ERP-System: Was Enterprise Resource Planning im E-Commerce und Fulfillment leistet

Ein ERP-System führt Artikelstamm, Aufträge, Einkauf und Buchhaltung. Wie es im Fulfillment mit Shop und WMS zusammenspielt und wann Onlinehändler eines brauchen.

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ERP-System — kurz erklärt

Ein ERP-System (Enterprise Resource Planning) ist die zentrale Unternehmenssoftware, die Artikelstamm, Aufträge, Einkauf, Bestände und Rechnungen in einer Datenbank führt. Im Fulfillment ist es das führende System des Händlers, das Aufträge an das Lager übergibt und Bestände sowie Sendungsdaten zurückerhält.

Was ist ein ERP-System?

ERP steht für Enterprise Resource Planning, auf Deutsch Unternehmensressourcenplanung. Der Begriff stammt aus den 1990er-Jahren und entwickelte sich aus der Materialbedarfsplanung (MRP) der Industrie. Gemeint ist eine Software, die alle kaufmännischen Kerndaten eines Unternehmens in einer Datenbank führt: Artikelstamm, Kunden, Aufträge, Einkauf, Bestände, Rechnungen und Buchhaltung.

Im E-Commerce ist die Abgrenzung zur Warenwirtschaft fließend. Systeme wie JTL-Wawi, Xentral oder PlentyONE nennen sich Warenwirtschaft oder ERP, decken aber in der Praxis dieselbe Aufgabe ab: Sie sind das führende System des Händlers, in dem alle Verkaufskanäle zusammenlaufen. Davon zu unterscheiden ist das WMS, das die physischen Abläufe im Lager steuert, und das Shopsystem, das nur den Verkauf abbildet.

Wie ein ERP im Fulfillment funktioniert

Nutzt ein Händler einen Fulfillment-Dienstleister, übernimmt das ERP die Rolle der Datendrehscheibe. Der typische Ablauf:

  1. Auftragskonsolidierung: Bestellungen aus Shop, Amazon, eBay und B2B-Kanälen laufen im ERP ein und werden geprüft (Zahlung, Adresse, Verfügbarkeit).
  2. Übergabe ans Lager: Freigegebene Aufträge gehen per Schnittstelle an das WMS des Dienstleisters, meist innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten.
  3. Rückmeldung: Das WMS meldet Versandbestätigung, Sendungsnummer und Bestandsbewegungen zurück. Das ERP verteilt die Sendungsnummer an den Verkaufskanal und den Kunden.
  4. Einkauf und Wareneingang: Lieferantenbestellungen werden im ERP angelegt, der Dienstleister bucht den Wareneingang, das ERP übernimmt die Mengen.
  5. Abrechnung: Rechnungen, Gutschriften und Retouren-Erstattungen entstehen im ERP, nicht im Lager.

Entscheidend ist die Frage, welches System bestandsführend ist. In der Regel liefert das WMS den physischen Bestand, das ERP verteilt daraus die verfügbare Menge auf die Kanäle.

Warum ein ERP für Onlinehändler wichtig ist

Ohne zentrales System muss jeder Kanal einzeln mit dem Lager verbunden werden. Bei zwei Kanälen ist das machbar, bei fünf entsteht ein Geflecht aus Einzelschnittstellen, in dem Bestände auseinanderlaufen und Überverkäufe entstehen. Ein ERP bündelt das: eine Anbindung zum Lager, ein Artikelstamm, eine Bestandsführung.

Typische Auslöser für die Einführung im deutschen E-Commerce sind das Überschreiten von etwa 30 bis 50 Bestellungen pro Tag, der zweite Verkaufskanal, der erste Steuerberater, der saubere Rechnungsnummernkreise verlangt, oder der Wechsel zu einem Fulfillment-Dienstleister.

SituationShop reichtERP / Warenwirtschaft sinnvoll
Verkaufskanäle1ab 2
Bestellungen pro Tagunter 30ab 30–50
Lieferantenbestellungenmanuell per Mailregelmäßig, mehrere Lieferanten
Rechnungenaus dem ShopBuchhaltungsexport, Mahnwesen
Fulfillmentdirekte Shop-AnbindungERP als Hub zum Lager
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Häufiger Fehler

Zwei führende Systeme: Der Shop pflegt Artikel, das ERP pflegt Artikel, das Lager bekommt beides. Legen Sie vor der Anbindung fest, welches System die Stammdaten führt, welches den Bestand verteilt und welches Rechnungen schreibt. Alles andere synchronisiert sich nur in eine Richtung.

Was Sie vor der Fulfillment-Anbindung prüfen sollten

  • Ist das ERP nativ anbindbar oder braucht es eine Middleware?
  • Welcher Auftragsstatus löst die Übergabe ans Lager aus (bezahlt, freigegeben, geprüft)?
  • Wie werden Bestandskorrekturen aus dem Lager (Bruch, Inventur, Retoure) ins ERP zurückgebucht?
  • Läuft der Lieferavis für Wareneingänge aus dem ERP ans Lager?

So macht es LogYou

LogYou bindet die gängigen ERP- und Warenwirtschaftssysteme nativ an die eigene Plattform LogShip an, darunter JTL-Wawi, Xentral, PlentyONE und Lexware. Ihr ERP bleibt das führende System; LogShip übernimmt Aufträge, meldet Bestände, Wareneingänge und Sendungsnummern zurück. Details zur Anbindung finden Sie unter E-Commerce Fulfillment und auf den Integrationsseiten zu JTL, Xentral und PlentyONE.

Häufige Fragen zu ERP-System

Was ist der Unterschied zwischen ERP und Warenwirtschaft?
Eine Warenwirtschaft (WaWi) deckt den Warenfluss ab: Artikel, Bestellungen, Bestände, Lieferanten, Rechnungen. Ein ERP-System umfasst zusätzlich Finanzbuchhaltung, Controlling, Personal oder Produktion. Im E-Commerce werden beide Begriffe oft synonym verwendet, weil moderne Warenwirtschaften wie JTL-Wawi oder Xentral fast alle Funktionen eines kleinen ERP mitbringen.
Brauche ich als Onlinehändler ein ERP-System?
Mit einem Shop und wenigen Bestellungen am Tag nicht. Sobald mehrere Verkaufskanäle, Lieferantenbestellungen, Rechnungsläufe oder ein Fulfillment-Dienstleister dazukommen, wird ein ERP oder eine Warenwirtschaft zum zentralen System, das alle Kanäle synchron hält.
Ersetzt das WMS des Fulfillment-Dienstleisters mein ERP?
Nein. Das WMS steuert das Lager des Dienstleisters, Ihr ERP bleibt das führende System für Artikel, Aufträge, Einkauf und Rechnungen. Beide werden per Schnittstelle verbunden: Aufträge fließen ins WMS, Bestände und Sendungsnummern zurück ins ERP.

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