Batch-Picking: Mehrere Aufträge in einem Lauf kommissionieren – Vorteile und Grenzen

Batch-Picking fasst 10 bis 30 Bestellungen zu einem Kommissionierlauf zusammen und spart bis zu zwei Drittel Laufweg. Sammelkommissionierung im Fulfillment erklärt.

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Batch-Picking — kurz erklärt

Batch-Picking (Sammelkommissionierung, Multi-Order-Picking) ist eine Kommissioniermethode, bei der ein Picker die Artikel mehrerer Bestellungen in einem Lauf durch das Lager entnimmt und sie am Wagen oder an einer Sortierstation den Aufträgen zuordnet. Das spart Laufwege und ist bei Onlineshops mit vielen kleinen Bestellungen Standard.

Was ist Batch-Picking?

Batch-Picking ist eine Strategie der Kommissionierung, bei der das WMS mehrere Aufträge zu einem Stapel (englisch batch) zusammenfasst und ein Picker sie gemeinsam in einem Lauf durch das Lager bearbeitet. Der Gegensatz ist das Einzel-Picking, bei dem jede Bestellung nacheinander abgelaufen wird – und der Picker für drei Bestellungen mit demselben Artikel dreimal zum selben Regal geht.

Abzugrenzen ist Batch-Picking vom Wave-Picking: Die Welle bestimmt, welche Aufträge wann freigegeben werden; der Batch bestimmt, wie sie gepickt werden. Und von der Zonenkommissionierung, bei der Picker in festen Lagerbereichen bleiben und der Auftrag durch die Zonen wandert.

Wie Batch-Picking in der Praxis funktioniert

  1. Batch bilden: Das WMS wählt aus den freigegebenen Aufträgen 10 bis 30 Bestellungen aus – bevorzugt solche mit ähnlichen Lagerplätzen oder gleichen Artikeln.
  2. Sammelpickliste erzeugen: Alle Positionen werden zu einer Pickliste zusammengefasst und nach Laufweg sortiert. Werden dieselbe SKU in fünf Aufträgen bestellt, steht sie einmal mit Menge fünf auf der Liste.
  3. Picken und zuordnen: Am Regal scannt der Picker Lagerplatz und Artikel (Pick-by-Scan). Der Scanner zeigt an, in welches Fach des Pickwagens der Artikel gehört – Pick-and-Sort direkt am Wagen.
  4. Alternativ: nachträgliche Sortierung: Bei sehr großen Batches werden alle Artikel ungeordnet gesammelt und an einer Sortierstation per Scan auf Aufträge verteilt (Pick-then-Sort).
  5. Übergabe: Der vollständige Wagen geht an den Packplatz; jedes Fach entspricht einem Auftrag, der dort einzeln verpackt wird (Pack & Label).
VarianteSortierungBatch-GrößeGeeignet für
Pick-and-Sort (am Wagen)sofort beim Picken in Fächer10 bis 30 AufträgeEin- bis Drei-Positions-Aufträge, kleine Artikel
Pick-then-Sort (Sortierstation)nachgelagert per Scan50 bis 200 AufträgePeak-Zeiten, sehr hohe Volumina
Cluster-Pickingmehrere Behälter, ein Auftrag je Behälter4 bis 12 Aufträgegrößere Artikel, mehr Positionen je Auftrag

Warum Batch-Picking für Onlinehändler wichtig ist

Laufwege machen im manuellen Lager den größten Teil der Kommissionierzeit aus – häufig über die Hälfte. Ein Picker, der 20 Einzelpositionsaufträge in einem Lauf statt in 20 Läufen bearbeitet, spart typischerweise 60 bis 70 % der Wegzeit. Das senkt die Kosten je Auftrag direkt und ist einer der Gründe, warum Fulfillment-Dienstleister den Erst-Pick für 0,90 bis 2,20 € anbieten können, obwohl der Mindestlohn steigt.

Für Sie als Händler zählt außerdem die Geschwindigkeit: Nur mit Batches lassen sich Hunderte Bestellungen zwischen dem Mittagsansturm und der Cut-Off-Zeit für den Same-Day-Versand abarbeiten. Ohne Batch-Picking würde derselbe Ausstoß deutlich mehr Personal – und damit einen höheren Preis je Paket – erfordern.

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Risiko Vermischung

Der Effizienzgewinn hat eine Kehrseite: Am Sortierwagen kann ein Artikel im falschen Fach landen. Batch-Picking ohne Scan-Pflicht je Position und je Fach erhöht die Fehlerquote statt sie zu senken. Fragen Sie den Dienstleister konkret, ob das Zielfach beim Picken gescannt oder nur angezeigt wird.

Tipp aus der Praxis

Batch-Picking wird umso effektiver, je besser die Schnelldreher nach ABC-Analyse nahe am Packplatz liegen. Melden Sie Ihrem Dienstleister deshalb Aktionen und Bestseller-Wechsel im Voraus – das WMS kann die Lagerplätze dann rechtzeitig umschichten.

So macht es LogYou

LogYou bildet Batches automatisch in der eigenen Plattform LogShip: Aufträge mit wenigen Positionen werden zu Sammelläufen gebündelt und am Wagen direkt in gescannte Fächer sortiert; große Mehrpositionsaufträge laufen als Einzel-Pick. Jede Position wird am Regal und am Packplatz gescannt – so bleibt die Pick-Genauigkeit trotz Sammelkommissionierung bei 99,92 %. Details zum Ablauf unter E-Commerce Fulfillment.

Häufige Fragen zu Batch-Picking

Was ist Batch-Picking einfach erklärt?
Statt jede Bestellung einzeln im Lager zusammenzusuchen, nimmt der Picker 10, 20 oder 30 Bestellungen auf einmal mit. Er läuft einmal durch das Lager, entnimmt alle benötigten Artikel und legt sie in nummerierte Fächer am Pickwagen – ein Fach je Bestellung. Das spart den größten Teil der Laufwege.
Was ist der Unterschied zwischen Batch-Picking und Wave-Picking?
Batch-Picking beschreibt, wie gepickt wird: mehrere Aufträge in einem Lauf. Wave-Picking beschreibt, wann und welche Aufträge freigegeben werden: in zeitlichen Wellen, etwa nach Carrier-Abholung. Beide werden in der Praxis kombiniert – eine Welle wird in mehrere Batches aufgeteilt.
Für welche Shops lohnt sich Batch-Picking?
Vor allem für Onlineshops, bei denen der Großteil der Bestellungen nur eine oder zwei Positionen enthält, etwa Kosmetik, Nahrungsergänzung, Mode oder Accessoires. Bei großen B2B-Aufträgen mit 30 Positionen bringt Batch-Picking dagegen wenig, weil der Auftrag allein schon einen Lauf füllt.

Fragen zu Batch-Picking in Ihrem Shop?

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