Kontraktlogistik ist die langfristige Auslagerung ganzer Logistikleistungen an einen Dienstleister auf Basis eines individuellen Vertrags, meist über drei bis fünf Jahre mit dedizierter Fläche und Personal. E-Commerce-Fulfillment arbeitet dagegen standardisiert, ohne feste Laufzeit und mit Abrechnung nach Nutzung.
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Was ist Kontraktlogistik?
Kontraktlogistik (englisch Contract Logistics) ist die vertraglich geregelte, langfristige Übernahme ganzer Logistikbereiche eines Unternehmens durch einen Dienstleister. Der Begriff betont das Vertragliche: Auftraggeber und Dienstleister vereinbaren individuell, welche Leistungen zu welchen Bedingungen über welche Laufzeit erbracht werden. Typisch sind dedizierte Lagerflächen, für den Kunden reserviertes Personal, kundenspezifische Prozesse und IT-Anbindungen sowie Laufzeiten von drei bis fünf Jahren.
Historisch kommt Kontraktlogistik aus Industrie und Handel: Automobilzulieferer, die Werke just-in-time versorgen, Handelsketten mit ausgelagerten Zentrallagern, Konsumgüterhersteller mit Distributionszentren. Der Dienstleister ist dabei ein 3PL; übernimmt er zusätzlich die Steuerung weiterer Partner, wird er zum 4PL.
Kontraktlogistik und E-Commerce-Fulfillment im Vergleich
Fulfillment für Onlineshops ist die standardisierte, kleinteilige Schwester der Kontraktlogistik. Beide lagern und versenden für Dritte, aber mit unterschiedlicher Logik:
| Merkmal | Kontraktlogistik | E-Commerce-Fulfillment |
|---|---|---|
| Vertrag | individuell verhandelt, 3–5 Jahre | Standardvertrag, monatlich kündbar bis 12 Monate |
| Fläche | dediziert, exklusiv | geteilt, nach belegtem Platz abgerechnet |
| Personal | dem Kunden zugeordnet | gemeinsamer Pool, skaliert mit dem Peak |
| Prozesse | kundenspezifisch entworfen | standardisiert, mit Konfiguration je Kunde |
| Abrechnung | Fläche, Personal, Pauschalen, offene Kalkulation | je Palette, Pick, Paket, Retoure |
| Auftragsstruktur | Paletten, Großaufträge, Produktionsversorgung | Einzelpakete an Endkunden, B2B-Kartons |
| Einstiegsgröße | mittlerer sechsstelliger Jahresumsatz Logistik | ab ca. 10–20 Paketen/Tag |
| Anlaufphase | Monate, oft mit Projektteam | Wochen (Onboarding) |
Die Grenze verwischt bei größeren Marken: Wer 2.000 Pakete pro Tag versendet, bekommt bei einem Fulfillment-Dienstleister häufig eine eigene Lagerzone, feste Ansprechpartner und individuelle Konditionen – Elemente der Kontraktlogistik in einem Fulfillment-Rahmen.
Wie ein Kontraktlogistik-Projekt in der Praxis abläuft
- Ausschreibung: Der Auftraggeber beschreibt Mengengerüst, Prozesse und Anforderungen, mehrere Dienstleister kalkulieren.
- Konzept und Verhandlung: Layout der Fläche, Personalbedarf, IT-Anbindung, SLA mit Kennzahlen und Vertragsstrafen, Preismodell.
- Implementierung: Aufbau von Regalen, Technik und Schnittstellen, Schulung, Migration des Bestands – meist drei bis neun Monate.
- Betrieb: Laufende Steuerung über Kennzahlen wie OTIF und Fehlerquote, regelmäßige Reviews, Anpassung bei Volumenänderungen.
- Ende der Laufzeit: Neuausschreibung oder Verlängerung; ein Wechsel ist wegen der dedizierten Infrastruktur aufwendig.
In der Kontraktlogistik ist es üblich, dass der Dienstleister seine Kosten offenlegt (Open Book) und einen vereinbarten Aufschlag berechnet. Das schafft Transparenz, verlagert aber das Mengenrisiko auf den Auftraggeber: Sinkt das Volumen, bleiben Fläche und Personal trotzdem bezahlt. Fulfillment-Dienstleister tragen dieses Risiko selbst und rechnen dafür je Nutzung ab.
Warum die Unterscheidung für Onlinehändler wichtig ist
Onlinehändler, die „Logistik auslagern" googeln, landen häufig bei Kontraktlogistik-Anbietern, deren Modell für sie nicht passt: Mindestlaufzeiten von mehreren Jahren, Einstiegsgrößen weit über ihrem Volumen und Prozesse, die auf Paletten statt auf Pakete ausgelegt sind. Für Shops mit 10 bis 1.000 Paketen pro Tag ist ein Fulfillment-Dienstleister mit standardisierten Prozessen, nativer Shop-Anbindung und Nutzungsabrechnung fast immer die passende Lösung. Umgekehrt stoßen Hersteller mit Produktionsversorgung, Ersatzteillogistik oder Palettenmengen im Industriemaßstab bei einem reinen E-Commerce-Fulfiller an Grenzen.
Achten Sie bei Angeboten auf die Abrechnungseinheit. „Je Quadratmeter und Monat" plus „je Mitarbeiterstunde" ist Kontraktlogistik-Logik; „je Palettenstellplatz" plus „je Pick und Paket" ist Fulfillment-Logik. Letztere ist für schwankende E-Commerce-Volumen deutlich risikoärmer.
So handhabt LogYou das Thema
LogYou arbeitet im Fulfillment-Modell: keine Mindestlaufzeit, transparente Preisbausteine nach Nutzung, geteilte Infrastruktur in Butzbach mit Personal, das im Peak mitwächst. Für Marken mit B2B-Anteil übernimmt LogYou Händler- und Palettenaufträge aus demselben Bestand, siehe B2B-Fulfillment und Lagerlogistik & Wareneingang. Die Preisbausteine sind unter Preise einsehbar.
Häufige Fragen zu Kontraktlogistik
Was ist der Unterschied zwischen Kontraktlogistik und Fulfillment?
Ab welcher Größe lohnt sich Kontraktlogistik?
Welche Laufzeit ist bei Kontraktlogistik üblich?
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