Bestandsplanung legt fest, wann und in welcher Menge Ware nachbestellt wird, damit weder Lieferengpässe noch teure Überbestände entstehen. Kernwerte sind der Meldebestand (Bestellpunkt), der Sicherheitsbestand und die Bestellmenge – abgeleitet aus Absatz, Wiederbeschaffungszeit und Lagerkosten.
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Was ist Bestandsplanung?
Bestandsplanung (auch Disposition oder Nachschubplanung) ist die Entscheidung, wann und wie viel von einer SKU nachbestellt wird. Sie balanciert zwei gegenläufige Risiken: Zu wenig Bestand führt zu Fehlmengen, verlorenen Bestellungen und auf Marktplätzen zu Sichtbarkeitsverlust. Zu viel Bestand bindet Kapital, verursacht Lagergebühren und endet bei Saisonware oder MHD-Artikeln in Abschreibungen.
Die Bestandsplanung baut auf der Bestandsführung auf, die den aktuellen Bestand liefert, und nutzt den Sicherheitsbestand als eine ihrer Eingangsgrößen. Sie liegt fast immer beim Händler oder dessen ERP – der Fulfillment-Dienstleister liefert die Daten, trifft aber keine Einkaufsentscheidungen.
Meldebestand und Bestellpunkt
Das einfachste und in der Praxis meistgenutzte Verfahren ist das Bestellpunktverfahren: Fällt der verfügbare Bestand einer SKU auf den Meldebestand, wird eine Bestellung ausgelöst. Der Meldebestand muss den Absatz während der Wiederbeschaffungszeit abdecken und zusätzlich die Reserve enthalten:
Bestellpunkt = Ø Tagesabsatz × Wiederbeschaffungszeit (Tage) + Sicherheitsbestand
Beispiel: Sie verkaufen im Schnitt 20 Stück am Tag, Ihr Lieferant braucht von Bestellung bis Verfügbarkeit im Lager 30 Tage (Produktion, Transport, Wareneingang), und Ihr Sicherheitsbestand beträgt 200 Stück.
| Größe | Wert |
|---|---|
| Ø Tagesabsatz | 20 Stück |
| Wiederbeschaffungszeit | 30 Tage |
| Absatz während der Wiederbeschaffung | 600 Stück |
| Sicherheitsbestand | 200 Stück |
| Bestellpunkt (Meldebestand) | 800 Stück |
Fällt der Bestand auf 800, bestellen Sie. Wichtig ist, dass die Wiederbeschaffungszeit die gesamte Kette umfasst, nicht nur die Transportzeit – bei Ware aus Asien kommen zu 30 Tagen Seefracht schnell 2 bis 4 Wochen Produktion und einige Tage für Zoll und Wareneingang dazu.
Die Bestellmenge ergibt sich aus dem Zielbestand: Wer bei 20 Stück am Tag eine Reichweite von 90 Tagen anstrebt, bestellt rund 1.800 Stück abzüglich des noch vorhandenen Bestands. Mindestbestellmengen des Herstellers, Rabattstaffeln und Frachtkosten je Container verschieben die Menge nach oben; Lagergebühren und Kapitalbindung nach unten.
Rechnen Sie den Bestellpunkt nicht mit dem Jahresdurchschnitt, sondern mit dem Absatz der letzten 4 bis 8 Wochen plus bekannten Effekten (Aktionen, Peak-Saison). Ein Artikel, der im Oktober das Dreifache verkauft, hat im September einen anderen Meldebestand als im Februar – ausführlich in der Peak-Saison-Übersicht.
Wie Bestandsplanung in der Praxis funktioniert
- Absatz je SKU auswerten: Tagesabsatz, Trend, Saisonalität – aus Shop, ERP oder dem Kundenportal des Dienstleisters.
- Artikel priorisieren: Mit der ABC-Analyse bekommen A-Artikel enge Überwachung und hohe Servicegrade, C-Artikel werden seltener und in größeren Losen bestellt.
- Wiederbeschaffungszeit je Lieferant pflegen: inklusive Produktions-, Transport- und Wareneingangszeit, realistisch statt optimistisch.
- Meldebestand und Bestellmenge hinterlegen: im ERP oder WMS, mit automatischer Warnung bei Unterschreitung.
- Regelmäßig nachjustieren: mindestens quartalsweise, vor der Peak-Saison monatlich. Der Lagerumschlag zeigt, ob die Bestände zur Absatzgeschwindigkeit passen.
Warum Bestandsplanung für Onlinehändler wichtig ist
Ein Fehlbestand bei einem A-Artikel kostet mehr als den entgangenen Umsatz: Bei Amazon verliert das Listing Ranking und Buy Box, im eigenen Shop wandern Kunden ab, und Werbebudget läuft auf nicht lieferbare Produkte. Ein Überbestand kostet dagegen leise und dauerhaft – bei 8 bis 25 € je Palettenstellplatz und Monat summieren sich 20 Paletten Ladenhüter über ein Jahr auf mehrere Tausend Euro, ohne den gebundenen Einkaufswert.
Nachbestellungen werden „nach Gefühl" oder erst beim Ausverkauf ausgelöst. Mit 30 Tagen Wiederbeschaffungszeit bedeutet das einen Monat ohne Umsatz je Artikel – mehrmals im Jahr. Ein hinterlegter Meldebestand mit automatischer Warnung ist der einfachste Hebel gegen Lieferlücken.
So macht es LogYou
LogYou trifft keine Einkaufsentscheidungen, liefert aber die Basis dafür: In LogShip sehen Sie je SKU Live-Bestand, reservierte Mengen, Absatz und Reichweite; Meldebestände lassen sich hinterlegen und lösen eine Benachrichtigung aus. Angemeldete Nachlieferungen erscheinen als erwarteter Bestand. Mehr unter Lagerlogistik & Wareneingang.
Häufige Fragen zu Bestandsplanung
Wie berechne ich den Meldebestand?
Was ist der Unterschied zwischen Meldebestand und Sicherheitsbestand?
Übernimmt der Fulfillment-Dienstleister die Bestandsplanung?
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