Der Import-One-Stop-Shop (IOSS) ist das EU-Verfahren für B2C-Verkäufe von Waren, die aus einem Drittland direkt an EU-Verbraucher versendet werden und deren Sachwert je Sendung 150 € nicht übersteigt. Der Händler kassiert die Umsatzsteuer des Ziellandes beim Kauf, meldet sie monatlich zentral und die Sendung wird bei der Einfuhr ohne weitere Abgaben freigegeben.
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Was ist der IOSS?
Der Import-One-Stop-Shop wurde am 1. Juli 2021 zusammen mit dem OSS eingeführt. Gleichzeitig fiel die frühere Freigrenze von 22 €, bis zu der Importsendungen von der Einfuhrumsatzsteuer befreit waren. Seitdem ist jede Sendung aus einem Drittland in die EU steuerpflichtig – und der IOSS ist das Verfahren, das diese Steuer für Kleinsendungen praktikabel macht.
Der IOSS gilt, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: Die Ware wird aus einem Drittland (China, USA, UK, Schweiz) versendet, geht an einen Verbraucher in der EU und der Sachwert der Sendung liegt bei maximal 150 €. Verbrauchsteuerpflichtige Waren wie Alkohol und Tabak sind ausgeschlossen. Typischer Anwendungsfall ist das Dropshipping direkt vom Hersteller.
Lagert die Ware dagegen bereits in der EU, ist der IOSS nicht anwendbar – dann gelten OSS bzw. die nationale Umsatzsteuer.
Wie der IOSS in der Praxis funktioniert
- Registrierung: EU-Unternehmen melden sich direkt an, in Deutschland beim Bundeszentralamt für Steuern. Unternehmen ohne EU-Sitz benötigen einen in der EU ansässigen Vermittler, der mithaftet.
- Checkout: Beim Verkauf wird die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes ausgewiesen und kassiert – der Kunde sieht den Endpreis, keine Nachforderung.
- Sendungsdaten: Die IOSS-Nummer wird elektronisch mit den Zolldaten an den Carrier übermittelt. Dieser gibt eine vereinfachte Zollanmeldung ab, die Sendung wird ohne Einfuhrumsatzsteuer freigegeben.
- Monatliche Meldung bis zum Ende des Folgemonats über das IOSS-Portal, Zahlung in einer Summe.
- Aufzeichnungen zehn Jahre aufbewahren.
Die IOSS-Nummer gehört ausschließlich in den elektronischen Datensatz zum Carrier – niemals aufgedruckt auf das Paket oder die Rechnung. Aufgedruckte Nummern werden von Dritten missbraucht, und die darüber angemeldeten Umsätze landen dann in Ihrer Meldung.
Marktplätze als fiktiver Lieferer
Verkaufen Sie Importware bis 150 € über einen Online-Marktplatz, gilt der Marktplatz umsatzsteuerlich als Lieferer: Er kassiert und meldet die Umsatzsteuer über seine eigene IOSS-Nummer, die Sie an Ihren Carrier weitergeben. Das entlastet den Händler, verlagert aber die Kontrolle über den Steuerausweis an die Plattform.
Mit oder ohne IOSS: der Unterschied für den Kunden
| Mit IOSS | Ohne IOSS | |
|---|---|---|
| Umsatzsteuer | im Kaufpreis enthalten | bei Zustellung vom Carrier kassiert |
| Zusätzliche Gebühren | keine | Servicepauschale 6–15 € je Sendung |
| Zollabfertigung | vereinfacht, meist ohne Stopp | Standardverfahren, 1–3 Tage länger |
| Annahmeverweigerung | selten | häufig, Retoure auf Kosten des Händlers |
Warum der IOSS für Onlinehändler wichtig ist
Für Händler, die aus dem Drittland direkt an EU-Kunden liefern, entscheidet der IOSS über Kundenzufriedenheit und Retourenkosten. Er löst aber nur die Umsatzsteuer: Laufzeiten von ein bis drei Wochen, fehlende Sendungsverfolgung auf der letzten Meile und teure Rücksendungen bleiben. Die EU hat zudem beschlossen, die Zollbefreiung für Sendungen bis 150 € im Rahmen der Zollreform abzuschaffen – dann kommen zu den Steuern Zollabgaben hinzu.
Deshalb wechseln viele Marken ab einem relevanten EU-Volumen auf ein Lager innerhalb der EU: Die Ware wird einmal als Sammelimport verzollt, danach ist jede Bestellung ein innergemeinschaftlicher Fernverkauf über den OSS – ohne Zollstopp je Paket und mit Laufzeiten von zwei bis fünf Werktagen. Wie das Modell aufgebaut ist, beschreibt der Begriff Cross-Border-Fulfillment.
Dieser Artikel ist ein allgemeiner Überblick aus Logistiksicht und ersetzt keine Steuer- oder Zollberatung. Ob IOSS, OSS oder ein EU-Lager für Sie sinnvoll ist, klären Sie mit Ihrem Steuerberater.
So macht es LogYou
LogYou nimmt Importware am Wareneingang in Butzbach an, nachdem Ihr Spediteur oder Zollagent den Sammelimport abgefertigt hat. Ab diesem Punkt versenden Sie aus Deutschland in die gesamte EU ohne IOSS und ohne Zoll je Sendung – mit Bestand und Sendungsstatus live in LogShip. Mehr unter E-Commerce Fulfillment.
Häufige Fragen zu IOSS
Was passiert, wenn ich ohne IOSS aus einem Drittland an EU-Kunden versende?
Gilt der IOSS auch für Sendungen über 150 €?
Brauche ich als Händler außerhalb der EU einen Vermittler für den IOSS?
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