B2B-Fulfillment (Business-to-Business) ist die Abwicklung von Bestellungen, die Unternehmen aufgeben: Händler, Filialketten oder Großabnehmer. Statt Einzelpaketen werden Kartons, Mischpaletten oder ganze Paletten kommissioniert, mit Lieferschein und Avis versendet und häufig zu festen Zeitfenstern an Rampen angeliefert.
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Was ist B2B-Fulfillment?
B2B-Fulfillment ist die Auftragsabwicklung für Geschäftskunden: Einzelhändler, die Ihre Marke im Laden führen, Filialketten mit Zentrallager, Großabnehmer, Firmenkunden mit Sammelbestellungen oder Marktplätze, die Ware auf eigenes Lager kaufen. Im Gegensatz zum E-Commerce-Fulfillment an Endkunden geht es nicht um viele kleine Pakete, sondern um wenige große Aufträge mit vielen Stück pro Position.
Die Abgrenzung zur Kontraktlogistik ist fließend: Kontraktlogistik meint langfristige, individuell ausgehandelte Verträge mit dedizierter Fläche, B2B-Fulfillment beim Fulfillment-Dienstleister läuft standardisiert und nach Nutzung abgerechnet, oft parallel zum B2C-Geschäft derselben Marke.
Wie B2B-Fulfillment in der Praxis funktioniert
Ein typischer B2B-Auftrag durchläuft andere Schritte als eine Shop-Bestellung:
- Auftragseingang: Per Bestellung aus dem ERP-System, per EDI vom Handelskunden oder manuell aus einem Angebot. Liefertermin und Zeitfenster sind Teil des Auftrags.
- Kommissionierung auf Karton- oder Palettenebene: Statt Einzelstücke werden Verpackungseinheiten gepickt, etwa 12 Kartons à 6 Stück. Mischpaletten werden nach Vorgabe des Abnehmers geschichtet.
- Kennzeichnung: Kartonetiketten mit EAN, Palettenetiketten (SSCC/NVE), bei Handelsketten oft mit exakter Vorgabe zu Position und Format. Zusatzleistungen wie Preisauszeichnung oder Umverpackung laufen als Konfektionierung.
- Versand: Kartons als Paket, Paletten per Spedition (Palettenversand), Ladungssicherung mit Folie und Kantenschutz.
- Dokumente: Lieferschein im Paket, Lieferavis an den Empfänger vor Anlieferung, Rechnung aus Ihrem ERP.
- Rampenzeitfenster: Viele Zentrallager nehmen nur zu gebuchten Zeitfenstern an; verpasste Slots kosten Standgeld oder Neuanlieferung.
B2B und B2C im Vergleich
| Merkmal | B2C-Fulfillment | B2B-Fulfillment |
|---|---|---|
| Auftragsgröße | 1–3 Artikel | Dutzende bis Tausende Stück |
| Pick-Einheit | Einzelstück | Karton, Lage, Palette |
| Versandart | Paketdienst | Paket, Spedition, Palette |
| Zeitdruck | Same-Day-Cut-Off | Liefertermin, Zeitfenster |
| Dokumente | Rechnung optional | Lieferschein, Avis, oft EDI |
| Kennzeichnung | Versandlabel | EAN je Karton, SSCC je Palette, Händlervorgaben |
| Retouren | 5–40 % | selten, meist Reklamationen |
| Abrechnung | je Pick, je Paket | je Auftrag, je Karton/Palette |
Eine tiefere Gegenüberstellung mit Entscheidungshilfe finden Sie im Ratgeber B2B vs. B2C.
Ein B2B-Großauftrag über 800 Stück wird eingebucht, während der Shop denselben Bestand noch als verfügbar anzeigt. Ergebnis: Überverkauf im Shop oder eine unvollständige Händlerlieferung. Das WMS muss B2B-Reservierungen sofort vom verfügbaren Bestand abziehen und an den Shop melden, siehe Bestandsführung.
Warum B2B-Fulfillment für Marken wichtig ist
Für D2C-Marken ist der Handel meist der zweite Wachstumskanal: Ein Listing bei einer Filialkette bringt Volumen und Sichtbarkeit, das der eigene Shop nicht erreicht. Der Handel stellt aber Bedingungen: Wer die Kennzeichnungsvorgaben nicht einhält, zahlt Strafgebühren pro Karton oder bekommt die Lieferung zurück; wer Zeitfenster verpasst, verliert Listings. Ein Dienstleister, der B2B beherrscht, ist deshalb Voraussetzung, um überhaupt in den Handel zu gehen.
Wirtschaftlich unterscheidet sich B2B klar: Die Kosten je Stück sind niedriger als im Paketversand, weil in Verpackungseinheiten gepickt wird, dafür sind Fehler teurer – eine falsch geschichtete Palette an ein Zentrallager kostet Rücktransport und Neukommissionierung.
Hinterlegen Sie die Anlieferrichtlinien jedes Handelskunden als Dokument beim Dienstleister, bevor die erste Bestellung kommt: Palettentyp, maximale Höhe, Etikettposition, Avis-Vorlauf, Rampenzeiten. Die meisten Handelsketten veröffentlichen diese Vorgaben als Lieferantenhandbuch.
So macht es LogYou
LogYou bedient B2B- und B2C-Aufträge aus einem Bestand in Butzbach: Shop-Bestellungen laufen als Einzelpaket, Händleraufträge als Karton oder Palette mit Lieferschein, Kartonetiketten und Lieferavis – beides gesteuert in der Plattform LogShip, sodass Reservierungen sofort im Shop-Bestand sichtbar sind. Palettenversand erfolgt per Spedition, Konfektionierung und Preisauszeichnung nach Händlervorgabe sind möglich. Details unter B2B-Fulfillment und Konfektionierung.
Häufige Fragen zu B2B-Fulfillment
Was ist der Unterschied zwischen B2B- und B2C-Fulfillment?
Kann ein Fulfillment-Dienstleister B2B und B2C aus einem Lager bedienen?
Was kostet B2B-Fulfillment?
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