PlentyONE (ehemals plentymarkets) im Fulfillment-Check: Anbindung, Lager und Auftragsstatus

PlentyONE ist das Cloud-ERP für Marktplatz-Händler. Wie ein Fulfillment-Lager per REST-API angebunden wird, wie Auftragsstatus die Übergabe steuern und was zu klären ist.

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PlentyONE — kurz erklärt

PlentyONE (bis 2024 plentymarkets) ist ein Cloud-ERP mit integriertem Shop und Anbindungen an über 50 Marktplätze. Ein Fulfillment-Dienstleister wird als eigenes Lager angebunden; die Übergabe steuert der Auftragsstatus, Bestände und Sendungsnummern laufen per REST-API zurück und werden an alle Kanäle verteilt.

Was ist PlentyONE?

PlentyONE ist ein Cloud-basiertes ERP-System aus Nordhessen, das bis 2024 unter dem Namen plentymarkets bekannt war. Es vereint Warenwirtschaft, Shop, Marktplatz-Anbindungen, Lagerverwaltung und Versand in einer Anwendung, die ausschließlich als Software-as-a-Service betrieben wird. Das Alleinstellungsmerkmal sind die über 50 nativen Kanäle: Amazon in allen EU-Märkten, eBay, Otto, Kaufland, Zalando und viele weitere Online-Marktplätze.

Im Unterschied zu JTL-Wawi läuft nichts lokal, und anders als bei Xentral liegt der Schwerpunkt weniger auf D2C-Marken als auf Händlern, die breite Sortimente über viele Marktplätze verkaufen.

Typische Händler und Größenordnungen

  • Marktplatz-Händler mit 100 bis 10.000 Bestellungen am Tag, deren Umsatz zu mehr als der Hälfte über Amazon, eBay und Otto läuft – siehe Multichannel-Fulfillment.
  • Händler mit mehreren Lagern, etwa Eigenlager, Amazon FBA und Dienstleister parallel, für die die Lagerlogik von PlentyONE gebaut ist.
  • Sortimentsstarke Betriebe mit Tausenden Varianten, die pro Kanal unterschiedliche Preise und Listings pflegen.

Wie die Fulfillment-Integration funktioniert

PlentyONE arbeitet mit einem Auftragsstatus von 1 bis 9 (mit Zwischenstufen) und mit Lagern, die je Variante eigene Bestände führen. Beide Konzepte steuern die Anbindung:

  1. API-Zugang: Ein eigener Benutzer mit REST-Zugriff auf Aufträge, Varianten, Bestände und Versand wird angelegt; der Dienstleister authentifiziert sich per OAuth.
  2. Lager-Mapping: Das Fulfillment-Lager wird als eigenes Lager angelegt und den Varianten zugeordnet. Die Auftragsverteilung entscheidet je Auftrag, aus welchem Lager geliefert wird.
  3. Auftragsimport: Übergeben wird ab einem festgelegten Status, typischerweise wenn der Zahlungseingang gebucht und der Auftrag zur Versandfreigabe steht. Positionen kommen mit Varianten-ID, SKU, Menge, Versandprofil und Kanalherkunft.
  4. Bestandsabgleich: Das Lager schreibt Bestandskorrekturen auf sein Lager in PlentyONE; das System berechnet daraus die je Kanal gemeldete Menge und aktualisiert Marktplätze im Minutentakt.
  5. Tracking-Rückmeldung: Beim Versand-Scan trägt das WMS die Paketnummer ein und setzt den Warenausgang; PlentyONE meldet die Sendung an den Kanal (Amazon-Versandbestätigung, eBay-Tracking, Shop-Mail).
  6. Retoure: Retourenaufträge entstehen in PlentyONE, das Lager meldet Zustand und Wiedereinlagerung zurück.
Tipp aus der Praxis

Legen Sie in PlentyONE ein Versandprofil je Carrier-Produkt an, das an das Lager übergeben wird, und lassen Sie die Carrier-Wahl nicht im Lager raten. Bei Marktplatz-Aufträgen mit Lieferversprechen (Prime, Otto-Express) muss das Versandprofil eindeutig sein, sonst drohen Kennzahlen-Strafen auf dem Kanal.

Was Sie vor dem Wechsel prüfen sollten

PrüfpunktWarum es wichtig ist
Status-LogikWelcher Status löst die Übergabe aus, welcher wird vom Lager gesetzt? Ereignisaktionen entsprechend anpassen
LagerverteilungRegeln für die Auftragsverteilung auf Eigenlager, FBA und Dienstleister definieren
Varianten und BundlesSet-Artikel als Stückliste oder eigenständige Variante mit Bestand (Bundle)?
KanalanforderungenAmazon-Versandbestätigung innerhalb des Lieferversprechens, Prime-Cut-Off, Otto-Tracking
Bestandsmeldung an KanäleSicherheitsbestand je Kanal, damit Überverkäufe bei parallelen Kanälen vermieden werden
AbrechnungsmodellPlentyONE rechnet nach Auftragsvolumen ab; Fulfillment-Aufträge zählen mit
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Häufiger Fehler

Das Fulfillment-Lager wird angelegt, aber die alten Bestände im Eigenlager bleiben stehen. Die Auftragsverteilung liefert dann weiter aus dem Eigenlager, das physisch längst leer ist. Vor dem Go-Live alle nicht mehr bedienten Lager auf null setzen oder aus der Verteilung nehmen.

So macht es LogYou

LogYou bindet PlentyONE nativ per REST-API an die eigene Plattform LogShip an: Auftragsimport ab definiertem Status, Varianten-Sync, Bestandskorrekturen auf das LogYou-Lager, Tracking-Rückmeldung mit Warenausgang und Retourenstatus. Die Einrichtung beschreibt die Seite PlentyONE-Integration, den Leistungsumfang finden Sie unter E-Commerce Fulfillment.

Häufige Fragen zu PlentyONE

Wie wird ein Fulfillment-Lager an PlentyONE angebunden?
Über die REST-API mit einem eigenen API-Benutzer. Das Lager des Dienstleisters wird in PlentyONE als Lager angelegt, Aufträge werden ab einem definierten Status übergeben, das Lager meldet Bestände auf sein Lager zurück und setzt beim Versand Paketnummer und Warenausgang, woraus PlentyONE die Kanäle und den Kunden informiert.
Was ist der Unterschied zwischen plentymarkets und PlentyONE?
Nur der Name. Das System wurde 2024 von plentymarkets in PlentyONE umbenannt; Funktionen, API und Datenmodell sind dieselben. Ältere Dokumentationen und Plugins verwenden weiterhin den alten Namen.
Für welche Händler eignet sich PlentyONE?
Für Händler, deren Umsatz überwiegend über Marktplätze läuft und die viele Kanäle aus einem System steuern wollen, typischerweise mit 100 bis 10.000 Bestellungen am Tag. Die Abrechnung erfolgt nach Auftragsvolumen, was das System für sehr kleine Händler weniger attraktiv macht.

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