Einlagerung (Put-away): Vom Wareneingang auf den richtigen Lagerplatz

Einlagerung erklärt: Wie Ware nach dem Wareneingang systemgeführt auf Lagerplätze verteilt wird, welche Strategien es gibt und was das für Pick-Wege und Lagerkosten heißt.

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Einlagerung — kurz erklärt

Die Einlagerung (englisch Put-away) ist der Schritt zwischen Wareneingang und Kommissionierung: Gebuchte Ware wird vom WMS einem Lagerplatz zugewiesen, dorthin transportiert und per Scan bestätigt. Erst danach ist der Artikel für Pick-Aufträge freigegeben.

Was ist die Einlagerung?

Die Einlagerung ist der Transport gebuchter Ware vom Wareneingangsbereich auf ihren Lagerplatz und die Bestätigung dieses Vorgangs im WMS. Im Englischen heißt der Schritt Put-away. Er folgt unmittelbar auf den Wareneingang, bei dem die Ware gezählt und auf den Bestand gebucht wurde, und geht der Kommissionierung voraus, bei der sie wieder entnommen wird.

Der Unterschied zum Wareneingang ist für Onlinehändler relevant, weil er erklärt, warum eine gebuchte Menge manchmal noch nicht pickbar ist: Der Bestand existiert im System, hat aber noch keinen Ort. Erst mit dem Einlagerungs-Scan weiß das WMS, wo der Picker suchen muss.

Wie die Einlagerung in der Praxis funktioniert

  1. Lagerplatzvorschlag: Das WMS ermittelt anhand von Regeln einen Zielplatz. Kriterien sind Zugriffshäufigkeit aus der ABC-Analyse, Maße und Gewicht, Lagerbedingungen wie Klima-Lager oder Gefahrgut-Zone, sowie MHD und Charge.
  2. Transport: Paletten gehen per Stapler in den Palettenstellplatz (Reserve), Kartons oder Einzelstücke per Wagen in Fachboden- oder Durchlaufregale (Kommissionierplatz).
  3. Bestätigungs-Scan: Der Mitarbeiter scannt das Fach und den Artikel. Stimmt beides mit dem Vorschlag überein, bucht das WMS die Menge auf diesen Platz. Weicht der Platz ab (etwa weil das Fach voll ist), wird der tatsächliche Platz gescannt und übernommen.
  4. Freigabe: Die Menge wird für Pick-Aufträge freigegeben und der Bestand im Shop aktualisiert.

Bei sortenreinen Paletten dauert der Vorgang wenige Minuten je Palette. Kleinteile aus Mischkartons brauchen deutlich länger, weil jede SKU einzeln einen Platz bekommt.

Einlagerungsstrategien im Vergleich

StrategiePrinzipVorteilNachteil
Festplatzjede SKU hat einen festen Platzeinfach, Picker kennen die WegePlatz bleibt leer, wenn SKU ausverkauft ist
Chaotisch (dynamisch)nächster freier passender Platzbis zu 30 % mehr Kapazität, flexibelnur mit WMS und Scan möglich
ZonenbasiertA-Artikel vorn, C-Artikel hintenkurze Pick-WegeZonen müssen regelmäßig neu berechnet werden
FIFO/FEFO-gesteuertEinlagerung nach Datum, ältere Ware vornPflicht bei MHD-Waremehr Umlagerungen

Die meisten Fulfillment-Lager kombinieren chaotische Einlagerung mit ABC-Zonen: Das WMS sucht den nächsten freien Platz innerhalb der Zone, die zur Zugriffshäufigkeit des Artikels passt. Bei Lebensmitteln, Kosmetik oder Nahrungsergänzung kommt die FEFO-Regel dazu, damit die Charge mit dem kürzesten Haltbarkeitsdatum zuerst gepickt wird.

Tipp aus der Praxis

Melden Sie vor einer Aktion oder der Peak-Saison, welche Artikel stark laufen werden. Das Lager kann diese SKUs dann bewusst nah an die Packstationen legen, statt sie nach der Historie in die C-Zone zu räumen.

Warum die Einlagerung für Onlinehändler wichtig ist

Die Einlagerung entscheidet über zwei Kostenblöcke, die Sie später auf der Rechnung sehen. Erstens die Lagergebühren: Chaotische Einlagerung verdichtet den Bestand, sodass weniger Plätze belegt und berechnet werden. Zweitens die Pick-Kosten: Liegen Schnelldreher tief im Lager, verlängern sich die Wege bei jeder einzelnen Bestellung – bei 500 Aufträgen am Tag summiert sich das zu Stunden.

Außerdem beeinflusst sie die Fehlerquote. Ein falsch bestätigter Lagerplatz ist die häufigste Ursache für Positionen, die der Picker „nicht findet", obwohl der Bestand stimmt. Deshalb ist der Bestätigungs-Scan an Fach und Artikel Standard in jedem ernsthaften Fulfillment-Lager.

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Häufiger Fehler

Ware wird eingebucht, aber tagelang nicht eingelagert, weil die Annahmezone voll ist. Der Shop zeigt Bestand, Aufträge laufen ein, aber die Positionen sind nicht pickbar – die Folge sind Rückstände und Kundenanfragen. Fragen Sie Ihren Dienstleister nach der garantierten Zeit bis zur Pickbarkeit.

So macht es LogYou

Bei LogYou schlägt LogShip für jede gebuchte Position einen Lagerplatz nach Zugriffshäufigkeit, Maßen, Lagerbedingung und MHD vor; der Platz wird beim Einlagern per Scan bestätigt und ist sofort im Kundenportal sichtbar. Sensible Produkte gehen automatisch ins Klima-Lager. Mehr unter Lagerlogistik & Wareneingang.

Häufige Fragen zu Einlagerung

Was ist der Unterschied zwischen Wareneingang und Einlagerung?
Der Wareneingang nimmt die Ware an, zählt sie und bucht sie auf den Bestand. Die Einlagerung bringt die gebuchte Ware anschließend auf einen konkreten Lagerplatz und bestätigt das per Scan. Im WMS sind das zwei getrennte Buchungen: Erst entsteht der Bestand, dann bekommt er einen Ort.
Wie entscheidet das WMS, wohin ein Artikel eingelagert wird?
Nach hinterlegten Regeln: Zugriffshäufigkeit (A-Artikel nah an der Packstation), Maße und Gewicht (schwere Ware unten), Lagerbedingungen (Klima-Lager, Gefahrgut), MHD und Charge sowie freie Kapazität. Bei chaotischer Lagerhaltung schlägt das System den nächsten passenden freien Platz vor.
Wie lange dauert es, bis eingelagerte Ware verkaufbar ist?
Sobald der Lagerplatz gescannt und bestätigt ist – bei gut organisierten Dienstleistern noch am Tag des Wareneingangs oder am Folgetag. Manche Anbieter geben den Bestand bereits mit der Wareneingangsbuchung frei und lagern parallel ein.

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