Barcode im Lager: EAN-13, Code 128, QR-Code und Scanner im Fulfillment erklärt

Welche Barcode-Typen im Fulfillment-Lager genutzt werden (EAN-13, Code 128, GS1-128, QR, Data Matrix), wie Scanner die Fehlerquote senken und was beim Druck zählt.

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Barcode — kurz erklärt

Ein Barcode ist ein maschinenlesbarer Code, der Daten wie Artikelnummer, Lagerplatz oder Sendungsnummer als Strich- (1D) oder Punktmuster (2D) darstellt. Im Fulfillment wird bei Wareneingang, Kommissionierung und Versand jeder Schritt gescannt, was Tippfehler praktisch ausschließt.

Was ist ein Barcode?

Ein Barcode kodiert Zeichen als Muster aus Strichen und Lücken (eindimensional, 1D) oder aus Punkten in einer Fläche (zweidimensional, 2D), das ein Scanner optisch liest und in Text zurückübersetzt. Der erste kommerziell gescannte Barcode war 1974 ein UPC auf einer Kaugummipackung; in Europa folgte die EAN als Handelsstandard.

Wichtig ist die Trennung von Format und Inhalt: Der Barcode ist nur die Verpackung. Was drinsteht – eine GTIN, eine SKU, eine Seriennummer, eine Lagerplatz-Koordinate oder eine Sendungsnummer – bestimmt das System, das ihn druckt und liest.

Die wichtigsten Barcode-Typen im Lager

TypArtTypischer InhaltWo er vorkommt
EAN-13 / UPC1D, nur ZiffernGTINVerkaufsverpackung des Produkts
Code 1281D, alphanumerischSKU, Lagerplatz, Auftragsnummerinterne Etiketten, Lagerplätze, Pickscheine
GS1-1281D, mit DatenbezeichnernNVE/SSCC, Charge, MHDPaletten- und Versandeinheiten im B2B
Code 391D, älter, weniger dichtInventarnummernältere Systeme, Amazon-FNSKU-Etiketten
QR-Code2DURLs, Seriennummern, RetourencodesBeileger, Retourenlabel, Verbraucherkontakt
Data Matrix2D, sehr klein druckbarSeriennummer, Charge, GTINElektronik, Kosmetik, Pharma
PDF4172D gestapeltAdress- und RoutingdatenCarrier-Versandlabel

Für Onlinehändler reicht meist die Faustregel: EAN-13 aufs Produkt, den Rest erzeugt das WMS des Dienstleisters selbst. 2D-Codes werden relevant, sobald Chargen oder Seriennummern pro Einheit verfolgt werden müssen, weil sie deutlich mehr Daten auf kleiner Fläche tragen.

Wie Barcodes im Fulfillment-Prozess arbeiten

Ein modernes Lager scannt an jedem Übergabepunkt:

  1. Wareneingang: Jede Einheit wird gescannt, das WMS erkennt SKU und Menge, fehlende oder unlesbare Codes werden sofort gemeldet.
  2. Einlagerung: Der Lagerplatz trägt einen Code 128; Scan von Artikel und Platz verknüpft beides im System.
  3. Kommissionierung: Beim Pick-by-Scan scannt der Picker Platz und Artikel, das WMS bestätigt die Position nur bei Übereinstimmung mit dem Auftrag.
  4. Verpackung und Versand: Das Versandlabel trägt Sendungsnummer und Routingcode; der Übergabe-Scan an den Carrier schließt den Auftrag und löst die Tracking-Rückmeldung aus.
  5. Retoure: Ein Code auf dem Retourenlabel oder Beileger ordnet das Paket ohne Suche dem Ursprungsauftrag zu.

Gescannt wird mit Handscannern, Ringscannern für beide freie Hände, mobilen Datenerfassungsgeräten (MDE) mit Display oder inzwischen auch mit der Kamera eines Smartphones. 2D-Imager lesen alle Typen, ältere Laserscanner nur 1D-Codes.

Warum Barcodes für Onlinehändler wichtig sind

Bei manueller Eingabe einer 13-stelligen Nummer entstehen regelmäßig Zahlendreher; beim Scan liegt die Fehlerrate um Größenordnungen niedriger. Genau dieser Unterschied macht Pick-Genauigkeiten über 99,9 % möglich, weil jeder Griff gegen den Auftrag geprüft wird, statt auf Sicht zu picken. Zusätzlich beschleunigt der Scan jeden Vorgang und liefert einen Zeitstempel je Schritt, aus dem sich Durchlaufzeiten belastbar messen lassen.

Tipp aus der Praxis

Achten Sie beim Druck auf eine Ruhezone von einigen Millimetern links und rechts des Codes, ausreichend Kontrast (schwarz auf weiß, nicht auf glänzender oder transparenter Folie) und eine Mindesthöhe von etwa 10 mm bei 1D-Codes. Ein Code, der auf der Verpackung über eine Kante läuft oder unter Schrumpffolie sitzt, wird im Lager nicht sicher gelesen.

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Häufiger Fehler

Zwei verschiedene Barcodes auf einer Verpackung – etwa die Hersteller-EAN und ein aufgeklebter Händlercode – ohne eindeutige Regel, welcher gilt. Der Scanner liest, was zuerst im Sichtfeld ist, und das WMS bucht die falsche Kennung. Alte Codes vor dem Wareneingang abdecken oder entfernen.

So macht es LogYou

LogYou arbeitet in allen Lagerprozessen mit Scan-Pflicht: Wareneingang, Einlagerung, Pick, Pack und Versandübergabe werden in der eigenen Plattform LogShip je Schritt gescannt und mit Zeitstempel protokolliert, was die Pick-Genauigkeit von 99,92 % trägt. Artikel ohne lesbaren Code werden im Wareneingang gemeldet und auf Wunsch etikettiert. Mehr unter Lagerlogistik & Wareneingang.

Häufige Fragen zu Barcode

Welcher Barcode-Typ wird im Lager verwendet?
Auf Produkten die EAN-13 (GTIN), für Lagerplätze, interne Etiketten und Versandlabel meist Code 128, für Paletten und Versandeinheiten der GS1-128 mit NVE/SSCC. 2D-Codes wie QR oder Data Matrix kommen bei Seriennummern, Chargen und auf Carrier-Labels zum Einsatz.
Was ist der Unterschied zwischen Barcode und EAN?
Barcode ist der Oberbegriff für die Darstellung, EAN ist ein konkreter Inhalt in einem konkreten Format (EAN-13). Eine EAN wird als Barcode gedruckt, aber nicht jeder Barcode enthält eine EAN – ein Lagerplatz-Etikett trägt zum Beispiel einen Code 128 mit der Platzkoordinate.
Brauche ich einen Barcode auf jedem Produkt für Fulfillment?
Nicht zwingend, aber es spart Geld. Fehlt ein scannbarer Code, muss der Dienstleister jede Einheit im Wareneingang nachetikettieren, typischerweise für 0,10 bis 0,30 € pro Stück. Mit aufgedruckter EAN entfällt der Schritt.

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