Pick-Genauigkeit: Definition, Formel und Zielwerte für die Kommissionierung

Pick-Genauigkeit misst, wie viele Positionen im Fulfillment fehlerfrei kommissioniert werden. Formel, Benchmarks ab 99,5 %, Einflussfaktoren und Hebel zur Verbesserung.

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Pick-Genauigkeit — kurz erklärt

Die Pick-Genauigkeit ist der Anteil der fehlerfrei kommissionierten Positionen oder Aufträge an allen gepickten. Sie wird in Prozent angegeben; Fulfillment-Dienstleister mit durchgängiger Scan-Kontrolle erreichen Werte über 99,9 %.

Was ist Pick-Genauigkeit?

Die Pick-Genauigkeit (englisch Pick Accuracy) gibt an, welcher Anteil der Positionen bei der Kommissionierung fehlerfrei gegriffen wurde: richtige SKU, richtige Variante, richtige Menge. Sie ist die zentrale Qualitätskennzahl im Lager, weil jeder Pick-Fehler beim Kunden ankommt und dort zur Fehlsendung wird.

Abzugrenzen ist sie von der Fehlerquote, die alle Fehlerarten eines Auftrags zusammenfasst (auch Verpackung, Label, Adresse), und von der Perfect Order Rate, die zusätzlich Pünktlichkeit und Unversehrtheit einbezieht. Die Pick-Genauigkeit misst ausschließlich den Griff ins Regal.

Wie die Pick-Genauigkeit berechnet wird

Pick-Genauigkeit = fehlerfrei gepickte Positionen / alle gepickten Positionen × 100

Ob auf Positions- oder Auftragsebene gemessen wird, macht einen deutlichen Unterschied:

MessebeneBeispielErgebnis
Position20.000 Positionen, 16 falsch99,92 %
Auftrag8.000 Aufträge, 16 mit mindestens einem Fehler99,80 %

Aufträge mit vielen Positionen sind auf Auftragsebene systematisch anfälliger. Wenn ein Dienstleister eine Pick-Genauigkeit nennt, fragen Sie nach der Bezugsgröße und dem Zeitraum.

Typische Zielwerte im deutschen Fulfillment:

  • 97 bis 99 %: Kommissionierung nach Papier-Pickliste ohne Scan
  • 99,5 bis 99,9 %: Pick-by-Scan mit Kontrolle am Packplatz
  • über 99,9 %: Scan-Pflicht bei jedem Pick, Gewichtsprüfung, saubere Stammdaten

Einflussfaktoren

Die meisten Pick-Fehler haben wenige, immer gleiche Ursachen:

  • Ähnliche Artikel nebeneinander: Größe M und L desselben Shirts im selben Fach.
  • Fehlende oder falsche Barcodes: Ohne scannbare EAN bleibt nur der Sichtvergleich.
  • Unsaubere SKU-Struktur: Eine SKU für mehrere Varianten macht den richtigen Griff zum Zufall.
  • Mengenfehler: Zwei statt drei Stück, vor allem bei Kleinteilen ohne Stückzählung.
  • Zeitdruck im Peak: Aushilfen, lange Schichten, volle Regale vor Weihnachten.
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Häufiger Fehler

Ein Lager, das keine Fehler misst, hat keine Pick-Genauigkeit von 100 %, sondern keine Zahl. Verlangen Sie eine Kennzahl, die aus dem WMS stammt und Kundenreklamationen als Fehlerquelle einschließt, nicht nur intern entdeckte Abweichungen.

Warum die Pick-Genauigkeit für Onlinehändler wichtig ist

Jeder Fehlgriff kostet doppelt: die Rückabwicklung der falschen Sendung und den erneuten Versand der richtigen. In der Praxis summiert sich eine Fehlsendung auf 15 bis 40 € inklusive Kundenservice, Retoure, Qualitätskontrolle und Nachversand, hinzu kommen Bewertung und Wiederkaufwahrscheinlichkeit. Der Unterschied zwischen 99,0 % und 99,9 % klingt klein, bedeutet bei 10.000 Paketen im Monat aber 100 statt 10 verärgerte Kunden. Auf Online-Marktplätzen fließen Fehlsendungen zudem direkt in die Händlerbewertung ein.

So verbessern Sie die Pick-Genauigkeit

  1. Jede Variante eine eigene SKU mit eigenem Barcode, im Idealfall vom Hersteller aufgedruckt.
  2. Scan-Pflicht bei jedem Pick, nicht nur stichprobenartig.
  3. Verwechslungsgefährdete Artikel räumlich trennen, statt sie nach Sortiment zu gruppieren.
  4. Gewichtskontrolle am Packplatz, die bei Abweichung den Auftrag stoppt.
  5. Fehler auswerten, pro SKU, Picker und Zone, und die Top-Ursachen abstellen.

Wie die Pick-Genauigkeit mit anderen Kennzahlen zusammenspielt, zeigt der Überblick Fulfillment-Kennzahlen.

Tipp aus der Praxis

Fragen Sie beim Anbietervergleich nicht nur nach der Pick-Genauigkeit, sondern nach dem Prozess dahinter: Wird jede Position gescannt, wird gewogen, wer entdeckt Fehler? Eine erklärte 99,9 % ist mehr wert als eine behauptete 100 %.

So macht es LogYou

LogYou kommissioniert durchgängig mit Pick-by-Scan über die eigene Plattform LogShip: Jede Position wird gegen die Bestellung gescannt, erst der erfolgreiche Scan schließt sie ab. Die so erreichte Pick-Genauigkeit liegt bei 99,92 %. Details zum Ablauf finden Sie unter E-Commerce Fulfillment.

Häufige Fragen zu Pick-Genauigkeit

Wie berechnet man die Pick-Genauigkeit?
Sie teilen die Zahl der fehlerfrei gepickten Positionen durch die Zahl aller gepickten Positionen und multiplizieren mit 100. Werden 20.000 Positionen kommissioniert und 16 davon sind falsch, liegt die Pick-Genauigkeit bei 99,92 %. Alternativ wird auf Auftragsebene gerechnet, dann zählt ein Auftrag mit einer falschen Position komplett als Fehler.
Welche Pick-Genauigkeit ist gut?
Ohne Scan-Kontrolle liegen Lager typischerweise bei 97 bis 99 %. Mit Pick-by-Scan sind 99,5 bis 99,9 % Standard, sehr gut geführte Fulfillment-Lager erreichen über 99,9 %. Unter 99,5 % sollten Sie beim Dienstleister nachfragen, wie kontrolliert wird.
Was kostet ein Pick-Fehler?
Eine Fehlsendung löst Kundenkontakt, Rücksendung, Prüfung, neuen Versand und oft einen Gutschein aus. In der Praxis summiert sich das auf 15 bis 40 € je Fall, plus den Reputationsschaden. Bei 0,5 % Fehlerquote und 5.000 Paketen im Monat sind das 25 Fälle und mehrere hundert Euro monatlich.

Fragen zu Pick-Genauigkeit in Ihrem Shop?

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