die Pickliste.
  4. Kontrolle: Der Picker scannt Lagerplatz und Artikel; greift er zur falschen Position, blockiert Pick-by-Scan den Vorgang.
  5. Nachschub: Wird ein Kommissionierplatz leer, füllt das System ihn aus der nächstältesten Reserve nach.

Ohne diese Systemunterstützung wird FIFO zur Absichtserklärung: Ein Mitarbeiter, der aus Bequemlichkeit den vorderen Karton nimmt, hebelt das Prinzip täglich aus.

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Häufiger Fehler

Neue Lieferungen werden „vorne drauf" gestellt, weil hinten kein Platz ist. Nach drei Nachlieferungen liegt die älteste Ware unerreichbar hinten – und wird erst bei der Inventur wiederentdeckt, oft beschädigt oder mit vergilbter Verpackung. Fordern Sie von Ihrem Dienstleister getrennte Bestandspositionen pro Wareneingang.

Warum FIFO für Onlinehändler wichtig ist

Auch Ware ohne Ablaufdatum altert. Verpackungen vergilben, Klebstoffe werden spröde, Textilien nehmen Lagergeruch an, Elektronik verliert Akkuladung. Wer Bestände zwei Jahre liegen lässt, produziert Retouren und Kundenbewertungen, die sich auf die Chargen von damals beziehen. FIFO hält die durchschnittliche Verweildauer im Lager kurz und macht den Lagerumschlag messbar.

Dazu kommen drei handfeste Vorteile:

  • Produktänderungen laufen sauber aus: Wenn Sie Rezeptur, Verpackungsdesign oder Beipackzettel ändern, verlässt die alte Version vollständig das Lager, bevor die neue verschickt wird – wichtig für die Kennzeichnungspflichten nach GPSR.
  • Reklamationen sind zuordenbar: Bei einer Beschwerde wissen Sie, aus welchem Wareneingang das Stück stammt, und können die Lieferung beim Hersteller reklamieren. Das ist die Vorstufe zur vollständigen Chargenverfolgung.
  • Bestandswert bleibt realistisch: Ein Lager voller Altware bindet Kapital und Stellplätze, die monatlich Lagergebühren kosten.

FIFO, FEFO und LIFO im Vergleich

PrinzipSortierkriteriumTypische WareIm E-Commerce
FIFOEingangsdatumTextil, Elektronik, Haushaltswaren, ZubehörStandard
FEFOAblaufdatum (MHD)Lebensmittel, Kosmetik, Nahrungsergänzung, TierfutterPflicht bei MHD-Ware
LIFOjüngster Eingang zuerstSchüttgut, Bauschuttnicht relevant
Tipp aus der Praxis

Lassen Sie sich vom Dienstleister eine Altersstruktur des Bestands ausgeben: Wie viel Prozent der Einheiten liegen länger als 90, 180 oder 365 Tage? Diese Zahl zeigt sofort, ob FIFO im Lager tatsächlich gelebt wird und wo Kapital in Ladenhütern gebunden ist.

So handhabt LogYou FIFO

In LogShip wird jeder Wareneingang als eigene Bestandsposition mit Datum, Charge und MHD geführt. Bei Artikeln ohne Ablaufdatum reserviert das System automatisch nach FIFO, bei MHD-Ware nach FEFO – die Umstellung erfolgt pro Artikel im Stammdatensatz. Details zur Bestandssteuerung finden Sie unter MHD-, Chargen- & Seriennummern-Tracking und im Artikel MHD, Chargen und Seriennummern im Fulfillment.

Häufige Fragen zu FIFO

Was bedeutet FIFO im Lager?
FIFO steht für First In, First Out: Die Ware, die zuerst eingelagert wurde, wird auch zuerst wieder entnommen. Das WMS reserviert bei jeder Bestellung automatisch den ältesten verfügbaren Bestand einer SKU, sodass keine Einheit dauerhaft im Regal liegen bleibt.
Was ist der Unterschied zwischen FIFO und FEFO?
FIFO sortiert nach dem Eingangsdatum, FEFO nach dem Ablaufdatum. Bei Artikeln mit Mindesthaltbarkeitsdatum ist FEFO die richtige Wahl, weil eine später gelieferte Charge ein kürzeres MHD haben kann als eine ältere. Für Ware ohne MHD ist FIFO ausreichend.
Ist FIFO im Fulfillment gesetzlich vorgeschrieben?
Nein, FIFO selbst ist keine gesetzliche Pflicht. Für Lebensmittel, Kosmetik und Nahrungsergänzung ergibt sich aber aus der Rückverfolgbarkeits- und Haltbarkeitspflicht faktisch die Notwendigkeit, Bestände nach Eingang oder Ablauf zu steuern. Ein WMS mit FIFO- oder FEFO-Logik ist dafür die Voraussetzung.

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