Ein Bundle ist ein Set aus mehreren Einzelartikeln, das im Shop als ein Produkt mit eigener SKU verkauft wird. Bei einem virtuellen Bundle löst das WMS die Bestellung in ihre Komponenten auf und pickt sie einzeln; bei einem physischen Bundle wird das Set vorab konfektioniert und als eigener Bestandsartikel gelagert.
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Was ist ein Bundle?
Ein Bundle (Produktset, Stücklistenartikel) ist ein Verkaufsartikel, der aus mehreren anderen Artikeln besteht. Im Shop erscheint er als ein Produkt mit eigenem Preis und eigener SKU – „Pflegeset Winter" –, im Lager sind es drei Tuben, die einzeln in Regalen liegen oder vorab zu einem Set verpackt wurden. Genau dieser Unterschied trennt zwei Arten von Bundles:
- Virtuelles Bundle (Stücklisten-Bundle): Das Set existiert nur als Datensatz. Bei Bestellung löst das WMS es in seine Komponenten auf und pickt jede einzeln. Kein eigener Bestand, keine Vorarbeit.
- Physisches Bundle (konfektioniertes Set): Das Set wird vorab per Konfektionierung gefertigt, bekommt eine eigene Bestands-SKU und in der Regel eine eigene EAN. Es wird wie ein normaler Artikel gepickt.
Abzugrenzen ist das Bundle vom Mengenrabatt (dreimal derselbe Artikel günstiger – im Lager drei Picks derselben SKU) und von der Variante (dasselbe Produkt in anderer Größe – eine eigene SKU, kein Set).
Wie Bundles im Fulfillment funktionieren
Der Schlüssel ist die Stückliste (englisch Bill of Materials): die Definition, welche Komponenten in welcher Menge ein Bundle bilden. Sie muss in Shop, ERP und WMS identisch hinterlegt sein.
- Anlage: Das Bundle bekommt eine Verkaufs-SKU im Shop und eine Stückliste im WMS – etwa
SET-WINTER= 1 ×CREME-50, 1 ×SERUM-30, 1 ×LIPPEN-5. - Bestandsberechnung: Bei virtuellen Bundles meldet das WMS als verfügbaren Set-Bestand das Minimum der Komponenten: 400 Cremes, 120 Seren und 900 Lippenpflegen ergeben 120 verkaufbare Sets.
- Bestellung: Kommt eine Bestellung über
SET-WINTERherein, erzeugt das WMS drei Pick-Positionen. Der Picker sieht die Einzelartikel, das Packlabel den Set-Namen. - Abbuchung: Die Komponenten werden einzeln abgebucht; der Set-Bestand im Shop sinkt automatisch mit.
- Retoure: Eine zurückgeschickte Komponente wird als Einzelartikel geprüft und wieder eingelagert – der Shop muss die Teilerstattung abbilden können.
| Kriterium | Virtuelles Bundle | Physisches Bundle |
|---|---|---|
| Vorarbeit im Lager | keine | Konfektionierung je Los |
| Pick-Kosten je Bestellung | ein Pick je Komponente | ein Pick |
| Bestand | aus Komponenten berechnet | eigener Bestand, Komponenten gebunden |
| Änderung des Sets | jederzeit per Stückliste | Sets müssen aufgelöst werden |
| Marktplätze / FBA | nicht möglich | ja, mit eigener GTIN |
| Sinnvoll für | wechselnde Sets, Tests, kleine Mengen | Bestseller-Sets, Amazon, hohe Stückzahlen |
Starten Sie jedes neue Set als virtuelles Bundle. Verkauft es sich nach vier bis sechs Wochen stabil, lassen Sie es konfektionieren: Ab etwa drei Komponenten sparen Sie mit einem physischen Set mehr Folgepositionen ein, als die Konfektionierung kostet – und die Fehlerquote sinkt, weil nur noch eine Position gepickt wird.
Warum Bundles für Onlinehändler wichtig sind
Bundles erhöhen den durchschnittlichen Warenkorb, ohne den Pick-Aufwand proportional zu steigern, und sie sind das wirksamste Mittel, um Langsamdreher mit Bestsellern abzuverkaufen. Für Marken mit wenigen Kernprodukten sind Sets oft die Hälfte des Umsatzes.
Die Risiken liegen in der Datenpflege. Wenn die Stückliste im Shop anders lautet als im WMS – etwa nach einer Rezepturänderung, bei der SERUM-30 durch SERUM-30-V2 ersetzt wurde –, laufen Bestände auseinander und das Lager pickt das falsche Produkt. Gleiches gilt für Shop-Apps, die Bundles nur im Frontend abbilden und dem Fulfillment eine SKU ohne Stückliste übergeben: Das Lager kann sie nicht auflösen, der Auftrag bleibt hängen. Bei Anbindungen über Shopify, Shopware oder JTL-Wawi sollte deshalb geklärt sein, welches System die Stückliste führt.
Bundle-Preise, die den Komponentenpreis unterschreiten, ohne die Retoure zu regeln. Schickt ein Kunde die teure Komponente zurück und behält die günstigen, ist die anteilige Erstattung im Shop-System oft nicht abbildbar – und Sie erstatten den Set-Preis. Definieren Sie Teilretouren-Regeln vor dem ersten Verkauf.
So macht es LogYou
LogYou führt Bundles in der eigenen Plattform LogShip als Stücklisten: Virtuelle Sets werden bei Bestellung automatisch in Komponenten aufgelöst und mit Scan gepickt, der verfügbare Set-Bestand wird live aus den Komponenten berechnet und an den Shop zurückgemeldet. Bestseller-Sets können als physisches Bundle vorgefertigt werden – die Details dazu auf der Seite Konfektionierung. Wie Sie Set-Artikel selbst in LogShip anlegen, zeigt die Seite Stücklisten & Bundles ohne Plugin.
Häufige Fragen zu Bundle
Was ist ein Bundle im Onlineshop?
Wie funktioniert die Bestandsführung bei Bundles?
Brauche ich für ein Bundle eine eigene EAN?
Was passiert bei der Retoure eines Bundles?
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