Xentral im Fulfillment-Check: Cloud-ERP für D2C-Marken, Belegfluss und Lageranbindung

Xentral ist das Cloud-ERP wachsender D2C-Marken. Wie ein Fulfillment-Lager per API angebunden wird und wie Auftrag, Lieferschein und Wareneingang dabei zusammenspielen.

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Xentral — kurz erklärt

Xentral ist ein Cloud-ERP aus Augsburg, das Auftragsabwicklung, Einkauf, Lager, Rechnungen und Stücklisten für E-Commerce-Marken bündelt. Ein Fulfillment-Dienstleister wird per API als externes Lager angebunden: freigegebene Aufträge fließen ins Lager, Wareneingänge, Bestände und Versandbestätigungen zurück.

Was ist Xentral?

Xentral ist ein ERP-System aus Augsburg, das seit 2018 als Cloud-Software angeboten wird und sich auf wachsende E-Commerce-Marken konzentriert. Kern ist eine durchgehende Belegkette: Aus dem Auftrag entstehen Lieferschein, Rechnung und Buchungssatz; aus der Lieferantenbestellung der Wareneingang. Dazu kommen Einkauf mit Bedarfsplanung, Stücklisten und Produktion, mehrere Lager, Chargen- und MHD-Verwaltung sowie Anbindungen an Shops, Marktplätze und Buchhaltung.

Im Unterschied zu JTL-Wawi läuft Xentral vollständig in der Cloud, und anders als PlentyONE ist es weniger auf Marktplatz-Breite als auf den Betrieb einer eigenen Marke mit Einkauf und Produktion ausgelegt. Die Shopanbindung erfolgt meist an Shopify oder Shopware.

Typische Händler und Größenordnungen

  • D2C-Marken mit eigenem Produkt, 30 bis 3.000 Bestellungen am Tag, die Rohstoffe einkaufen, Sets konfektionieren und Chargen dokumentieren müssen.
  • Food-, Kosmetik- und Supplement-Marken, für die MHD- und Chargenpflicht bis auf Auftragsebene gilt.
  • Marken mit B2B-Anteil, die Handelskunden mit Rechnungskauf, Preislisten und Sammelrechnungen aus demselben System bedienen.

Wie die Fulfillment-Integration funktioniert

Xentral kennt das Fulfillment-Lager als eigenes Lager mit eigenem Bestand. Die Anbindung folgt der Belegkette:

  1. API-Schlüssel anlegen: In den Einstellungen wird ein API-Zugang mit Rechten auf Aufträge, Artikel, Lager und Lieferscheine erzeugt und beim Dienstleister hinterlegt.
  2. Artikel-Sync: Artikelstamm mit Nummer, EAN, Maßen, Gewicht und Kennzeichen wie MHD-Pflicht oder Gefahrgut geht ans WMS.
  3. Auftragsimport: Aufträge werden übergeben, sobald sie in Xentral freigegeben sind (Zahlung, Adress- und Bestandsprüfung). Xentral erzeugt den Lieferschein, der Dienstleister erhält Positionen, Versandart und gegebenenfalls Chargenvorgaben.
  4. Wareneingang: Lieferantenbestellungen aus Xentral dienen als Lieferavis; das Lager meldet gezählte Mengen und Chargen, Xentral bucht den Wareneingang auf das Fulfillment-Lager.
  5. Bestandskorrekturen: Bruch, Inventurdifferenzen und Retouren werden vom Lager auf das Xentral-Lager gebucht; Xentral verteilt den verfügbaren Bestand an Shop und Kanäle.
  6. Versandbestätigung: Beim Versand-Scan meldet das Lager Carrier, Sendungsnummer und verwendete Charge; Xentral schließt den Lieferschein ab, gibt die Sendungsnummer an den Shop und stößt die Rechnung an.
Tipp aus der Praxis

Wenn Ihre Artikel MHD- oder chargenpflichtig sind, klären Sie vor dem Go-Live, ob die Charge im Auftrag vorgegeben (Xentral wählt) oder zurückgemeldet (Lager wählt nach FEFO) wird. In der Praxis ist die Rückmeldung aus dem Lager robuster, weil nur dort bekannt ist, welche Charge physisch vorne im Fach liegt.

Was Sie vor dem Wechsel prüfen sollten

PrüfpunktWarum es wichtig ist
BelegflussWer erzeugt Lieferschein und Rechnung, und welcher Schritt schließt den Auftrag?
LagerstrukturEigenlager, Produktionslager und Fulfillment-Lager sauber trennen; nur das Fulfillment-Lager wird vom Dienstleister gebucht
StücklistenWerden Sets im Lager konfektioniert oder in Xentral als Stückliste bei Auftrag aufgelöst (Konfektionierung)?
Chargen und MHDPflichtfelder, Mindestrestlaufzeit für Versand, Sperrlogik bei Ablauf
FreigaberegelnAutomatische Freigabe je Zahlungsart oder manuelle Prüfung, die die Cut-Off-Zeit gefährdet
Shop-DoppelanbindungDer Shop ist an Xentral angebunden, nicht zusätzlich ans Lager; sonst laufen Bestände doppelt
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Häufiger Fehler

Aufträge bleiben in Xentral in der manuellen Prüfung hängen, weil eine Adress- oder Bestandsprüfung anschlägt, und erreichen das Lager erst nach der Cut-Off-Zeit. Prüfregeln so setzen, dass Standardfälle automatisch freigegeben werden und nur Ausnahmen warten.

So macht es LogYou

LogYou bindet Xentral nativ per API an die eigene Plattform LogShip an: Auftragsimport ab Freigabe, Artikel-Sync, Wareneingangsbuchung auf das Xentral-Lager, Bestandskorrekturen und Versandbestätigung mit Sendungsnummer und Charge. MHD- und Chargenverfolgung sind im Lager Standard, siehe MHD- & Chargen-Tracking. Die Einrichtung beschreibt die Seite Xentral-Integration, den Leistungsumfang E-Commerce Fulfillment.

Häufige Fragen zu Xentral

Wie wird ein Fulfillment-Lager an Xentral angebunden?
Über die Xentral-API mit einem eigenen API-Schlüssel. Das Lager des Dienstleisters wird als Lager in Xentral angelegt, freigegebene Aufträge werden übergeben, der Dienstleister bucht Wareneingänge und Bestandskorrekturen auf dieses Lager und meldet beim Versand Carrier und Sendungsnummer zurück, was den Lieferschein abschließt.
Für welche Händler eignet sich Xentral?
Für D2C-Marken mit eigenem Produkt, die aus dem reinen Shopsystem herauswachsen und Einkauf, Stücklisten, Chargen und Buchhaltung in einem System brauchen, typischerweise mit 30 bis 3.000 Bestellungen am Tag. Häufig in Food, Kosmetik, Nahrungsergänzung und Getränken.
Bucht Xentral oder das Lager den Wareneingang?
Das sollte das Lager tun, weil nur dort gezählt wird. Xentral führt die Lieferantenbestellung als Soll, der Dienstleister meldet die tatsächlich eingegangene Menge, Xentral bucht die Differenz. Buchen beide, ist der Bestand doppelt.

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