Der Lagerumschlag (Lagerumschlagshäufigkeit) gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand in einem Zeitraum komplett verkauft und ersetzt wird. Formel: Wareneinsatz geteilt durch durchschnittlichen Lagerbestand. Ein Umschlag von 6 bedeutet, dass Ware im Schnitt rund 60 Tage im Lager liegt.
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Was ist der Lagerumschlag?
Der Lagerumschlag, genauer die Lagerumschlagshäufigkeit (englisch Inventory Turnover), gibt an, wie oft sich der durchschnittliche Lagerbestand innerhalb eines Zeitraums, meist eines Jahres, vollständig erneuert. Ein Umschlag von 6 heißt: Der Bestand wurde im Jahr sechsmal verkauft und wieder aufgefüllt. Die Kennzahl verbindet Einkauf, Vertrieb und Lager und zeigt, wie viel Kapital in Ware gebunden ist, die noch nicht verkauft wurde.
Nicht zu verwechseln ist der Lagerumschlag mit der Durchlaufzeit, die die Bearbeitungsdauer einzelner Vorgänge misst, oder mit der Bestandsreichweite, die vorausschauend fragt, wie viele Tage der aktuelle Bestand bei aktuellem Absatz noch reicht.
Wie der Lagerumschlag berechnet wird
Lagerumschlag = Wareneinsatz im Zeitraum / durchschnittlicher Lagerbestand
Beide Größen werden zu Einkaufspreisen bewertet, damit die Marge das Ergebnis nicht verzerrt. Der durchschnittliche Bestand ist im einfachsten Fall der Mittelwert aus Anfangs- und Endbestand; genauer ist der Mittelwert aus zwölf Monatsendbeständen. Aus dem Umschlag folgt die durchschnittliche Lagerdauer:
Lagerdauer in Tagen = 365 / Lagerumschlag
| Kennzahl | Beispiel A | Beispiel B |
|---|---|---|
| Wareneinsatz pro Jahr | 600.000 € | 600.000 € |
| Durchschnittlicher Bestand | 100.000 € | 50.000 € |
| Lagerumschlag | 6 | 12 |
| Lagerdauer | 61 Tage | 30 Tage |
Beide Händler setzen dieselbe Ware um, Händler B bindet aber nur die Hälfte des Kapitals und belegt bei gleichem Sortiment deutlich weniger Palettenstellplätze.
Typische Zielwerte für Onlinehändler in Deutschland:
- 2 bis 4: Langsamdreher, Nischenprodukte, große Sortimente mit vielen Varianten
- 4 bis 6: Fashion, Saisonware, Wohnaccessoires
- 6 bis 10: Kosmetik, Nahrungsergänzung, Elektronikzubehör
- über 10: Verbrauchsgüter mit stabiler Nachfrage und kurzen Nachschubzeiten
Wichtig ist der Umschlag nicht nur gesamt, sondern je SKU: Ein Gesamtwert von 6 kann aus wenigen Schnelldrehern mit 20 und vielen Ladenhütern mit 1 bestehen.
Einflussfaktoren
- Bestellmengen und Nachschubrhythmus: Große Containerbestellungen aus Fernost senken den Stückpreis, erhöhen aber den Bestand und drücken den Umschlag.
- Sicherheitsbestand: Je unsicherer die Lieferkette, desto mehr Puffer, desto niedriger der Umschlag.
- Sortimentsbreite: Jede zusätzliche Variante hat ihren eigenen Mindestbestand.
- Prognosequalität: Fehlplanung in beide Richtungen kostet: Überbestand senkt den Umschlag, Fehlmengen den Umsatz.
- MHD-Ware: Bei Lebensmitteln und Kosmetik begrenzt die Haltbarkeit den maximal sinnvollen Bestand.
Den Umschlag durch pauschal niedrigere Bestände zu erzwingen. Ein hoher Lagerumschlag ist nur dann gut, wenn die Lieferfähigkeit erhalten bleibt. Ausverkaufte Bestseller kosten mehr Marge als ein paar Wochen zusätzliche Lagerung.
Warum der Lagerumschlag für Onlinehändler wichtig ist
Im Fulfillment werden Lagergebühren je belegtem Stellplatz und Monat abgerechnet, in Deutschland typischerweise 8 bis 25 € je Palettenstellplatz. Ein Händler mit Umschlag 3 zahlt bei gleichem Umsatz etwa doppelt so viel Lagermiete wie einer mit Umschlag 6, und bindet doppelt so viel Kapital in Ware. Gleichzeitig steigen mit langer Lagerdauer die Risiken: Saisonware verliert an Wert, MHD-Artikel müssen abgeschrieben werden, Verpackungen altern. Der Lagerumschlag gehört deshalb in jedes Kennzahlen-Set, das im Überblick Fulfillment-Kennzahlen beschrieben ist.
So verbessern Sie den Lagerumschlag
- ABC-Analyse je SKU: A-Artikel eng nachbestellen, C-Artikel auf Mindestmengen fahren oder auslisten.
- Bestandsplanung auf Basis realer Abverkaufsdaten: rollierende Prognose statt Jahresbestellung.
- Kleinere, häufigere Nachschublieferungen: höhere Wareneingangskosten gegen Lager- und Kapitalkosten abwägen.
- Ladenhüter aktiv abverkaufen: Bundles, Aktionen, Marktplätze, statt sie Jahr um Jahr mitzuschleppen.
- Bestandsreichweite je SKU im Blick behalten: Alles über 120 Tage Reichweite ist ein Prüfkandidat.
Ein gutes WMS zeigt Ihnen die Lagerdauer je SKU direkt an. Sortieren Sie einmal im Quartal nach „Tage seit letzter Bewegung“ und entscheiden Sie bei allem über 180 Tagen bewusst: abverkaufen, auslisten oder bewusst weiter lagern.
So macht es LogYou
LogYou rechnet Lagerung nach tatsächlich belegtem Platz ab und stellt in LogShip Bestand, Bewegungshistorie und Reichweite je SKU live bereit, sodass Sie Langsamdreher früh erkennen. Mit über 35.000 SKUs im Bestand und MHD-, Chargen- und Seriennummern-Tracking eignet sich das Lager auch für haltbarkeitskritische Sortimente. Details unter Lagerlogistik & Wareneingang.
Häufige Fragen zu Lagerumschlag
Wie berechnet man den Lagerumschlag?
Welcher Lagerumschlag ist gut?
Was ist die durchschnittliche Lagerdauer?
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