Pickliste: Aufbau, Inhalt und digitale Alternativen zur Kommissionierliste

Die Pickliste sagt dem Kommissionierer, was er wo und in welcher Menge entnimmt. Aufbau, Laufweg-Sortierung und warum digitale Picklisten im Fulfillment Standard sind.

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Pickliste — kurz erklärt

Eine Pickliste (Kommissionierliste) ist die Arbeitsanweisung für die Kommissionierung: Sie listet je Auftrag oder Batch die zu entnehmenden Artikel mit Lagerplatz, SKU, Menge und optimaler Reihenfolge. Im modernen Fulfillment wird sie nicht mehr gedruckt, sondern auf dem Handscanner abgearbeitet.

Was ist eine Pickliste?

Die Pickliste ist die konkrete Arbeitsanweisung für einen Kommissionierlauf. Sie übersetzt eine oder mehrere Bestellungen in eine Abfolge von Entnahmen: Gehe zu Lagerplatz B-04-12, nimm zwei Stück der SKU TS-BLK-M, weiter zu C-01-03. Historisch war sie ein bedruckter Zettel, den der Kommissionierer auf dem Wagen mitführte und Position für Position abhakte – daher der Name Kommissionierschein.

Im heutigen Fulfillment ist die Pickliste ein Datensatz im WMS, der auf einem mobilen Scanner (MDE-Gerät) angezeigt wird. Der Inhalt ist derselbe, die Arbeitsweise eine andere: Statt abzuhaken wird gescannt (Pick-by-Scan). Die Pickliste ist damit das Bindeglied zwischen der Bestellung im Shop und der physischen Kommissionierung im Regal.

Wie eine Pickliste aufgebaut ist

Eine gute Pickliste enthält je Position:

  • Auftragsnummer und bei Sammelpicklisten das Zielfach am Sortierwagen
  • Lagerplatz in der Reihenfolge des optimalen Laufwegs
  • SKU, Artikelbezeichnung und Barcode-Nummer zur Prüfung
  • Menge – bei Mehrfachentnahme mit Zählhinweis
  • Charge oder MHD, wenn der Artikel nach FEFO ausgelagert wird
  • Sonderhinweise: zerbrechlich, Gefahrgut, Seriennummer erfassen

Das WMS erzeugt die Liste nicht in Bestellreihenfolge, sondern wegeoptimiert: Positionen werden nach Gang und Regalfach sortiert, sodass der Picker das Lager in einer Schleife durchläuft und nie zurückgeht. Bei Batch-Picking fasst das System 10 bis 30 Aufträge zu einer Sammelpickliste zusammen; bei Wave-Picking enthält eine Welle nur die Aufträge, die zur nächsten Carrier-Abholung müssen.

Tipp aus der Praxis

Fragen Sie Ihren Fulfillment-Dienstleister, ob die Pickliste eine Bestätigung pro Position verlangt oder nur pro Auftrag. Nur der Scan jeder einzelnen Position verhindert, dass bei drei gleichen Artikeln versehentlich zwei entnommen werden.

Papier, Scanner, Licht oder Stimme

VerfahrenWie die Pickliste erscheintKontrolleTypische Fehlerquote
Pick-by-Paperausgedruckte ListeAbhaken von Hand1 bis 3 % der Positionen
Pick-by-Scanauf dem Handscanner, Position für PositionScan von Platz und Artikelunter 0,1 %
Pick-by-LightLeuchtanzeige am RegalfachQuittiertasteunter 0,3 %
Pick-by-VoiceSprachansage im HeadsetPrüfziffer wird vorgelesenunter 0,5 %

Für E-Commerce-Fulfillment mit vielen SKUs und wechselnden Sortimenten hat sich Pick-by-Scan durchgesetzt: keine Hardware am Regal, jede Position wird gegen den Barcode geprüft, und die Rückmeldung an den Shop erfolgt in Echtzeit.

Warum die Pickliste für Onlinehändler wichtig ist

Auf den ersten Blick ist die Pickliste ein internes Werkzeug des Lagers. Tatsächlich entscheidet ihre Qualität über drei Dinge, die Sie direkt spüren: die Pick-Genauigkeit, die Geschwindigkeit bis zur Cut-Off-Zeit und die Kosten pro Auftrag. Eine wegeoptimierte digitale Liste halbiert den Laufweg gegenüber einer Papierliste in Bestellreihenfolge – und Laufweg ist der größte Kostenfaktor der Kommissionierung.

Ebenso wichtig ist die Reaktion auf Störungen: Ist ein Artikel am Lagerplatz nicht auffindbar, meldet die digitale Pickliste sofort einen Fehlbestand, das WMS schlägt einen Ersatzplatz vor oder setzt die Position in Klärung. Auf Papier bleibt der Auftrag liegen, bis jemand nachfragt.

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Häufiger Fehler

Picklisten mit Artikelbezeichnungen statt eindeutiger SKU und Barcode: „Creme 50 ml" gibt es dreimal im Sortiment. Sobald der Picker nach Text statt nach Scan arbeitet, ist die Verwechslung programmiert. Saubere Stammdaten sind die Voraussetzung für jede brauchbare Pickliste.

So macht es LogYou

Bei LogYou existieren Picklisten nur digital in der eigenen Plattform LogShip. Das System bildet Wellen und Batches automatisch, sortiert nach Laufweg und verlangt an jedem Lagerplatz den Scan von Platz und Artikel. Fehlbestände werden sofort gemeldet und im Kundenportal sichtbar. Mehr zum Prozess unter Lagerlogistik & Wareneingang.

Häufige Fragen zu Pickliste

Was steht auf einer Pickliste?
Mindestens Auftragsnummer, Lagerplatz, SKU oder Artikelbezeichnung, Menge und die Reihenfolge der Entnahme. Bei Sammelpicklisten kommen die Zuordnung zum jeweiligen Auftrag beziehungsweise Sortierfach hinzu, bei MHD-Ware die Charge oder das Haltbarkeitsdatum.
Wer erstellt die Pickliste?
Das Warehouse Management System. Es fasst freigegebene Aufträge zusammen, reserviert die Bestände, wählt die Lagerplätze nach FIFO oder FEFO und sortiert die Positionen nach dem kürzesten Laufweg. Manuell erstellte Listen sind nur bei sehr kleinen Lagern ohne WMS üblich.
Ist eine Pickliste auf Papier noch zeitgemäß?
Für Onlineshops nicht mehr. Papierlisten erlauben keine Scan-Kontrolle, keine Echtzeit-Rückmeldung an den Shop und keine Änderung, wenn ein Artikel fehlt. Fulfillment-Dienstleister arbeiten deshalb mit digitalen Picklisten auf mobilen Scannern, die jede Position sofort bestätigen.

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