JTL-Wawi ist eine kostenlose, lokal oder gehostet betriebene Warenwirtschaft für Onlinehändler, die Shops und Marktplätze zentral verwaltet. Ein Fulfillment-Dienstleister wird als externes Lager angebunden: freigegebene Aufträge gehen ins Lager, Bestände, Wareneingänge und Sendungsnummern zurück in die Wawi.
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Was ist JTL-Wawi?
JTL-Wawi ist eine Warenwirtschaft des Softwareherstellers JTL aus Nordrhein-Westfalen, die seit 2008 als kostenlose Basisversion angeboten wird. Sie läuft unter Windows auf einer SQL-Server-Datenbank, entweder auf einem eigenen Server oder gehostet. Um die Wawi herum existiert ein Ökosystem aus JTL-Shop, Marktplatz-Anbindungen für Amazon und eBay, Konnektoren zu Shopify, Shopware und WooCommerce, einem eigenen Lagermodul und dem JTL-Fulfillment-Netzwerk (FFN).
Funktional ist JTL-Wawi ein ERP-System für den Handel: Artikelstamm mit Varianten und Stücklisten, Kunden, Aufträge, Lieferantenbestellungen, Rechnungen, mehrere Lager und Mahnwesen. Im deutschsprachigen Multichannel-Handel ist es das am weitesten verbreitete System dieser Klasse.
Typische Händler und Größenordnungen
- Multichannel-Händler mit Shop plus Amazon und eBay, 20 bis 2.000 Bestellungen am Tag, die ein zentrales System für alle Kanäle brauchen – siehe Multichannel-Fulfillment.
- Händler mit Eigenlager, die auf einen Dienstleister umstellen und die Wawi als führendes System behalten wollen.
- Sortimentsstarke Händler mit vielen Varianten und Stücklisten, für die die Artikelstruktur der Wawi ein Grund für die Systemwahl war.
Wie die Fulfillment-Integration funktioniert
Das zentrale Konzept ist das externe Warenlager: Das Lager des Dienstleisters wird in der Wawi als eigenes Lager angelegt, dessen Bestand nicht von Hand, sondern über die Anbindung gepflegt wird.
- Artikel- und SKU-Sync: Artikelstamm mit Artikelnummer, EAN, Maßen und Gewicht geht an das WMS des Dienstleisters; Varianten-Kinder sind eigene Artikel mit eigener SKU.
- Auftragsimport: Aufträge werden übergeben, sobald sie in der Wawi bezahlt und freigegeben sind. Die Wawi erzeugt dafür einen Lieferschein oder einen Fulfillment-Auftrag für das externe Lager.
- Wareneingang: Lieferantenbestellungen aus der Wawi dienen als Lieferavis; der Dienstleister bucht die gezählte Menge, die Wawi übernimmt sie ins externe Lager.
- Bestandsabgleich: Bestandskorrekturen aus dem Lager (Bruch, Inventur, Retoure) werden auf das externe Lager gebucht; die Wawi verteilt die verfügbare Menge auf Shop und Marktplätze.
- Versandbestätigung: Beim Versand-Scan meldet das Lager Carrier und Sendungsnummer; die Wawi setzt den Auftrag auf versandt und gibt die Sendungsnummer an den jeweiligen Kanal weiter, der den Kunden informiert.
Der Weg über das JTL-Fulfillment-Netzwerk standardisiert diese Schritte, lässt aber weniger Spielraum bei Sonderprozessen. Eine direkte Anbindung des Dienstleisters an die Wawi ist flexibler, setzt aber voraus, dass der Dienstleister sie selbst pflegt.
Klären Sie vor dem Go-Live, wer Wareneingänge bucht: Bucht die Wawi nach Lieferantenbestellung automatisch ein und das Lager meldet die gezählte Menge, ist der Bestand doppelt. Genau eine Seite darf buchen, im Regelfall das Lager mit Rückmeldung an die Wawi.
Was Sie vor dem Wechsel prüfen sollten
| Prüfpunkt | Warum es wichtig ist |
|---|---|
| Wawi-Version und Hosting | Aktuelle Version und erreichbarer Server (eigener Server, JTL-Hosting, Cloud) sind Voraussetzung für die Anbindung |
| Lagerstruktur | Welche Lager bleiben (Eigenlager, FBA, Dienstleister) und wie wird der Bestand auf Kanäle verteilt? |
| Stücklisten | Werden Sets in der Wawi als Stückliste aufgelöst oder als eigener Artikel geführt (Bundle)? |
| Auftragsfreigabe | Welche Regel setzt den Auftrag auf freigegeben – Zahlungseingang, Prüfung, Zeitfenster? |
| Marktplatz-Aufträge | Amazon- und eBay-Aufträge müssen mit Versandart und Kanalkennung ins Lager kommen |
| Retourenprozess | Retoure in der Wawi anlegen oder vom Lager melden lassen? |
Der Artikelstamm enthält Varianten-Väter ohne eigenen Bestand, die trotzdem ans Lager übertragen werden. Das WMS legt dann Artikel an, die nie gepickt werden, und beim Bestandsabgleich entstehen Differenzen. Nur bestandsführende Artikel synchronisieren.
So macht es LogYou
LogYou betreibt eine eigene native Anbindung an JTL-Wawi in der Plattform LogShip, unabhängig vom JTL-Fulfillment-Netzwerk: Auftragsimport ab Freigabe, Artikel-Sync, Wareneingangs- und Bestandsrückmeldung ins externe Lager, Versandbestätigung mit Sendungsnummer. Die Einrichtung ist auf der Seite JTL-Integration beschrieben, der Leistungsumfang unter E-Commerce Fulfillment.
Häufige Fragen zu JTL-Wawi
Wie wird ein Fulfillment-Dienstleister an JTL-Wawi angebunden?
Für welche Händler eignet sich JTL-Wawi?
Bleibt JTL-Wawi bei Fulfillment das führende System?
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