Wiedereinlagerung: Wie geprüfte Retouren zurück in den verkaufsfähigen Bestand kommen

Wiedereinlagerung ist die Rückbuchung geprüfter Retouren in den Bestand. Ablauf im WMS, Durchlaufzeiten, Fehlerquellen und warum das Tempo im Fulfillment Umsatz sichert.

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Wiedereinlagerung — kurz erklärt

Die Wiedereinlagerung (Restocking) ist der letzte Schritt der Retourenbearbeitung: Geprüfte, verkaufsfähige Ware wird physisch auf einen Lagerplatz gebracht und im WMS zurück auf den verfügbaren Bestand gebucht, sodass der Shop sie sofort wieder verkaufen kann.

Was ist Wiedereinlagerung?

Wiedereinlagerung – im Englischen Restocking – ist die Rückführung einer geprüften Retoure in den Lagerbestand. Sie umfasst zwei Vorgänge, die zusammengehören: den physischen Transport des Artikels auf einen Lagerplatz und die buchhalterische Rückbuchung im WMS, die den Artikel wieder als verfügbar an Shop und ERP meldet.

Der Begriff grenzt sich von der Einlagerung ab, die neue Ware nach dem Wareneingang betrifft. Bei der Wiedereinlagerung geht es um einzelne Stück, deren Zustand bereits als A-Ware bewertet wurde. B-Ware wird ebenfalls eingelagert, aber auf einen getrennten Bestand; Ausschuss wird ausgebucht und nicht eingelagert.

Wie die Wiedereinlagerung in der Praxis abläuft

Nach Annahme, Prüfung, Bewertung und gegebenenfalls Refurbishment folgt die Wiedereinlagerung in vier Schritten:

  1. Freigabe: Das WMS kennt den Artikel als „geprüft, verkaufsfähig". Bei chargen- oder MHD-pflichtigen Artikeln wird die ursprüngliche Charge aus der Bestellhistorie übernommen.
  2. Platzvorschlag: Das System schlägt einen Lagerplatz vor – bei fester Lagerhaltung den Stammplatz der SKU, bei chaotischer Lagerhaltung einen freien Platz, bevorzugt in der Kommissionierzone, damit schnell drehende Artikel sofort wieder pickbar sind.
  3. Einlagerung mit Scan: Der Mitarbeiter scannt Artikel und Platz. Erst dieser Scan bucht die Menge auf den verfügbaren Bestand.
  4. Rückmeldung: Über die Schnittstelle erhält der Shop den neuen Bestand; der Artikel ist wieder bestellbar. Parallel wird der Retourenvorgang geschlossen und die Erstattung ausgelöst.

Bei sauber getakteten Prozessen dauert der gesamte Weg von der Annahme bis zur Rückbuchung 24 bis 72 Stunden. Die reine Wiedereinlagerung ist dabei der kürzeste Schritt – die Zeit geht meist in Sammelbehältern und Warteschlangen vor der Prüfung verloren.

Tipp aus der Praxis

Vereinbaren Sie mit Ihrem Fulfillment-Dienstleister eine maximale Zeit von Eintreffen bis Rückbuchung als Bestandteil des SLA. „Retouren werden zeitnah bearbeitet" ist keine messbare Zusage; „innerhalb von 48 h nach Eingang im verfügbaren Bestand" ist es.

Warum die Wiedereinlagerung für Onlinehändler wichtig ist

Jeder Tag, den eine verkaufsfähige Retoure ungebucht im Lager liegt, ist ein Tag ohne diesen Artikel im Shop. Bei einer Retourenquote von 30 % und 3.000 Bestellungen im Monat laufen rund 900 Rücksendungen ein – bleibt jede davon fünf Tage liegen, fehlen im Schnitt 150 Artikel permanent im Bestand. Bei knappen Größen oder Saisonware bedeutet das entgangene Verkäufe und unnötige Nachbestellungen.

Ebenso wichtig ist die Bestandsqualität: Wird der Artikel physisch eingelagert, aber nicht gebucht (oder umgekehrt), entstehen Differenzen, die erst bei der Inventur auffallen. Die Scan-gestützte Wiedereinlagerung ist deshalb nicht nur schneller, sondern die Voraussetzung für eine belastbare Bestandsführung. Den vollständigen Retourenprozess beschreibt der Beitrag Retourenmanagement-Leitfaden.

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Häufiger Fehler

Retouren werden gesammelt und „einmal die Woche" verarbeitet. Das erzeugt Bestandslücken, verzögert Erstattungen über die gesetzliche Frist hinaus und führt zu Rückfragen im Kundenservice. Retouren gehören in den Tagesablauf des Lagers wie der Wareneingang.

Kennzahlen zur Wiedereinlagerung

KennzahlWas sie misstGuter Wert 2026
Restock-ZeitEintreffen der Retoure bis Rückbuchung24–48 h
Restock-QuoteAnteil der Retouren, die als A-Ware zurück in den Bestand gehen70–90 % (branchenabhängig)
BuchungsdifferenzAbweichung physischer vs. gebuchter Retourenbestandunter 0,5 %

So handhabt LogYou die Wiedereinlagerung

LogYou prüft eingehende Retouren am Standort Butzbach, bereitet sie bei Bedarf auf und bucht verkaufsfähige Ware innerhalb von 48 h zurück in den verfügbaren Bestand. Die Rückbuchung ist in LogShip je Sendung mit Zeitstempel nachvollziehbar und wird automatisch an Ihren Shop gemeldet. Details unter Retourenmanagement und Lagerlogistik.

Häufige Fragen zu Wiedereinlagerung

Wie lange dauert es, bis eine Retoure wieder verkaufbar ist?
Bei gut organisierten Fulfillment-Dienstleistern zwischen 24 und 72 Stunden nach Eintreffen der Rücksendung, inklusive Prüfung und Aufbereitung. LogYou bucht geprüfte Ware innerhalb von 48 h zurück. Ohne definierten Prozess können Retouren dagegen Wochen in Sammelbehältern liegen.
Wird eine Retoure auf denselben Lagerplatz zurückgelegt?
Nicht zwingend. Bei chaotischer Lagerhaltung schlägt das WMS einen freien Platz vor, häufig direkt im Kommissionierbereich, damit der Artikel schnell wieder gepickt wird. Bei MHD- oder chargenpflichtigen Artikeln muss die Retoure der richtigen Charge zugeordnet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Wiedereinlagerung und Einlagerung?
Die Einlagerung folgt auf den Wareneingang neuer Lieferungen, die Wiedereinlagerung auf die Prüfung einer Retoure. Beide enden auf einem Lagerplatz, aber die Wiedereinlagerung setzt eine Zustandsbewertung voraus und bucht meist einzelne Stück statt ganzer Kartons oder Paletten.

Fragen zu Wiedereinlagerung in Ihrem Shop?

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