SKU (Stock Keeping Unit): Definition, Aufbau und Praxis im Fulfillment

Was eine SKU ist, wie sich eine saubere Artikelnummer aufbaut und warum sie die Basis für Bestandsführung, Pick-Genauigkeit und Shop-Anbindung im Fulfillment ist.

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SKU — kurz erklärt

Eine SKU (Stock Keeping Unit) ist die eindeutige Artikelnummer, unter der ein Produkt in Lager, Shop und WMS geführt wird. Jede getrennt gelagerte Variante (Größe, Farbe, Packungsgröße) bekommt eine eigene SKU.

Was ist eine SKU?

Die SKU – kurz für Stock Keeping Unit, auf Deutsch Lagerhaltungseinheit – ist der interne Schlüssel, unter dem ein Artikel im Warehouse Management System (WMS), im Shop und im ERP geführt wird. Sie identifiziert nicht das Produkt an sich, sondern die kleinste getrennt gelagerte und verkaufte Einheit: Ein T-Shirt in drei Größen und zwei Farben sind sechs SKUs, ein 3er-Pack desselben Shirts ist eine siebte.

Im Unterschied zur EAN/GTIN wird die SKU nicht von einer zentralen Stelle vergeben, sondern von Ihnen selbst. Sie darf deshalb beliebig aufgebaut sein – solange sie innerhalb Ihrer Systeme eindeutig bleibt und sich nie ändert.

Wie eine gute SKU aufgebaut ist

Es gibt zwei Schulen: sprechende SKUs, aus denen sich Kategorie, Variante und Größe ablesen lassen (TS-BLK-M für T-Shirt, schwarz, Medium), und fortlaufende SKUs ohne Bedeutung (100234). In der Praxis hat sich ein Mittelweg bewährt:

  • Kurz: maximal 12 bis 16 Zeichen. Lange SKUs sind auf Etiketten schlecht lesbar und werden beim Tippen verwechselt.
  • Nur Buchstaben, Ziffern und Bindestrich: keine Umlaute, Leerzeichen, Punkte oder Sonderzeichen – viele Schnittstellen und Marktplätze stolpern darüber.
  • Keine führende Null: Excel und manche Shop-Systeme schneiden sie ab, und aus 00123 wird 123.
  • Nicht mit 0 und O oder 1 und I mischen: im Lager wird viel von Hand gelesen.
  • Unveränderlich: eine SKU wird niemals umbenannt oder wiederverwendet. Ein ausgelaufener Artikel behält seine SKU für die Historie.
Tipp aus der Praxis

Legen Sie die SKU-Logik fest, bevor der erste Artikel im Shop angelegt wird. Ein nachträgliches Umbenennen von 800 SKUs in Shop, ERP, Marktplätzen und Lager ist ein Projekt von Wochen – und die klassische Fehlerquelle beim Fulfillment-Wechsel.

SKU, EAN und Lagerplatz im Vergleich

KennungWer vergibt sieGültigkeitZweck
SKUSie selbstintern (Shop, ERP, WMS)Bestandsführung, Auftragsabwicklung
EAN / GTINGS1weltweitScannen am Produkt, Marktplatz-Listing
FNSKUAmazonnur Amazon FBAZuordnung im Amazon-Lager
LagerplatzFulfillment-Dienstleisterein LagerWo die SKU physisch liegt

Warum die SKU im Fulfillment entscheidend ist

Jeder Prozess im Lager hängt an der SKU: Beim Wareneingang wird je SKU gezählt und eingebucht, bei der Kommissionierung wird die SKU gescannt und gegen die Bestellung geprüft, bei der Inventur wird pro SKU gezählt. Eine unsaubere SKU-Struktur – etwa eine Nummer für mehrere Größen – führt unmittelbar zu Fehlsendungen, Bestandsdifferenzen und sinkender Pick-Genauigkeit.

Die Anzahl der SKUs ist außerdem einer der wichtigsten Preistreiber im Fulfillment. Sie bestimmt, wie viele Lagerplätze belegt werden, wie lang die Pick-Wege sind und wie aufwendig Inventuren ausfallen. Ein Shop mit 50 SKUs und 2.000 Bestellungen im Monat ist logistisch deutlich einfacher als einer mit 2.000 SKUs und 500 Bestellungen.

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Häufiger Fehler

Eine SKU für mehrere Größen oder Farben: Der Gesamtbestand stimmt zwar, aber niemand weiß, wie viele Stück in Größe M noch da sind – und der Picker greift zur falschen Variante. Jede Variante braucht ihre eigene SKU.

SKUs bei Bundles und Sets

Ein Bundle (etwa „Shampoo + Conditioner") bekommt eine eigene Verkaufs-SKU im Shop, wird im Lager aber in seine Bestandteile aufgelöst: Das WMS bucht bei Bestellung eine Einheit Shampoo und eine Einheit Conditioner ab. Voraussetzung ist, dass die Stücklisten-Logik in Shop, ERP und WMS identisch hinterlegt ist – sonst laufen die Bestände auseinander. Werden Sets dagegen vorab fertig gepackt (Konfektionierung), ist das Set eine echte physische SKU mit eigenem Bestand.

So handhabt LogYou SKUs

Beim Onboarding importiert LogYou Ihren Artikelstamm direkt aus dem Shop- oder ERP-System in die eigene Plattform LogShip. SKU, EAN, Maße, Gewicht und Gefahrgut-Kennzeichen werden je Artikel geprüft, fehlende Angaben beim Wareneingang ergänzt. Sie sehen anschließend live pro SKU: Bestand, reservierte Menge, Lagerplatz und Bewegungshistorie – mehr dazu unter Lagerlogistik & Wareneingang. Wie Sie Set-Artikel selbst in LogShip anlegen, zeigt die Seite Stücklisten & Bundles ohne Plugin.

Häufige Fragen zu SKU

Was ist der Unterschied zwischen SKU und EAN?
Die SKU vergeben Sie selbst und sie gilt nur in Ihren eigenen Systemen. Die EAN (GTIN) ist ein weltweit eindeutiger, von GS1 vergebener Code, der als Barcode auf dem Produkt aufgedruckt ist. Im Fulfillment werden beide gemeinsam gepflegt: die SKU für Ihre Prozesse, die EAN zum Scannen.
Brauche ich für jede Variante eine eigene SKU?
Ja. Alles, was getrennt gezählt, gelagert oder verkauft wird, braucht eine eigene SKU – jede Größe, jede Farbe, jede Packungseinheit. Ohne getrennte SKUs ist keine saubere Bestandsführung und keine fehlerfreie Kommissionierung möglich.
Wie viele SKUs sind für einen Fulfillment-Dienstleister zu viel?
Es gibt keine harte Grenze. Entscheidend ist das Verhältnis von SKU-Anzahl zu Bestellvolumen: Viele SKUs mit wenigen Bestellungen pro SKU erhöhen den Lagerplatzbedarf und die Pick-Wege. Seriöse Anbieter berechnen deshalb Lagerung pro belegtem Platz, nicht pauschal.

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