MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum): Bedeutung, Restlaufzeit und Handling im Fulfillment

Was das MHD im Fulfillment bedeutet, wie es sich vom Verbrauchsdatum unterscheidet, welche Restlaufzeiten Kunden und Marktplätze erwarten und wie das WMS es steuert.

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MHD — kurz erklärt

Das MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) gibt an, bis wann ein Lebensmittel, Kosmetikum oder Nahrungsergänzungsmittel bei richtiger Lagerung seine spezifischen Eigenschaften behält. Im Fulfillment wird das MHD je Charge erfasst, nach FEFO kommissioniert und über eine Mindestrestlaufzeit für den Verkauf gesperrt.

Was ist das MHD?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist das Datum, bis zu dem ein Produkt bei sachgerechter Lagerung seine spezifischen Eigenschaften behält – Geschmack, Geruch, Konsistenz, Nährwert oder Wirkstoffgehalt. Es steht auf Lebensmitteln als „mindestens haltbar bis", auf Nahrungsergänzungsmitteln ebenso, auf Kosmetik als Datum oder als Symbol des geöffneten Tiegels mit Monatsangabe (Haltbarkeit nach dem Öffnen, wenn die Gesamthaltbarkeit über 30 Monate liegt).

Abzugrenzen ist das MHD vom Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis"), das bei leicht verderblichen Lebensmitteln eine harte Sicherheitsgrenze markiert. Nach Ablauf des Verbrauchsdatums darf nicht mehr verkauft werden; nach Ablauf des MHD ist ein Verkauf mit ausdrücklichem Hinweis zulässig, im Onlinehandel aber die Ausnahme. Im Lager ist das MHD immer an eine Charge gebunden: Alle Einheiten einer Produktionscharge tragen dasselbe Datum.

Wie MHD-Ware im Fulfillment gehandhabt wird

Die Kette beginnt beim Wareneingang: Jede Lieferung wird auf Charge und MHD geprüft und als eigene Bestandsposition im WMS gebucht. Ware ohne lesbares Datum oder mit bereits zu kurzer Restlaufzeit wird gesperrt und gemeldet, bevor sie ins Regal kommt. Bei der Kommissionierung greift dann das FEFO-Prinzip: Die Position mit dem kürzesten MHD verlässt das Lager zuerst.

Drei Parameter sollten pro Artikel hinterlegt sein:

  • Mindestrestlaufzeit beim Wareneingang: Unter welcher Restlaufzeit wird eine Lieferung abgelehnt oder gesondert gebucht (typisch: zwei Drittel der Gesamtlaufzeit).
  • Sperrgrenze für den Verkauf: Ab welcher Restlaufzeit geht Ware nicht mehr an Endkunden (typisch: 30 bis 90 Tage, je nach Produkt und Kanal).
  • Lagerbedingungen: Temperatur- und Feuchtebereich, unter dem das MHD überhaupt gilt – für Schokolade, Naturkosmetik oder Probiotika ist das ein Klima-Lager.
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Häufiger Fehler

Das MHD wird im Shop-System als Artikelfeld gepflegt und mit jeder Nachlieferung überschrieben. Damit kennt niemand mehr das Datum der älteren Charge im Regal. Das MHD gehört an die Bestandsposition im Lager, nicht an den Artikelstamm.

Warum das MHD für Onlinehändler wichtig ist

Anders als im Ladengeschäft sieht der Kunde das Datum erst beim Auspacken. Eine kurze Restlaufzeit führt zu Retouren, schlechten Bewertungen und – bei Abo-Modellen – zu Kündigungen. Gleichzeitig erzeugt abgelaufene Ware direkte Kosten: Einkaufspreis, Wareneingang, monatliche Lagergebühren und am Ende Entsorgungskosten. In Sortimenten mit 12 bis 18 Monaten Gesamtlaufzeit bleiben nach Produktion, Transport und Bevorratung oft nur wenige Monate Verkaufsfenster.

Marktplätze verschärfen das: Amazon behandelt MHD-Ware in FBA als eigene Kategorie mit Anforderungen an Kennzeichnung und Restlaufzeit; wer über FBA Prep anliefert, muss das Datum lesbar auf der Verkaufseinheit haben. Für die Rückverfolgbarkeit bei Reklamationen und Rückrufen ist das MHD zusammen mit der Chargennummer der zentrale Schlüssel.

MHD, Verbrauchsdatum und Kosmetik-Symbol im Vergleich

KennzeichnungProdukteNach AblaufLagerlogik
MHD („mindestens haltbar bis")Lebensmittel, Nahrungsergänzung, TierfutterVerkauf mit Hinweis zulässig, unüblichFEFO, Sperrgrenze
Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis")Frischfleisch, Fisch, FeinkostVerkaufsverbotFEFO, kurze Sperrgrenze, meist Kühlkette
Tiegel-Symbol (Monate nach Öffnen)Kosmetik ab 30 Monaten Haltbarkeit– (gilt ab Öffnung)FIFO nach Charge, Klima-Lager
Tipp aus der Praxis

Vereinbaren Sie mit Ihrem Hersteller eine Mindestrestlaufzeit bei Lieferung und lassen Sie den Dienstleister genau diese Grenze im Wareneingang prüfen. Eine Charge, die schon bei Anlieferung nur noch 40 % Restlaufzeit hat, ist der häufigste Grund für spätere Abschreibungen – und das Problem entsteht beim Lieferanten, nicht im Lager.

So handhabt LogYou das MHD

LogYou erfasst MHD und Charge je Wareneingangsposition in LogShip, kommissioniert MHD-Ware nach FEFO und sperrt Bestand automatisch bei Unterschreiten der pro Artikel hinterlegten Restlaufzeit. Restlaufzeiten und gesperrte Positionen sind im Kundenportal live sichtbar. Temperatursensible Ware liegt im Klima-Lager. Details unter MHD-, Chargen- & Seriennummern-Tracking und im Artikel MHD, Chargen und Seriennummern im Fulfillment.

Häufige Fragen zu MHD

Was ist der Unterschied zwischen MHD und Verbrauchsdatum?
Das MHD ist eine Qualitätsgarantie des Herstellers: Bis zu diesem Datum bleiben Geschmack, Konsistenz und Wirkung erhalten, danach ist das Produkt oft noch verwendbar. Das Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis") gilt für leicht verderbliche Ware wie Frischfleisch und ist eine Sicherheitsgrenze, nach der nicht mehr verkauft werden darf.
Welche Restlaufzeit erwarten Kunden beim Online-Kauf?
Eine gesetzliche Vorgabe gibt es nicht, im deutschen Onlinehandel gelten aber ein Drittel bis die Hälfte der Gesamtlaufzeit als Untergrenze. Marktplätze und B2B-Abnehmer setzen eigene Grenzen; Amazon verlangt für MHD-Ware bei Anlieferung in FBA typischerweise mindestens 90 Tage Restlaufzeit.
Wie wird das MHD im Fulfillment-Lager erfasst?
Beim Wareneingang wird das MHD je Lieferung und Charge erfasst und als eigene Bestandsposition im WMS gebucht. Bei der Kommissionierung reserviert das System die Position mit dem kürzesten MHD zuerst (FEFO) und sperrt Bestand automatisch, sobald die hinterlegte Mindestrestlaufzeit unterschritten ist.
Darf Ware mit abgelaufenem MHD noch verkauft werden?
Rechtlich ja, wenn die Ware einwandfrei ist und der Verkäufer ausdrücklich auf das abgelaufene MHD hinweist – der Verkäufer trägt dann die Verantwortung. Im regulären Onlinehandel ist das praktisch nicht üblich; abgelaufene Ware wird gesperrt und entsorgt oder an Sonderposten-Händler abgegeben. Ware mit abgelaufenem Verbrauchsdatum darf nicht verkauft werden.

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