EDI (Electronic Data Interchange) ist der automatisierte Austausch standardisierter Geschäftsbelege wie Bestellung (ORDERS), Lieferavis (DESADV) und Rechnung (INVOIC) zwischen Unternehmen, meist im Format EDIFACT. Große Handelsketten setzen EDI für Lieferanten voraus.
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Was ist EDI?
EDI (Electronic Data Interchange) bezeichnet den automatisierten Austausch von Geschäftsbelegen zwischen den Systemen zweier Unternehmen, ohne dass ein Mensch Daten abtippt. Der Begriff stammt aus den 1980er-Jahren, als Handel und Industrie begannen, Bestellungen und Rechnungen elektronisch statt per Post oder Fax zu übertragen.
Der in Europa dominierende Standard ist EDIFACT (UN-Norm), im Handel meist in der von GS1 gepflegten Untermenge EANCOM. In den USA ist ANSI X12 üblich. Jeder Belegtyp hat einen festen Nachrichtennamen: ORDERS für die Bestellung, DESADV für das Lieferavis, INVOIC für die Rechnung.
Im Unterschied zur API-Schnittstelle des Onlinehandels ist EDI dokumentbasiert: Ein Beleg wird als Ganzes übertragen, oft über einen EDI-Dienstleister (Clearing-Center) und Protokolle wie AS2 oder SFTP. Für den D2C-Versand an Endkunden spielt EDI keine Rolle; relevant wird es, sobald ein Händler eine Handelskette, einen Drogeriemarkt oder einen Großhändler beliefert – also im B2B-Fulfillment.
Wie EDI im B2B-Fulfillment abläuft
Der typische Belegfluss zwischen Handelskette, Ihrem ERP-System und dem Lager:
| Nachricht | Bedeutung | Richtung |
|---|---|---|
| ORDERS | Bestellung der Kette (Artikel, Menge, Liefertermin, Filiale oder Zentrallager) | Handel → Lieferant |
| ORDRSP | Bestellbestätigung mit bestätigten Mengen und Terminen | Lieferant → Handel |
| DESADV | Lieferavis mit Paletten- und Kartonstruktur, NVE/SSCC je Packstück | Lieferant → Handel |
| RECADV | Wareneingangsmeldung mit Abweichungen | Handel → Lieferant |
| INVOIC | Rechnung, muss zu ORDERS und DESADV passen | Lieferant → Handel |
In der Praxis läuft es so: Die ORDERS-Nachricht trifft im ERP ein, wird geprüft und als Auftrag ans Lager übergeben. Dort wird nach den Vorgaben des Handelspartners kommissioniert – sortenreine Kartons, definierte Palettenhöhe, Etikett mit NVE (Nummer der Versandeinheit, international SSCC) je Packstück. Aus der tatsächlich gepackten Struktur entsteht das DESADV, das vor der Ware beim Empfänger sein muss. Der Handel scannt am Wareneingang nur die NVE und gleicht gegen das Avis ab. Anschließend geht die INVOIC raus.
Warum EDI für Onlinehändler wichtig wird
Viele D2C-Marken erreichen den Punkt, an dem der stationäre Handel anfragt. Die Listung setzt fast immer EDI-Fähigkeit voraus, oft bereits in der Lieferantenvereinbarung. Ohne EDI bleibt nur das manuelle Erfassen im WebEDI-Portal der Kette, was ab wenigen Bestellungen pro Woche nicht mehr praktikabel ist.
Der zweite Grund sind Kosten bei Abweichungen: Handelsketten berechnen Strafgebühren (Chargebacks), wenn das DESADV fehlt, falsche Mengen enthält oder Paletten nicht der Vorgabe entsprechen. Typische Sätze liegen bei einem festen Betrag pro Vorfall oder einem Prozentsatz des Lieferwerts. Ein sauberer EDI-Prozess mit korrektem Palettenversand ist daher direkt kostenrelevant.
Das DESADV wird aus der Bestellung erzeugt statt aus der tatsächlichen Packung. Fehlt eine Einheit oder wurde umgepackt, stimmt das Avis nicht mehr mit den gescannten NVE überein, und der Wareneingang beim Handel wird abgelehnt oder mit Strafgebühr gebucht. Das Avis muss vom Lager aus der realen Packstruktur kommen.
Was Sie vor der ersten EDI-Anbindung klären sollten
- Welche Nachrichtentypen verlangt der Partner mindestens (oft ORDERS, DESADV, INVOIC)?
- Wer erzeugt das DESADV – Ihr ERP, der EDI-Dienstleister oder das Lager? Es braucht die reale Packstruktur mit NVE.
- Gibt es Lieferanten-Handbücher mit Palettenvorgaben, Etikettenpositionen und Anlieferfenstern?
- Sind GLN und GTIN vorhanden? EDI identifiziert Partner über die GLN (Global Location Number) und Artikel über die EAN/GTIN.
- Testphase: Die meisten Ketten verlangen erfolgreiche Testnachrichten vor der ersten Lieferung.
Klären Sie mit Ihrem Fulfillment-Dienstleister, ob er Handelsaufträge nach Lieferantenhandbuch kommissionieren und die NVE-Etiketten samt Packstruktur liefern kann. Der eigentliche EDI-Nachrichtenversand kann dann über Ihr ERP oder einen EDI-Dienstleister laufen, ohne dass das Lager als Middleware dazwischenhängt.
So macht es LogYou
LogYou wickelt B2B-Aufträge an Handel und Großkunden über die eigene Plattform LogShip ab: Kommissionierung nach Partnervorgaben, Palettierung, NVE-Etikettierung und Lieferavis-Daten aus der tatsächlichen Packung. Die Anbindung an Ihre EDI-Partner wird im Onboarding projektbezogen mit Ihrem ERP abgestimmt. Details unter B2B-Fulfillment.
Häufige Fragen zu EDI
Was ist der Unterschied zwischen EDI und einer API?
Was bedeutet DESADV?
Was kostet eine EDI-Anbindung?
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