Konfektionierung bezeichnet alle Arbeiten, die Ware vor dem Verkauf in eine andere verkaufsfertige Form bringen: Sets und Kits zusammenstellen, umverpacken, etikettieren, Beipackzettel einlegen. Im Fulfillment wird sie pro Handgriff oder Stunde abgerechnet und erzeugt eine neue physische SKU mit eigenem Bestand.
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Was ist Konfektionierung?
Der Begriff stammt aus der Textilindustrie, wo konfektionieren das Fertigstellen von Kleidung zur verkaufsfähigen Ware bedeutet. In der Logistik meint Konfektionierung heute jede Bearbeitung, die Ware zwischen Wareneingang und Versand in eine andere Verkaufsform bringt. Im Fulfillment läuft sie unter dem Sammelbegriff Value-Added-Services (VAS) – Leistungen, die über Lagern, Kommissionieren und Versenden hinausgehen.
Der wichtigste Nachbarbegriff ist das Bundle. Ein Bundle kann rein virtuell im Shop existieren und erst bei Bestellung aus Einzelteilen gepickt werden. Konfektionierung ist immer physisch: Das Set wird vorab gefertigt und existiert danach als eigene SKU mit eigenem Bestand im Regal.
Welche Arten von Konfektionierung es gibt
- Set- und Kit-Bildung: Einzelartikel zu einem Verkaufsset zusammenfassen – Pflegeset aus drei Produkten, Starter-Kit, Adventskalender, Probierbox.
- Umverpacken / Umkartonieren: Ware aus Großgebinden in Verkaufseinheiten teilen oder Import-Kartons in versandfähige Umverpackungen bringen.
- Etikettieren: EAN-, FNSKU- oder Preisetiketten, Sprach- und Inhaltsstoff-Aufkleber für andere Länder, Chargen- und MHD-Kennzeichnung.
- Polybagging: Artikel in Folienbeutel mit Warnhinweis einschweißen, etwa für Amazon FBA.
- Beipack: Anleitungen, Beipackzettel, Garantiekarten oder Proben in die Verkaufsverpackung einlegen.
- Display-Bestückung: Verkaufsdisplays für den stationären Handel oder B2B-Kunden aufbauen und befüllen.
- Sonderformen: Geschenkverpackung, Personalisierung (Gravur, Namensetikett), Rework nach Rückruf oder Qualitätsproblem.
Wie Konfektionierung im Fulfillment abläuft
- Stückliste anlegen: Das neue Set bekommt eine eigene SKU und im WMS eine Stückliste: welche Komponenten in welcher Menge, welches Verpackungsmaterial, welche Etiketten.
- Musteraufbau: Der Dienstleister fertigt ein Muster, fotografiert es und misst die Zeit je Einheit – Basis für Packanweisung und Preis.
- Konfektionierungsauftrag: Sie beauftragen eine Stückzahl, etwa 2.000 Sets. Das WMS reserviert die Komponenten.
- Fertigung: An einem Konfektionierungsplatz werden die Komponenten gepickt, zusammengestellt, verpackt und etikettiert – bei hohen Stückzahlen im Fließprinzip.
- Umbuchung: Die Komponenten werden ausgebucht, die fertigen Sets als neue SKU eingebucht. Die Bestandsführung bleibt damit exakt.
- Freigabe: Die Sets sind im Shop verkaufbar und werden wie jeder Artikel gepickt – mit einem einzigen Pick statt drei.
| Kriterium | Konfektionierung (physisches Set) | Virtuelles Bundle |
|---|---|---|
| Bestand | eigener Bestand, Komponenten gebunden | Bestand ergibt sich aus Komponenten |
| Pick-Kosten je Bestellung | ein Pick | ein Pick je Komponente |
| Flexibilität | Set muss bei Änderung aufgelöst werden | Kombination jederzeit änderbar |
| Eigene EAN nötig | ja, für Marktplätze | nein |
| Sinnvoll ab | hohe, planbare Stückzahlen | wechselnde Sets, kleine Mengen |
Rechnen Sie Konfektionierung gegen die eingesparten Folgepositionen. Bei 0,25 € je Folgeposition und einem Dreier-Set spart jede Bestellung 0,50 € Pick-Kosten; kostet die Konfektionierung 0,45 € je Set, lohnt sich das Vorfertigen bereits ab dem ersten Verkauf – zusätzlich sinkt die Fehlerquote, weil nur noch eine Position gepickt wird.
Warum Konfektionierung für Onlinehändler wichtig ist
Konfektionierung entkoppelt das Sortiment im Shop vom Sortiment beim Hersteller. Sie können Sets, Größen und Ländervarianten anbieten, ohne dass die Produktion sie fertigt – und Sie können Ware, die in falscher Verpackung oder ohne Etikett ankommt, trotzdem verkaufen. Für Marktplätze ist sie häufig Pflicht: Amazon verlangt bei Sets ein „Sold as set"-Etikett und bei vielen Artikeln ein FBA Prep mit Polybag und FNSKU.
Kostenseitig ist Konfektionierung ein eigener Block: Typisch sind 0,15 bis 0,60 € je Handgriff und Einheit oder 30 bis 45 € je Stunde, dazu Material. Als Handling-Kosten sollten sie in der Kalkulation des Sets berücksichtigt werden – und über eingesparte Pick-Kosten und einen höheren Warenkorb gegengerechnet werden.
Sets konfektionieren, die sich nicht verkaufen. Gebundene Komponenten fehlen dann im Einzelverkauf, und das Auflösen der Sets kostet erneut Handgriffe. Konfektionieren Sie in Losen, die dem Abverkauf von vier bis acht Wochen entsprechen, statt den Jahresbedarf auf einmal.
So macht es LogYou
LogYou übernimmt Set-Bildung, Umverpacken, Etikettieren, Polybagging und Beipack als Konfektionierungsauftrag mit Stückliste in der eigenen Plattform LogShip: Komponenten werden ausgebucht, fertige Sets als neue SKU eingebucht, der Bestand bleibt jederzeit live sichtbar. Umfang und Ablauf beschreibt die Seite Konfektionierung; die Amazon-spezifischen Vorgaben die Seite Amazon FBA Prep. Wie Sie Set-Artikel selbst in LogShip anlegen, zeigt die Seite Stücklisten & Bundles ohne Plugin.
Häufige Fragen zu Konfektionierung
Was versteht man unter Konfektionierung in der Logistik?
Was ist der Unterschied zwischen Konfektionierung und Bundle?
Was kostet Konfektionierung beim Fulfillment-Dienstleister?
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