Schnittstelle (API): Wie Shop, ERP und Fulfillment-Lager automatisch Daten austauschen

Eine Schnittstelle (API) verbindet Shop oder ERP mit dem Fulfillment-Lager. Welche Daten fließen, welche Anbindungsarten es gibt und was vor dem Go-Live zu prüfen ist.

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Schnittstelle (API) — kurz erklärt

Eine Schnittstelle (API, Application Programming Interface) ist die technische Verbindung, über die Shop, ERP und das WMS des Fulfillment-Dienstleisters automatisch Daten austauschen: Bestellungen ins Lager, Bestände und Sendungsnummern zurück. Sie ersetzt manuelle Exporte und ist Voraussetzung für Same-Day-Versand.

Was ist eine Schnittstelle (API)?

Eine API (Application Programming Interface) ist eine definierte Zugangstür, über die eine Software Daten an eine andere übergibt oder abfragt. Im E-Commerce-Fulfillment bezeichnet „Schnittstelle" die Verbindung zwischen Ihrem Shop oder ERP-System und dem WMS des Dienstleisters. Technisch sind das heute meist REST- oder GraphQL-APIs über HTTPS, ergänzt um Webhooks, die Ereignisse wie eine neue Bestellung sofort weitermelden.

Abzugrenzen ist die API von drei Alternativen: dem dateibasierten Austausch per CSV oder SFTP, dem im B2B-Handel üblichen EDI und der Middleware, die zwei Systeme über eine dritte Software verbindet. Von einer nativen Schnittstelle spricht man, wenn das WMS des Dienstleisters die API des Shopsystems direkt anspricht, ohne Zwischenschicht.

Welche Daten in der Praxis fließen

Eine vollständige Fulfillment-Anbindung besteht aus mindestens fünf Datenflüssen:

DatenflussRichtungTypischer Takt
Artikelstamm (SKU, EAN, Maße, Gewicht)Shop/ERP → WMSbei Anlage und Änderung
BestellimportShop/ERP → WMSWebhook: Sekunden; Polling: 5–15 Minuten
BestandsabgleichWMS → Shop/ERPbei jeder Lagerbewegung
Tracking-RückmeldungWMS → Shop/ERP → Kundebeim Versand-Scan
Retouren- und WareneingangsstatusWMS → Shop/ERPbei Buchung

Beim Bestellimport entscheidet der Auslöser: Übergeben wird meist erst, wenn eine Bestellung bezahlt ist, nicht wenn sie angelegt wurde. Der Bestandsabgleich meldet jede Bewegung, damit der Shop nie mehr verkauft, als physisch da ist. Die Tracking-Rückmeldung setzt den Auftrag im Shop auf „versendet", überträgt die Sendungsnummer und löst die Versandmail an den Kunden aus – die Basis jeder Sendungsverfolgung.

Warum die Schnittstelle für Onlinehändler entscheidend ist

Ohne Schnittstelle werden Bestellungen exportiert, ins Lager gemailt und Sendungsnummern von Hand zurückgetippt. Das funktioniert bis etwa zehn Paketen am Tag und erzeugt danach zwei Probleme: Überverkäufe, weil der Shopbestand dem Lager hinterherläuft, und Verzögerungen, weil ein 13-Uhr-Auftrag die Cut-Off-Zeit verpasst, wenn der Export erst am Abend läuft. Manuelle Erfassung ist außerdem die häufigste Ursache für falsche Adressen und Mengen.

Eine saubere Anbindung ist deshalb kein Komfortmerkmal, sondern die Voraussetzung für Same-Day-Versand, korrekte Bestände auf allen Kanälen und eine niedrige Fehlerquote.

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Häufiger Fehler

Der falsche Status-Trigger: Wird jede angelegte Bestellung übergeben, pickt das Lager auch unbezahlte Vorkasse-Bestellungen und Betrugsversuche. Wird nur bezahlt und geprüft übergeben, fehlt bei Rechnungskauf oft der Auslöser. Definieren Sie den Trigger pro Zahlungsart.

Checkliste vor dem Go-Live

  1. SKU-Mapping: Stimmen die Artikelnummern in Shop, ERP und WMS zeichengenau überein, auch bei Varianten und Bundles?
  2. Trigger und Stornos: Welcher Status übergibt, und kommt ein Storno noch vor dem Pick an?
  3. Teillieferungen: Was passiert, wenn eine Position nicht lieferbar ist – Teilversand oder Warten?
  4. Versandarten-Mapping: Wie wird „Express" im Shop zur Carrier-Produktwahl im Lager?
  5. Testbestellungen: Mindestens je Zahlungsart, Versandart und Zielland eine, inklusive Storno und Retoure.
Tipp aus der Praxis

Lassen Sie sich vom Dienstleister zeigen, was passiert, wenn die Schnittstelle ausfällt: Werden Bestellungen nachgeholt oder gehen sie verloren, und wer merkt es zuerst? Ein Monitoring mit Alarm ist wichtiger als die reine Existenz der API.

So macht es LogYou

LogYou betreibt native Anbindungen an Shopify, Shopware, JTL-Wawi, PlentyONE, Xentral, Lexware, Amazon (SP-API), eBay, DHL und Sendcloud direkt in der eigenen Plattform LogShip – ohne Middleware. Bestellungen fließen automatisch ein, Bestände, Sendungsnummern und Retourenstatus laufen zurück. Eine Übersicht finden Sie unter Integrationen und E-Commerce Fulfillment.

Häufige Fragen zu Schnittstelle (API)

Welche Daten laufen über die Schnittstelle zum Fulfillment-Dienstleister?
In Richtung Lager: Artikelstamm, Bestellungen mit Positionen und Versandart, Stornos und Adressänderungen. Zurück zum Shop oder ERP: Bestände, Versandbestätigung mit Sendungsnummer, Wareneingänge und Retourenstatus. Gute Anbindungen decken alle diese Flüsse ab, nicht nur den Bestellimport.
Wie lange dauert die Anbindung eines Shops an ein Fulfillment-Lager?
Bei nativen Anbindungen an gängige Systeme wie Shopify, Shopware oder JTL-Wawi typischerweise wenige Tage inklusive Testbestellungen. Individuelle Anbindungen über eine offene API oder eine Middleware dauern je nach Aufwand zwei bis acht Wochen.
Was ist der Unterschied zwischen API und EDI?
Eine API tauscht einzelne Datensätze in Echtzeit aus, meist per REST oder GraphQL über HTTPS. EDI ist ein standardisierter, dokumentbasierter Austausch ganzer Geschäftsbelege wie Bestellung oder Lieferavis, der vor allem im B2B-Handel mit großen Ketten vorgeschrieben ist.

Fragen zu Schnittstelle (API) in Ihrem Shop?

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