Ein Lagerplatz ist die kleinste adressierbare Einheit im Lager, an der eine SKU physisch liegt – zum Beispiel Regal 12, Ebene 3, Fach B. Das WMS führt je Lagerplatz, welcher Artikel in welcher Menge dort liegt. Fulfillment-Lager unterscheiden Reserveplätze für Paletten und Kommissionierplätze für den Zugriff.
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Was ist ein Lagerplatz?
Ein Lagerplatz ist die kleinste Einheit, die ein WMS adressieren kann: ein Fach, ein Regalboden, ein Stellplatz am Boden oder ein Behälter. Jeder Platz hat eine eindeutige Koordinate, die meist Gang, Regal, Ebene und Fach codiert – etwa A-12-03-B – und als Barcode am Regal klebt. Das WMS führt für jeden Platz, welche SKU in welcher Menge dort liegt, und für jede SKU, auf welchen Plätzen sie verteilt ist.
Vom Lagerplatz abzugrenzen ist der Palettenstellplatz: Das ist ein Lagerplatz in Palettengröße, meist im Hochregal, und zugleich die Abrechnungseinheit vieler Dienstleister. Kleinteile-Lagerplätze (Fachboden, Behälter, Durchlaufregal) sind deutlich kleiner und werden je Fach oder je Volumen berechnet.
Fester oder chaotischer Lagerplatz?
Bei der Festplatzlagerung hat jede SKU einen dauerhaft reservierten Platz. Das ist einfach, Mitarbeiter kennen die Wege, und Ware ist auch ohne System auffindbar. Der Nachteil: Ist ein Artikel ausverkauft, steht sein Platz leer; hat er Saison, reicht er nicht. In der Praxis bleiben 20 bis 30 % der Fläche ungenutzt.
Bei der chaotischen Lagerhaltung (auch dynamisch oder freie Lagerplatzwahl) gibt es keine feste Zuordnung. Das WMS weist bei jeder Einlagerung den nächsten geeigneten freien Platz zu, und dieselbe SKU kann auf fünf verschiedenen Plätzen liegen. Die Fläche wird nahezu vollständig genutzt, neue Artikel brauchen keine Umräumaktion. Bedingung: Jeder Zugriff wird gescannt, sonst weiß niemand mehr, wo etwas liegt.
| Fester Lagerplatz | Chaotischer Lagerplatz | |
|---|---|---|
| Flächennutzung | 70–80 % | über 90 % |
| Aufwand bei neuen SKUs | Umräumen, Planung | keiner |
| Abhängigkeit vom WMS | gering | vollständig |
| Fehlerquelle | Mensch merkt sich falschen Platz | fehlender Scan |
| Typisch für | kleine Eigenlager, Werkstätten | Fulfillment-Lager, E-Commerce |
Fulfillment-Lager arbeiten fast ausschließlich chaotisch, meist kombiniert mit Zonen aus der ABC-Analyse: frei wählbar, aber innerhalb der Zone, die zur Zugriffshäufigkeit passt.
Reserveplatz und Kommissionierplatz
Der zweite wichtige Unterschied ist die Funktion des Platzes. Der Reserveplatz (Nachschubplatz) hält die Hauptmenge – ganze Paletten oder Kartons, oft im Hochregal, ohne direkten Zugriff des Pickers. Der Kommissionierplatz (Pickplatz, Griffplatz) liegt in Greifhöhe und enthält eine Griffmenge für die laufenden Aufträge, typischerweise den Bedarf einiger Tage.
Läuft der Kommissionierplatz leer, löst das WMS einen Nachschubauftrag aus: Eine Palette oder ein Karton wird vom Reserveplatz umgelagert. Diese Trennung hält die Pick-Wege kurz – 2.000 SKUs in Griffmengen brauchen wesentlich weniger Regalmeter als 2.000 Paletten.
Achten Sie beim Vergleich von Angeboten darauf, ob Reserve- und Kommissionierplätze getrennt berechnet werden. Ein Anbieter, der je Palette und je belegtem Pickfach abrechnet, ist nicht automatisch teurer – bei vielen SKUs mit kleinem Bestand ist ein Fachmodell oft günstiger als Paletten.
Warum der Lagerplatz für Onlinehändler wichtig ist
Die Zahl der belegten Lagerplätze ist neben dem Auftragsvolumen der größte Kostenfaktor der Lagergebühren. Ein Palettenstellplatz kostet in Deutschland 2026 typischerweise 8 bis 25 € im Monat, ein Kleinteilefach deutlich weniger. Ob Ihr Bestand 40 oder 60 Paletten belegt, hängt vor allem davon ab, wie sortenrein und wie dicht die Ware eingelagert werden kann.
Der zweite Effekt betrifft die Qualität: Ein sauber geführter Lagerplatz ist die Grundlage von Pick-by-Scan. Der Picker scannt Fach und Artikel, das WMS bestätigt beides – so entstehen Pick-Genauigkeiten jenseits von 99,9 %. Stimmt die Platzzuordnung nicht, sucht der Picker, die Durchlaufzeit steigt und die Position wird im schlimmsten Fall als Fehlbestand gemeldet.
Retouren oder Umlagerungen werden „schnell" ins nächste freie Fach gestellt, ohne den Platz zu scannen. Der Bestand stimmt, der Ort nicht – und die Ware ist für das System verschwunden, bis die nächste Inventur sie findet.
So macht es LogYou
LogYou lagert chaotisch mit ABC-Zonen: LogShip weist jeder Einheit beim Einlagern einen Platz zu, trennt Reserve- und Kommissionierplätze und steuert den Nachschub automatisch. Sie sehen im Kundenportal je SKU, auf welchen Plätzen welche Menge liegt. Preise je Stellplatz finden Sie unter Lagerlogistik & Wareneingang und auf der Preisseite.
Häufige Fragen zu Lagerplatz
Was bedeutet chaotische Lagerhaltung?
Kann ein Artikel auf mehreren Lagerplätzen liegen?
Werden Lagerplätze im Fulfillment einzeln berechnet?
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