Kommissionierung: Definition, Ablauf und Pick-Strategien im E-Commerce-Fulfillment

Kommissionierung ist das Zusammenstellen bestellter Artikel aus dem Lager. Ablauf, Pick-Strategien (Einzel, Batch, Wave, Zone), Kosten und Fehlerquoten im Fulfillment.

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Kommissionierung — kurz erklärt

Kommissionierung ist das Zusammenstellen der Artikel einer Bestellung aus dem Lagerbestand – vom Pick-Auftrag im WMS über die Entnahme am Lagerplatz bis zur Übergabe an den Packplatz. Sie ist der arbeitsintensivste Schritt im Fulfillment und entscheidet über Geschwindigkeit, Fehlerquote und Kosten pro Paket.

Was ist Kommissionierung?

Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Waren aus einem Gesamtsortiment auf Basis eines Auftrags – der „Kommission". Im E-Commerce ist das die Kundenbestellung: Aus 5.000 SKUs im Lager müssen genau die zwei Artikel in der bestellten Menge entnommen werden, die ein Kunde um 11:42 Uhr im Shop bestellt hat. Im Englischen heißt der Vorgang Picking, der Mitarbeiter Picker.

Die Kommissionierung beginnt, wenn ein Auftrag im WMS freigegeben wird, und endet mit der Übergabe der entnommenen Artikel an den Packplatz. Alles davor ist Wareneingang und Einlagerung, alles danach ist Pack & Label. Wenn Fulfillment-Dienstleister von Pick & Pack sprechen, meinen sie beide Schritte zusammen.

Wie Kommissionierung in der Praxis abläuft

  1. Auftragseingang: Die Bestellung kommt per Schnittstelle aus Shop oder ERP ins WMS. Das System reserviert den Bestand und prüft, ob alle Positionen lieferbar sind.
  2. Freigabe und Pickliste: Das WMS erzeugt eine Pickliste – heute meist digital auf einem Handscanner (MDE-Gerät), nicht mehr auf Papier.
  3. Wegeoptimierung: Die Positionen werden nach Lagerplatz sortiert, sodass der Picker den kürzesten Weg durch die Gänge läuft. Schnelldreher liegen dank ABC-Analyse nahe am Packplatz.
  4. Entnahme mit Kontrolle: Am Lagerplatz scannt der Picker den Platz und den Artikel (Pick-by-Scan). Erst wenn Barcode und Menge zur Bestellung passen, gilt die Position als abgeschlossen.
  5. Übergabe: Der Pickwagen oder die Kiste geht an den Packplatz. Dort wird der Auftrag nochmals gegen die Bestellung geprüft, verpackt und etikettiert.

Grundsätzlich unterscheidet man Mann-zur-Ware (der Picker läuft zum Regal, im E-Commerce-Fulfillment der Normalfall) und Ware-zum-Mann (Automatik-Lager oder Shuttle bringen den Behälter zum Arbeitsplatz – erst ab sehr hohen Volumina wirtschaftlich).

Pick-Strategien im Überblick

StrategiePrinzipGeeignet fürStärkeSchwäche
Einzel-Pickingein Auftrag pro Laufwenige Aufträge, viele Positionen, B2Beinfach, kaum Verwechslungsgefahrlange Laufwege je Paket
Batch-Picking10 bis 30 Aufträge in einem Lauf, Sortierung am Wagen oder an der SortierstationOnlineshops mit vielen Ein- bis Zwei-Positions-Aufträgenbis zu 60 bis 70 % weniger LaufwegSortierung nötig, Scan-Pflicht
Wave-PickingAufträge werden in zeitlichen Wellen freigegeben, z. B. nach Carrier-Abholung oder PrioritätLager mit festen Cut-Off-Zeiten und mehreren Carriernplanbare Auslastung, Express zuerstWartezeit bis zur nächsten Welle
Zonen-Pickingjeder Picker bleibt in seiner Lagerzone, der Auftrag wandert durch die Zonengroße Lager, viele Positionen pro Auftragkurze Wege, SpezialisierungZusammenführung der Teilaufträge

In der Praxis werden die Strategien kombiniert: Eine Welle um 13 Uhr enthält alle Aufträge für die DHL-Abholung, die ein WMS in Batches von 20 Einzelpositionsaufträgen an die Picker verteilt.

Tipp aus der Praxis

Die Auftragsstruktur entscheidet über die Strategie. Prüfen Sie in Ihrem Shop, wie viele Bestellungen nur eine Position haben. Liegt der Anteil über 60 %, ist Batch-Picking mit Sortierwagen fast immer die effizienteste Methode – und genau danach sollten Sie einen Fulfillment-Dienstleister fragen.

Warum Kommissionierung für Onlinehändler wichtig ist

Die Kommissionierung ist der teuerste Einzelschritt im Lager: Je nach Sortiment entfallen 50 bis 60 % der Personalkosten eines Fulfillment-Centers auf das Picking, der größte Teil davon auf Laufwege. Deutsche Fulfillment-Dienstleister berechnen 2026 typischerweise 0,90 bis 2,20 € für den ersten Pick eines Auftrags und 0,15 bis 0,40 € je Folgeposition – Details dazu unter Pick-Kosten und im Blogbeitrag Fulfillment-Kosten in Deutschland.

Mindestens ebenso wichtig ist die Fehlerquote. Ohne Scan-Kontrolle liegen Fehlpicks in manuellen Lagern bei 1 bis 3 % der Positionen; mit durchgängigem Pick-by-Scan sind Pick-Genauigkeiten über 99,9 % erreichbar. Der Unterschied ist erheblich: Eine Fehlsendung kostet mit Rückholung, Neuversand und Support typischerweise 10 bis 25 € – und häufig den Kunden.

Schließlich bestimmt die Kommissioniergeschwindigkeit, ob die Cut-Off-Zeit für den Same-Day-Versand gehalten wird. Ein Lager, das 500 Aufträge zwischen 12 und 14 Uhr picken muss, braucht Wellen, Batches und kurze Wege – sonst geht die Bestellung erst am Folgetag raus.

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Häufiger Fehler

Unsaubere Stammdaten sabotieren jede Pick-Strategie. Fehlt die EAN am Produkt oder teilen sich mehrere Varianten eine SKU, kann der Scanner nicht prüfen, ob der Picker das Richtige greift. Die Fehlerquote steigt dann unabhängig davon, wie gut das Lager organisiert ist.

So macht es LogYou

LogYou kommissioniert ausschließlich scan-gestützt über die eigene Plattform LogShip: Jeder Lagerplatz und jeder Artikel wird gescannt, das System wählt je Auftragsart automatisch zwischen Einzel-, Batch- und Wave-Picking. Das Ergebnis ist eine Pick-Genauigkeit von 99,92 % und ein Same-Day-Versand für alle Bestellungen bis 14 Uhr. Wie der Prozess vom Auftragseingang bis zur Übergabe an den Carrier aussieht, zeigt die Seite E-Commerce Fulfillment.

Häufige Fragen zu Kommissionierung

Was bedeutet Kommissionierung einfach erklärt?
Kommissionierung heißt, die Artikel einer Bestellung aus dem Lager zusammenzusuchen. Ein Mitarbeiter oder ein System entnimmt die richtigen Produkte in der richtigen Menge vom Lagerplatz und stellt sie für die Verpackung bereit. Im Englischen heißt der Vorgang Picking.
Was ist der Unterschied zwischen Kommissionierung und Pick & Pack?
Kommissionierung ist nur die Entnahme der Ware aus dem Lager. Pick & Pack umfasst zusätzlich das Verpacken, Wiegen und Etikettieren am Packplatz. Fulfillment-Dienstleister rechnen meist Pick & Pack als Gesamtleistung pro Auftrag und Position ab.
Welche Kommissioniermethode ist die beste für Onlineshops?
Das hängt von der Auftragsstruktur ab. Bei vielen Einzelpositionsaufträgen ist Batch-Picking am effizientesten, bei zeitkritischem Versand mit mehreren Carriern Wave-Picking, bei großen Lagern Zonen-Picking. In der Praxis kombinieren gute WMS mehrere Strategien und wählen sie pro Auftragsart automatisch.
Was kostet Kommissionierung beim Fulfillment-Dienstleister?
In Deutschland liegen die Pick-Kosten 2026 typischerweise bei 0,90 bis 2,20 € für die erste Position eines Auftrags und 0,15 bis 0,40 € je weiterer Position. Hinzu kommen Verpackung und Porto. Der Preis hängt von Artikelgröße, Auftragsstruktur und Volumen ab.

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