Zollanmeldung: Import und Export von Waren aus Drittländern im E-Commerce erklärt

Zollanmeldung beim Import aus Drittländern und Versand nach UK oder Schweiz: EORI, Zolltarifnummer, Einfuhrumsatzsteuer, Incoterms DAP/DDP und Folgen für die Logistik.

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Zollanmeldung — kurz erklärt

Die Zollanmeldung ist die elektronische Erklärung gegenüber dem Zoll, mit der Waren beim Import aus einem Drittland in die EU oder beim Export aus der EU angemeldet werden. Sie enthält Warentarifnummer, Zollwert, Ursprung und die EORI-Nummer des Anmelders und ist die Grundlage für Zoll und Einfuhrumsatzsteuer.

Was ist eine Zollanmeldung?

Mit der Zollanmeldung erklärt ein Unternehmen dem Zoll, welche Ware in welchem Wert und mit welchem Ursprung die Grenze der EU-Zollunion überschreitet. Innerhalb der EU entfällt sie vollständig – der EU-Versand ist zollfrei. Fällig wird sie beim Verkehr mit Drittländern: bei der Beschaffung aus China oder den USA ebenso wie beim Versand nach Großbritannien (seit 2021) oder in die Schweiz.

Unterschieden werden Einfuhranmeldung (Import in die EU) und Ausfuhranmeldung (Export). In Deutschland läuft beides elektronisch über das Zollsystem ATLAS, in der Praxis meist über einen Spediteur, Zollagenten oder den Carrier als Vertreter. Beim Export ist ab 1.000 € Warenwert eine elektronische Ausfuhranmeldung Pflicht; darunter genügen Handelsrechnung und Zollinhaltserklärung (CN22/CN23) am Paket.

Was in eine Zollanmeldung gehört

  • EORI-Nummer: die Zoll-Identifikationsnummer des Unternehmens, kostenlos beim Zoll beantragt, Pflicht für jeden gewerblichen Import und Export.
  • Warentarifnummer: der HS-Code, weltweit sechsstellig, für die Ausfuhr acht- und für die Einfuhr in Deutschland elfstellig. Er bestimmt den Zollsatz – ein falscher Code führt zu Nachforderungen.
  • Zollwert: Warenwert plus Fracht und Versicherung bis zur EU-Grenze.
  • Ursprungsland und Präferenznachweis: Ware mit präferenziellem Ursprung (etwa UK-Ware nach dem Handelsabkommen) ist oft zollfrei – aber nur mit Nachweis.
  • Unterlagen: Handelsrechnung, Packliste, bei Bedarf Lieferantenerklärungen; bei B2C-Sendungen bis 150 € die IOSS-Nummer.

Auf den Zollwert werden der Zollsatz (je nach Ware 0 bis rund 17 %, Textilien typischerweise 12 %, viele Elektronikartikel 0 %) und darauf die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % bzw. 7 % erhoben. Die Einfuhrumsatzsteuer ist für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen ein durchlaufender Posten.

Incoterms: DAP oder DDP beim Versand ins Drittland

DAP (Delivered at Place)DDP (Delivered Duty Paid)
Zoll und Einfuhrsteuer zahltEmpfänger bei ZustellungVerkäufer, im Preis kalkuliert
Abfertigungsgebühr CarrierEmpfänger (typisch 6–20 €)Verkäufer
KundenerlebnisNachforderung an der Tür, häufig AnnahmeverweigerungEndpreis ist Endpreis
Aufwand für den Händlergeringsteuerliche Registrierung im Zielland oft nötig

Großbritannien: Bei B2C-Sendungen bis 135 £ Warenwert wird die britische Umsatzsteuer bereits beim Verkauf fällig und erfordert eine UK-Registrierung des Händlers; darüber werden Zoll und Import-VAT bei der Einfuhr erhoben. Schweiz: Industriezölle wurden 2024 abgeschafft, es bleibt die Mehrwertsteuer von 8,1 %; ab einem bestimmten Umsatz mit Kleinsendungen wird eine Schweizer Registrierung Pflicht.

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Häufiger Fehler beim Import

Fehlende EORI-Nummer, unvollständige Handelsrechnung oder eine geschätzte Tarifnummer: Der Container steht am Hafen, es fallen Standgelder an und die Ware kommt Tage später im Lager an. Klären Sie Tarifnummern je SKU vor der ersten Bestellung beim Hersteller.

Warum die Zollanmeldung für Onlinehändler wichtig ist

Zollabwicklung ist ein Kostenblock, der sich nach Bündelung richtet: Ein Sammelimport per Palette oder Container braucht eine einzige Anmeldung, die beim Spediteur typischerweise 50 bis 150 € kostet. Einzelne Pakete aus dem Drittland werden je Sendung abgefertigt, oft mit 10 bis 30 € Gebühr und ein bis drei Tagen Verzögerung. Genau dieser Unterschied macht das Modell „einmal importieren, aus der EU versenden" im Cross-Border-Fulfillment attraktiv. Beim Export ins Drittland gehören die Zollangaben (Warenbeschreibung, Tarifnummer, Wert, Ursprung) in Ihre Artikelstammdaten, damit Carrier-Labels und Zollpapiere automatisch entstehen.

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Hinweis

Dieser Artikel erklärt Grundlagen aus Sicht der Logistik und ersetzt keine Zoll- oder Steuerberatung. Für Tarifierung, Präferenzen und Registrierungen im Zielland wenden Sie sich an einen Zollagenten oder Steuerberater.

So macht es LogYou

Ihr Spediteur oder Zollagent fertigt den Import ab; LogYou nimmt die verzollte Ware am Wareneingang in Butzbach an, zählt und bucht sie ein. Von dort geht der Versand in die EU zollfrei, Sendungen nach UK oder in die Schweiz laufen über die Multi-Carrier-Anbindung mit DHL, UPS, DPD und GLS. Mehr unter Lagerlogistik & Wareneingang und Versand & Same-Day.

Häufige Fragen zu Zollanmeldung

Was ist eine EORI-Nummer und wer braucht sie?
EORI steht für Economic Operators Registration and Identification. Es ist die EU-weit gültige Zollnummer, die jedes Unternehmen braucht, das gewerblich Waren aus Drittländern importiert oder dorthin exportiert. In Deutschland wird sie kostenlos bei der Generalzolldirektion beantragt und gehört in jede Zollanmeldung.
Was ist der Unterschied zwischen DAP und DDP?
Bei DAP (Delivered at Place) liefert der Verkäufer bis zur Adresse, aber Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und die Abfertigungsgebühr des Carriers zahlt der Empfänger bei Zustellung. Bei DDP (Delivered Duty Paid) trägt der Verkäufer alle Abgaben und kalkuliert sie in den Preis ein. Für Verbraucher ist DDP die deutlich bessere Erfahrung.
Brauche ich für den Versand nach Österreich oder Frankreich eine Zollanmeldung?
Nein. Innerhalb der EU-Zollunion gibt es keine Zollformalitäten, nur umsatzsteuerliche Regeln wie den OSS. Eine Zollanmeldung wird erst bei Drittländern fällig, etwa Großbritannien, Schweiz, Norwegen oder USA, sowie bei einigen Sondergebieten wie den Kanarischen Inseln.

Fragen zu Zollanmeldung in Ihrem Shop?

Wir verschicken seit 2014 täglich Pakete für E-Commerce-Marken. Sagen Sie uns Pakete pro Tag und Shop-System — wir antworten mit einer konkreten Einschätzung.

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