Durchlaufzeit: Auftrags-, Wareneingangs- und Retouren-Durchlaufzeit im Lager

Die Durchlaufzeit misst, wie lange ein Auftrag, ein Wareneingang oder eine Retoure im Fulfillment-Lager braucht. Definition, Formel, Zielwerte und die wichtigsten Hebel.

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Durchlaufzeit — kurz erklärt

Die Durchlaufzeit ist die Zeit, die ein Vorgang im Lager von Beginn bis Abschluss benötigt: ein Auftrag vom Eingang bis zur Carrier-Übergabe, eine Lieferung von der Anlieferung bis zum buchbaren Bestand, eine Retoure vom Eingang bis zur Wiederverfügbarkeit.

Was ist die Durchlaufzeit?

Die Durchlaufzeit (englisch Lead Time oder Cycle Time) beschreibt, wie lange ein Vorgang im Lager von seinem Beginn bis zu seinem Abschluss dauert. Anders als die Lieferzeit, die der Kunde ab Bestellung bis zur Haustür erlebt, misst die Durchlaufzeit ausschließlich den Teil, den das Lager selbst steuert. Sie ist deshalb die Kennzahl, mit der sich die Leistung eines Fulfillment-Dienstleisters fair beurteilen lässt.

Im Fulfillment gibt es drei Durchlaufzeiten, die getrennt gemessen werden müssen, weil sie unterschiedliche Prozesse und Engpässe haben.

Die drei Durchlaufzeiten im Fulfillment

Auftrags-Durchlaufzeit (Order-to-Ship): vom Eingang der Bestellung im WMS bis zum Übergabescan an den Carrier. Sie umfasst Freigabe, Kommissionierung, Verpackung und Labeldruck. Gemessen wird in Stunden, häufig als Anteil der Aufträge, die noch am Tag der Bestellung (bei Eingang vor der Cut-Off-Zeit) das Lager verlassen.

Wareneingangs-Durchlaufzeit (Dock-to-Stock): von der Anlieferung an der Rampe bis zum buchbaren, verkaufbaren Bestand. Dazwischen liegen Entladung, Zählung, Qualitätsprüfung, Etikettierung und Einlagerung. Sie entscheidet, wann neue Ware im Shop wieder verfügbar ist.

Retouren-Durchlaufzeit: vom Eingang der Rücksendung bis zur Wiedereinlagerung als A-Ware oder zur Aussortierung. Sie bestimmt, wie schnell die Erstattung ausgelöst wird und wie lange retournierte Artikel dem Verkauf fehlen.

DurchlaufzeitFormelTypischGut
AuftragCarrier-Übergabe − Auftragseingang1 Werktagam selben Tag bei Eingang vor Cut-Off
WareneingangBestand buchbar − Anlieferung2 bis 5 Werktage24 bis 48 h
RetoureBestand verfügbar − Retoureneingang3 bis 7 Werktageinnerhalb von 48 h

Bei allen drei Werten ist der Durchschnitt weniger aussagekräftig als die Verteilung: Fünf Prozent Ausreißer mit einer Woche Wareneingang schaden mehr als ein um zwei Stunden höherer Mittelwert.

Einflussfaktoren

  • Anmeldung der Lieferung: Ein Lieferavis mit Artikelliste, Mengen und Ankunftstermin halbiert die Wareneingangs-Durchlaufzeit, weil Personal und Platz eingeplant sind.
  • Stammdatenqualität: Fehlende EAN, unbekannte SKUs oder abweichende Maße stoppen den Prozess bis zur Rückfrage.
  • Anlieferqualität: Sortenreine Paletten mit Packliste laufen in Stunden durch, Mischkartons ohne Kennzeichnung in Tagen.
  • Kapazitätsplanung: Im Q4 konkurrieren Wareneingang, Aufträge und Retouren um dieselben Mitarbeiter; ohne Priorisierungsregeln verlängern sich alle drei Zeiten.
  • Freigabelogik: Aufträge, die auf Zahlungsprüfung, Adressvalidierung oder manuelle Freigabe warten, verlieren Stunden vor dem ersten Pick.
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Häufiger Fehler

Nur die Auftrags-Durchlaufzeit zu vereinbaren und den Wareneingang offen zu lassen. Wenn 2.000 Stück Nachschub fünf Tage an der Rampe stehen, ist der Artikel im Shop ausverkauft, obwohl er physisch im Lager liegt. Legen Sie alle drei Durchlaufzeiten im SLA fest.

Warum die Durchlaufzeit für Onlinehändler wichtig ist

Die Auftrags-Durchlaufzeit bestimmt direkt die Lieferzeit und damit Conversion und Kundenzufriedenheit. Die Wareneingangs-Durchlaufzeit entscheidet über Verfügbarkeit und Fehlmengenkosten: Jeder Tag, den Ware unverbucht steht, ist ein Tag ohne Umsatz mit dieser Ware und zwingt zu höherem Sicherheitsbestand. Die Retouren-Durchlaufzeit wirkt auf zwei Seiten, auf die Erstattungsdauer, die Kunden bewerten, und auf den gebundenen Warenwert; bei 20 % Retourenquote im Fashion-Bereich hängt ein spürbarer Teil des Bestands ständig in der Retourenprüfung. Wie diese Werte in ein Kennzahlen-Set passen, zeigt der Überblick Fulfillment-Kennzahlen.

Tipp aus der Praxis

Lassen Sie sich vom Dienstleister die Durchlaufzeiten je Vorgang aus dem System zeigen, nicht als Zusage im Angebot. Ein gutes WMS speichert für jeden Auftrag, jede Lieferung und jede Retoure die Zeitstempel und macht Ausreißer sichtbar.

So macht es LogYou

Bei LogYou werden alle drei Durchlaufzeiten in LogShip mit Zeitstempeln geführt und sind im Kundenportal einsehbar. Aufträge bis 14 Uhr verlassen das Lager am selben Tag, angemeldete Wareneingänge werden zeitnah geprüft und eingebucht, und Retouren sind nach Annahme und Qualitätskontrolle innerhalb von 48 Stunden wieder verfügbar. Mehr dazu unter Lagerlogistik & Wareneingang und Retourenmanagement.

Häufige Fragen zu Durchlaufzeit

Was ist die Durchlaufzeit im Lager?
Die Durchlaufzeit ist die Zeitspanne vom Start eines Lagervorgangs bis zu seinem Abschluss. Im Fulfillment werden drei Durchlaufzeiten getrennt gemessen: die Auftrags-Durchlaufzeit bis zur Übergabe an den Paketdienst, die Wareneingangs-Durchlaufzeit bis zum verkaufbaren Bestand und die Retouren-Durchlaufzeit bis zur Wiedereinlagerung.
Welche Durchlaufzeit ist im Wareneingang normal?
Bei angemeldeter Lieferung mit sauberen Stammdaten sind 24 bis 48 Stunden bis zum buchbaren Bestand üblich. Ohne Lieferavis, mit Mischpaletten oder fehlenden Barcodes können daraus 3 bis 5 Werktage werden. Im Q4 verlängern sich die Zeiten bei vielen Dienstleistern.
Wie schnell sollte eine Retoure wieder verkaufbar sein?
Gute Fulfillment-Dienstleister prüfen Retouren innerhalb von 48 Stunden nach Eingang und buchen A-Ware direkt wieder in den verfügbaren Bestand. Jeder Tag länger bindet Kapital und führt bei knappen Artikeln zu unnötigen Ausverkäufen.

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