ABC-Analyse im Lager: Artikel nach Umsatz und Zugriffshäufigkeit klassifizieren

ABC-Analyse für Onlinehändler: SKUs nach Umsatz oder Pick-Häufigkeit in A-, B- und C-Artikel einteilen und damit Lagerplätze, Sicherheitsbestände und Inventur steuern.

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ABC-Analyse — kurz erklärt

Die ABC-Analyse teilt Artikel nach ihrem Anteil am Umsatz, Bestandswert oder an den Lagerzugriffen in drei Klassen: A-Artikel (wenige SKUs, großer Anteil), B-Artikel (mittel) und C-Artikel (viele SKUs, kleiner Anteil). Im Lager bestimmt sie, welche Artikel nah an der Packstation liegen und enger überwacht werden.

Was ist die ABC-Analyse?

Die ABC-Analyse ist ein Verfahren, um Artikel nach ihrer Bedeutung zu ordnen. Sie beruht auf dem Pareto-Prinzip: Ein kleiner Teil der SKUs erzeugt den größten Teil des Umsatzes, des Bestandswerts oder der Lagerzugriffe. Diese wenigen Artikel sind die A-Artikel, das breite Mittelfeld die B-Artikel, der lange Schwanz mit vielen Positionen und geringem Anteil die C-Artikel.

Im Lager wird meist nach Zugriffshäufigkeit klassifiziert, also nach der Zahl der Picks je Zeitraum – man spricht von Schnell-, Mittel- und Langsamdrehern. Im Einkauf zählt der Umsatz oder Deckungsbeitrag. Beide Sichten ergänzen sich, führen aber zu unterschiedlichen Listen.

Die 80/20-Verteilung in der Praxis

KlasseAnteil an den SKUsAnteil an Zugriffen / UmsatzKonsequenz im Lager
Aca. 10–20 %ca. 70–80 %Kommissionierplatz nah an der Packstation, enge Überwachung, hoher Sicherheitsbestand
Bca. 20–30 %ca. 15–20 %mittlere Zone, Standardüberwachung
Cca. 50–70 %ca. 5–10 %hintere Zone oder Reserveplatz, seltene Zählung, Sortimentsprüfung

Die genauen Grenzen sind nicht festgelegt; üblich ist 80/15/5 auf der Wertachse. Entscheidend ist, dass die Klassen regelmäßig neu berechnet werden – ein Artikel, der nach einem Influencer-Video in jeder fünften Bestellung liegt, ist über Nacht ein A-Artikel.

Wie die ABC-Analyse durchgeführt wird

  1. Kennzahl festlegen: Picks je SKU der letzten 8 bis 12 Wochen (für Lagerplätze) oder Umsatz je SKU (für Einkauf und Sicherheitsbestand).
  2. Absteigend sortieren: die SKU mit den meisten Picks zuerst.
  3. Kumulieren: je SKU den laufenden Anteil an der Gesamtsumme bilden.
  4. Klassengrenzen setzen: A bis 80 % kumuliert, B bis 95 %, Rest C.
  5. Maßnahmen ableiten: Lagerplätze, Sicherheitsbestände, Zählhäufigkeit und Bestellrhythmen je Klasse festlegen.
  6. Wiederholen: mindestens quartalsweise, im Modehandel und vor der Peak-Saison monatlich.

Ein WMS rechnet das automatisch und schlägt Umlagerungen vor, wenn ein Artikel die Klasse wechselt.

Tipp aus der Praxis

Führen Sie die Analyse einmal nach Zugriffen und einmal nach Umsatz. Ein Kabel für 4,90 €, das in 30 % aller Bestellungen liegt, gehört an die Packstation, obwohl es kaum Umsatz bringt. Ein Gerät für 890 €, das zweimal die Woche geht, braucht Sicherheitsbestand, aber keinen Premium-Lagerplatz.

Wofür die ABC-Analyse im Fulfillment genutzt wird

  • Lagerplatzvergabe: A-Artikel liegen in Greifhöhe nah an den Packplätzen, C-Artikel weiter hinten oder nur auf Reserveplätzen. Bei der Einlagerung schlägt das WMS Plätze innerhalb der passenden Zone vor. Das verkürzt die Wege je Auftrag deutlich.
  • Bestandsplanung: A-Artikel bekommen hohe Servicegrade und einen großzügigen Sicherheitsbestand, C-Artikel werden in größeren Abständen bestellt oder auf Abverkauf gesetzt – siehe Bestandsplanung.
  • Inventur: Bei der permanenten Inventur werden A-Artikel häufiger gezählt, weil dort Differenzen am teuersten sind.
  • Sortimentsentscheidung: C-Artikel mit niedrigem Lagerumschlag belegen Plätze und verursachen Lagergebühren, ohne nennenswert zum Ergebnis beizutragen. Die Analyse macht sichtbar, welche SKUs das Sortiment verlassen sollten.

Warum die ABC-Analyse für Onlinehändler wichtig ist

Die Pick-Kosten sind im Fulfillment einer der größten Kostenblöcke, und sie hängen direkt an den Wegen. Ein Lager, in dem 15 % der SKUs mit 80 % der Zugriffe an der Packstation liegen, braucht je Auftrag weniger Zeit. Auf der Bestandsseite verhindert die Klassifizierung, dass Kapital und Fläche in Artikeln liegen, die kaum verkaufen, während die Bestseller ausgehen. Für Shops mit mehreren Hundert SKUs ist die ABC-Analyse deshalb die erste Auswertung, die sich lohnt.

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Häufiger Fehler

Die Analyse wird einmal beim Onboarding gemacht und danach nie aktualisiert. Nach einer Saison liegen die neuen Bestseller in der C-Zone und die Ladenhüter des Vorjahres blockieren die besten Plätze. Klassifizierung ist ein Rhythmus, keine einmalige Aufgabe.

So macht es LogYou

LogYou berechnet die Zugriffsklassen laufend in LogShip und nutzt sie für die Lagerplatzvergabe, den Nachschub auf die Kommissionierplätze und die Zählhäufigkeit bei der Inventur. Im Kundenportal sehen Sie je SKU Absatz und Reichweite, um Sicherheitsbestände und Sortiment selbst zu steuern. Mehr unter Lagerlogistik & Wareneingang.

Häufige Fragen zu ABC-Analyse

Wie funktioniert die ABC-Analyse im Lager?
Sie sortieren alle SKUs absteigend nach einer Kennzahl – im Lager meist nach Zugriffen (Picks) pro Zeitraum – und bilden die kumulierten Anteile. Die SKUs, die zusammen rund 80 % der Zugriffe ausmachen, sind A-Artikel, die nächsten 15 % B-Artikel, der Rest C-Artikel. A-Artikel bekommen die kürzesten Pick-Wege.
Nach Umsatz oder nach Zugriffen klassifizieren?
Für den Einkauf und die Sicherheitsbestände nach Umsatz oder Deckungsbeitrag, für die Lagerplatzvergabe nach Zugriffshäufigkeit. Ein günstiger Artikel, der in jeder dritten Bestellung liegt, ist für die Pick-Wege ein A-Artikel, für den Umsatz vielleicht nur ein C-Artikel. Viele Lager führen deshalb beide Klassifizierungen.
Was ist die XYZ-Analyse?
Die XYZ-Analyse ergänzt die ABC-Analyse um die Regelmäßigkeit der Nachfrage: X-Artikel verkaufen sich gleichmäßig, Y-Artikel schwankend oder saisonal, Z-Artikel unregelmäßig. AX-Artikel lassen sich sehr sicher planen, CZ-Artikel kaum – hier lohnt sich die Frage, ob sie überhaupt im Sortiment bleiben.

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