Pick-by-Scan: Scan-gestützte Kommissionierung für über 99,9 % Pick-Genauigkeit

Pick-by-Scan prüft jede Entnahme im Lager per Barcode gegen die Bestellung. Ablauf, Vergleich mit Pick-by-Light und -Voice und warum es im Fulfillment Standard ist.

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Pick-by-Scan — kurz erklärt

Pick-by-Scan ist ein Kommissionierverfahren, bei dem der Picker an jedem Lagerplatz den Platz und den entnommenen Artikel mit einem mobilen Scanner erfasst. Das WMS vergleicht den Barcode mit der Bestellung und gibt die Position erst frei, wenn Artikel und Menge stimmen. So sinkt die Fehlerquote auf unter 0,1 %.

Was ist Pick-by-Scan?

Pick-by-Scan ist die Kontrolltechnik, mit der moderne Fulfillment-Lager die Kommissionierung absichern. Der Picker arbeitet mit einem mobilen Datenerfassungsgerät (MDE) – einem robusten Handscanner oder einem Smartphone mit Scan-Aufsatz –, auf dem die Pickliste Position für Position erscheint. An jedem Lagerplatz scannt er zuerst das Platzetikett und dann den Barcode des Artikels. Stimmen Platz, Artikel und Menge mit dem Auftrag überein, springt das Gerät zur nächsten Position. Stimmt etwas nicht, blockiert es mit einer Fehlermeldung.

Der entscheidende Unterschied zu Pick-by-Light oder Pick-by-Voice: Pick-by-Scan prüft den physischen Artikel selbst, nicht nur die Handlung des Pickers. Wer die falsche Farbe greift, bekommt das sofort angezeigt – bevor der Artikel im Paket landet.

Wie Pick-by-Scan in der Praxis funktioniert

  1. Auftrag laden: Der Picker scannt den Auftrags- oder Batch-Code am Pickwagen; das WMS schickt die wegeoptimierte Pickliste auf das MDE.
  2. Lagerplatz scannen: Am Ziel wird das Platzetikett gescannt. Das verhindert, dass ein identisch aussehender Artikel aus dem Nachbarfach entnommen wird – etwa eine andere Charge oder ein anderes MHD.
  3. Artikel scannen: Die EAN oder das interne Etikett des Produkts wird gescannt. Bei Mehrfachmengen wird entweder jedes Stück gescannt oder die Menge nach dem ersten Scan eingegeben – Ersteres ist sicherer.
  4. Zielfach bestätigen: Beim Batch-Picking zeigt das Gerät an, in welches Fach des Sortierwagens der Artikel gehört; auch das Fach wird gescannt.
  5. Rückmeldung: Jede bestätigte Position bucht den Bestand in Echtzeit ab und ist für den Shop sofort sichtbar.

Am Packplatz wiederholt sich das Prinzip: Der Packer scannt jeden Artikel ein zweites Mal gegen die Bestellung (Pack & Label). Diese doppelte Prüfung ist der Grund, warum Fulfillment-Dienstleister mit durchgängiger Scan-Pflicht Pick-Genauigkeiten von über 99,9 % erreichen.

Kommissionierverfahren im Vergleich

VerfahrenAnweisungBestätigungPrüft den Artikel?Typische Fehlerquote
Pick-by-PaperPapierlisteAbhakennein1 bis 3 %
Pick-by-ScanDisplay am MDEScan von Platz und Artikeljaunter 0,1 %
Pick-by-LightLampe am FachQuittiertasteneinunter 0,3 %
Pick-by-VoiceSprachansagePrüfziffer sprechenneinunter 0,5 %
Pick-by-VisionDatenbrilleBlick oder Scanteilweiseunter 0,2 %

Pick-by-Light und Pick-by-Voice sind in Lagern mit wenigen hundert festen Artikeln und sehr hoher Frequenz stark. Für E-Commerce-Fulfillment mit tausenden wechselnden SKUs ist Pick-by-Scan die flexibelste Lösung: Keine Hardware am Regal, neue Artikel sind nach dem Wareneingang sofort pickbar.

Tipp aus der Praxis

Lassen Sie die EAN direkt beim Hersteller auf jede Verkaufseinheit drucken. Ohne scannbaren Code muss der Dienstleister jede Einheit im Wareneingang nachetikettieren – und ein Artikel ohne Barcode ist die häufigste Ursache, warum ein Lager Pick-by-Scan „für einzelne Artikel" aussetzt und genau dort Fehler entstehen.

Warum Pick-by-Scan für Onlinehändler wichtig ist

Jede Fehlsendung kostet Sie Rückholung, Neuversand, Support-Zeit und häufig den Kunden – zusammen typischerweise 10 bis 25 € pro Fall. Bei 3.000 Bestellungen im Monat bedeutet der Unterschied zwischen 1 % Fehlerquote (Papier) und 0,08 % (Scan) rund 28 Fehlsendungen weniger – monatlich mehrere hundert Euro und deutlich weniger negative Bewertungen.

Zweiter Effekt ist die Bestandsqualität: Weil jede Entnahme in Echtzeit gebucht wird, stimmt der Bestand im Shop mit dem im Regal überein. Überverkäufe und Inventurdifferenzen sinken, die Fehlerquote wird messbar – pro Picker, pro Artikel, pro Tag.

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Warnsignal beim Anbietervergleich

„Wir arbeiten mit Scannern" heißt nicht automatisch Pick-by-Scan. Fragen Sie konkret: Wird jeder Lagerplatz gescannt? Jeder Artikel? Jede Position am Packplatz ein zweites Mal? Wird die Pick-Genauigkeit gemessen und im Kundenportal ausgewiesen? Wenn eine Antwort „nein" lautet, ist die genannte Genauigkeit eine Schätzung.

So macht es LogYou

Bei LogYou gibt es keine Kommissionierung ohne Scan: Lagerplatz, Artikel und Sortierfach werden auf dem MDE in der eigenen Plattform LogShip erfasst, am Packplatz wird jede Position erneut gegen die Bestellung gescannt und das Paket gewogen. Die so gemessene Pick-Genauigkeit liegt bei 99,92 %. Mehr dazu unter E-Commerce Fulfillment.

Häufige Fragen zu Pick-by-Scan

Was ist Pick-by-Scan?
Ein Verfahren der Kommissionierung, bei dem jede Entnahme per Barcode-Scan bestätigt wird. Der Picker scannt zuerst den Lagerplatz, dann den Artikel; das Lagerverwaltungssystem prüft beides gegen die Bestellung. Erst der erfolgreiche Scan schließt die Position ab und zeigt die nächste an.
Was ist der Unterschied zwischen Pick-by-Scan, Pick-by-Light und Pick-by-Voice?
Bei Pick-by-Light zeigt eine Lampe am Regalfach die Entnahme an, bestätigt wird per Taste. Bei Pick-by-Voice werden Anweisungen über ein Headset angesagt und per Prüfziffer bestätigt. Nur Pick-by-Scan prüft den physischen Artikel selbst über seinen Barcode – und ist deshalb das genaueste der drei Verfahren.
Welche Voraussetzungen braucht Pick-by-Scan?
Jeder Artikel muss einen lesbaren Barcode tragen, in der Regel die EAN, und jeder Lagerplatz ein eigenes Platzetikett. Das WMS muss jede SKU dem richtigen Barcode zuordnen. Fehlt der Code am Produkt, etikettiert der Fulfillment-Dienstleister die Ware beim Wareneingang nach.

Fragen zu Pick-by-Scan in Ihrem Shop?

Wir verschicken seit 2014 täglich Pakete für E-Commerce-Marken. Sagen Sie uns Pakete pro Tag und Shop-System — wir antworten mit einer konkreten Einschätzung.

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