Supplements-Fulfillment heißt: Ein Dienstleister lagert Ihre Nahrungsergänzungsmittel und versendet sie so, dass jede Dose mit ausreichender Resthaltbarkeit und nachvollziehbarer Charge beim Kunden ankommt. Wichtig sind FEFO-Zuteilung, eine Mindest-Restlaufzeit pro Artikel, Chargen je Sendung, geeignete Lagerbedingungen für wärmeempfindliche Formen wie Gummies und zuverlässige Abwicklung wiederkehrender Abo-Bestellungen.
Auf dieser Seite
- Was Supplement-Fulfillment von normalem Fulfillment unterscheidet
- Darreichungsformen: was Kapseln, Pulver und Gummies im Lager brauchen
- FEFO, Mindest-Restlaufzeit und Charge: so läuft es in LogShip
- Eine Charge sperren: der praktische Ablauf
- Abo-Bestellungen und Nachbestellungen zuverlässig abwickeln
- Anlieferung vom Hersteller: so ist neue Ware schnell verkaufbar
- Versand im Sommer und bei Glas: Transportschäden vermeiden
- Was bei Ihnen bleibt: Pflichten als Supplement-Anbieter
- Kanäle: Shop, Amazon und B2B aus einem Bestand
- So prüfen Sie einen Fulfillment-Partner für Nahrungsergänzung
- Was Supplement-Fulfillment bei LogYou kostet
- Für wen wir nicht der richtige Partner sind
- Häufige Fragen
Was Supplement-Fulfillment von normalem Fulfillment unterscheidet
Nahrungsergänzungsmittel sehen im Lager aus wie jede andere Dose. Rechtlich und logistisch sind sie Lebensmittel, und das verändert drei Dinge:
- Jede Einheit hat ein Ablaufdatum. Ein Lager, das die zuletzt angelieferte Palette zuerst anbricht, weil sie vorne steht, produziert Abschriften. Und es verschickt irgendwann Dosen mit zwei Monaten Resthaltbarkeit an Kunden, die eine Drei-Monats-Kur bestellt haben.
- Jede Einheit hat eine Charge. Wird bei einer Laboranalyse ein Grenzwert überschritten oder ein Etikettenfehler entdeckt, müssen Sie wissen, welche Kunden die betroffene Charge bekommen haben.
- Ihre besten Kunden bestellen jeden Monat. Supplements leben von Abos und Nachbestellungen. Ein verspätetes Paket ist hier nicht nur ein Servicefehler, sondern ein gekündigtes Abo.
Dazu kommen Produktformen mit sehr unterschiedlichen Anforderungen: von der robusten Kapseldose bis zum Fruchtgummi, das im August im Paket zusammenklebt. Auf dieser Seite zeigen wir, wie wir das in Butzbach lösen, welche Pflichten bei Ihnen bleiben und welche Fragen Sie jedem Fulfillment-Partner stellen sollten.
Darreichungsformen: was Kapseln, Pulver und Gummies im Lager brauchen
| Form | Typische Verpackung | Lageranforderung | Versandhinweis |
|---|---|---|---|
| Kapseln, Tabletten | Dose, Standbeutel | trocken, lichtgeschützt, Raumtemperatur | robust, gut für kleine Pakete und Warenpost |
| Pulver (Protein, Kollagen, Greens) | große Dose, Standbeutel | trocken, Deckel und Siegel prüfen | schwer und voluminös, Kartongröße wirkt direkt auf das Porto |
| Gummies | Dose, Beutel | wärmeempfindlich, bei Bedarf klimasepariert | im Hochsommer Laufzeit kurz halten, keine Wochenend-Liegezeiten |
| Liquids, Shots, Tropfen | Glasflasche, Pipette | aufrecht, bruchsicher lagern | Glas mit Papier fixieren, Tropfer gegen Auslaufen sichern |
| Sticks, Sachets | Faltschachtel, Einzelbeutel | trocken, druckgeschützt | leicht, oft als Kleinpaket günstig |
Für Pulver lohnt ein Blick auf das Volumengewicht: Eine 1-kg-Dose Protein im zu großen Karton kostet schnell eine Gewichtsklasse mehr Porto. Wir erfassen die Kartongröße pro Sendung und stimmen mit Ihnen vor dem Start ab, welcher Artikel in welchen Karton gehört. Für Gummies und Produkte mit Schokolade gibt es den klimaseparierten Lagerbereich, Details im Wiki-Artikel Klima-Lager.
FEFO, Mindest-Restlaufzeit und Charge: so läuft es in LogShip
In LogShip, unserer eigenen Lagersoftware, wird jeder Supplement-Artikel mit Charge und MHD geführt. Beim Wareneingang erfassen wir beides je Anlieferung per Scan. Ab dann gelten drei Regeln automatisch:
- FEFO: Die Einheit mit dem frühesten MHD wird zuerst einem Auftrag zugeteilt, egal wann sie angeliefert wurde.
- Mindest-Restlaufzeit: Einheiten, deren Resthaltbarkeit unter Ihrem Grenzwert liegt, werden keinem Auftrag mehr zugeteilt.
- Charge je Sendung: Die ausgelieferte Charge wird an jeder Sendungsposition gespeichert. Enthält eine Bestellung Einheiten aus zwei Chargen, wird die Position aufgeteilt.
Ein Rechenbeispiel mit einem Magnesium-Präparat, 90 Kapseln, eine Kapsel pro Tag:
- Charge 2401 liegt mit 1.200 Dosen im Lager, MHD 31.05.2027.
- Charge 2407 wird im Oktober mit 3.000 Dosen angeliefert, MHD 30.11.2027.
- Eine Dose reicht drei Monate. Sie legen deshalb eine Mindest-Restlaufzeit von 180 Tagen fest: Drei Monate Verbrauch plus drei Monate Puffer für Lager, Versand und die Zeit bis zum Öffnen.
- Bis Anfang Dezember 2026 wird Charge 2401 zuerst verschickt, weil sie früher abläuft, obwohl Charge 2407 vorne im Regal steht.
- Ab Anfang Dezember 2026 unterschreitet Charge 2401 die 180 Tage. Ab da bekommen alle Bestellungen Charge 2407, automatisch und ohne dass jemand im Lager daran denken muss.
- Was von Charge 2401 übrig ist, bleibt gekennzeichnet im Lager. Sie entscheiden über Abverkauf, Restpostenhändler oder Spende.
Die Grundlagen erklären die Wiki-Artikel zu FEFO, MHD und Chargenverfolgung.
Amazon und viele Händler verlangen bei Lebensmitteln eine Mindest-Resthaltbarkeit bei Anlieferung oder Versand. Prüfen Sie die aktuellen Vorgaben Ihrer Kanäle und setzen Sie Ihre Mindest-Restlaufzeit im Lager mindestens so hoch. Sonst riskieren Sie Beschwerden oder gesperrte Angebote.
Eine Charge sperren: der praktische Ablauf
Wenn eine Charge nicht mehr verkauft werden darf, weil ein Laborwert auffällig ist, ein Etikett falsch gedruckt wurde oder ein Rohstofflieferant einen Rückruf meldet, zählt jede Stunde. So läuft es bei uns:
- Sie nennen uns Artikel und Chargennummer.
- Wir nehmen die Restmenge der Charge aus dem verfügbaren Bestand, sodass sie keinem Auftrag mehr zugeteilt wird. Die übrigen Chargen desselben Artikels laufen normal weiter.
- Wir ermitteln aus den Sendungsdaten, welche Aufträge die Charge enthielten, und geben Ihnen die Liste für die Kundenansprache oder die Meldung an die Behörde.
- Rücksendungen aus dem Rückruf werden separat erfasst und nach Ihrer Anweisung vernichtet oder an Sie oder den Hersteller zurückgeschickt.
Ihr Onlineshop verkauft in dieser Zeit weiter, solange eine andere Charge verfügbar ist. Im Kundenportal LogShip Cloud sehen Sie den verfügbaren Bestand live. Und unter „fehlende Artikel“ sehen Sie, welche offenen Aufträge wegen fehlenden Bestands gerade nicht versendet werden können.
Abo-Bestellungen und Nachbestellungen zuverlässig abwickeln
Abonnements sind für Supplement-Marken der wichtigste Umsatzhebel und die größte Verpflichtung. Die Abo-Logik bleibt in Ihrem Shop: Ein Abo-Tool, etwa eine Abo-App in Shopify, erzeugt zum fälligen Termin eine neue Bestellung. Diese Bestellung kommt über die Shop-Anbindung zu uns und läuft wie jede andere durch das Lager, mit Cut-Off 14 Uhr für den Versand am selben Tag.
Worauf es dabei ankommt:
- Bestand für die Abo-Welle: Viele Abo-Tools erzeugen Aufträge gesammelt am Monatsanfang. Planen Sie Ihren Bestand so, dass die Welle gedeckt ist. Im Kundenportal sehen Sie offene Aufträge, getrennt nach lieferbar und nicht lieferbar.
- Nachbestellungen erleichtern: Eine Beilage mit Rabattcode für die nächste Bestellung legen wir nach Absprache bei. Die Anweisung wird dem Packer beim Packen angezeigt.
- Kuren und Bundles: Eine 3-Monats-Kur aus drei Dosen kann als Stückliste angelegt werden. LogShip löst sie beim Auftragseingang in die Einzeldosen auf. Alternativ fertigen wir die Kur-Sets vorab. Mehr dazu unter Stücklisten und Konfektionierung.
Anlieferung vom Hersteller: so ist neue Ware schnell verkaufbar
Wie schnell eine neue Produktion verkaufbar ist, entscheidet sich schon beim Lohnhersteller. Je sauberer die Anlieferung vorbereitet ist, desto schneller buchen wir sie ein. Unsere Empfehlung:
- Warenanmeldung im Portal: Legen Sie die Lieferung vorab in LogShip Cloud an, mit Lieferant, erwartetem Datum, Artikeln und Mengen. Wir gleichen die Anlieferung beim Scan dagegen ab.
- Eine Charge pro Karton: Mischkartons mit zwei Chargen kosten beim Einbuchen Zeit und sind eine Fehlerquelle. Lassen Sie jede Charge getrennt verpacken.
- Charge und MHD außen auf dem Karton: Dann ist jeder Karton ohne Öffnen zuzuordnen. Auf der Palette sollte außerdem ein Palettenzettel mit Artikel, Charge, MHD und Menge sein.
- Barcode auf jeder Dose: Ohne EAN oder internen Barcode auf der Einzelverpackung ist kein Scan beim Packen möglich. Fehlt er, etikettieren wir nach, das kostet Zeit und Geld.
- Teillieferungen: Liefert der Hersteller in zwei Tranchen, bleibt die Warenanmeldung offen, bis alles da ist. Sie sehen jederzeit, was schon eingebucht ist.
Abweichungen, etwa weniger Dosen als angemeldet oder eine abweichende Charge, melden wir über ein Ticket mit Fotos. Sie sehen es im Portal und können direkt mit dem Hersteller klären. Mehr zum Ablauf im Wiki unter Lieferavis und Wareneingang.
Versand im Sommer und bei Glas: Transportschäden vermeiden
Die meisten Reklamationen im Supplement-Versand entstehen nicht im Lager, sondern unterwegs. Zwei Situationen sind typisch:
- Hitze: Gummies und Produkte mit Schokolade oder Fettanteil können im Paketfahrzeug im Hochsommer weich werden oder verkleben. Hier hilft vor allem Geschwindigkeit: Versand am Bestelltag, Zustellung in Deutschland meist am nächsten Werktag, und keine Pakete, die über das Wochenende im Depot liegen. Vor dem Sommer sprechen wir mit Ihnen ab, wie hitzeempfindliche Artikel vor Wochenenden behandelt werden.
- Glas und Flüssigkeiten: Shots und Tropfen in Glasflaschen werden mit Papier im Karton fixiert, Pipettenflaschen aufrecht gepackt und bei Bedarf einzeln in einen Beutel gesteckt, damit ein Leck nicht die ganze Sendung betrifft.
Beschädigte Sendungen kommen als Retoure zurück. Mit Retourengrund und Fotos im Portal sehen Sie, ob ein Muster dahintersteckt, etwa ein Artikel, der auffällig oft beschädigt ankommt.
Was bei Ihnen bleibt: Pflichten als Supplement-Anbieter
Wir übernehmen Lager und Versand. Die Produktverantwortung bleibt bei Ihnen als Hersteller, Importeur oder Inverkehrbringer. Die wichtigsten Pflichten im Überblick (Stand September 2026, keine Rechtsberatung):
| Pflicht | Worum es geht | Unser Beitrag |
|---|---|---|
| Anzeige nach § 5 NemV | Anzeige beim BVL spätestens beim ersten Inverkehrbringen, mit Muster des Etiketts | – |
| Kennzeichnung nach LMIV | Pflichtangaben nach VO (EU) Nr. 1169/2011, dazu die NemV-spezifischen Angaben wie Verzehrempfehlung und Warnhinweise | Auf Wunsch Sichtprüfung von MHD und Charge beim Wareneingang |
| Health Claims | Gesundheitsbezogene Angaben nur nach VO (EG) Nr. 1924/2006, auch in Flyern und Beilegern | Wir legen bei, was Sie freigeben; die Inhalte verantworten Sie |
| Rückverfolgbarkeit | Nachweis, von wem Sie Ware bezogen und an wen Sie geliefert haben | Charge je Sendung, Liste betroffener Aufträge |
| Verpackungsgesetz | LUCID-Registrierung und Lizenzierung der Versandverpackungen | Verbrauchsdaten je Kartongröße aus unseren Sendungsdaten |
| Bio | Kontrollverfahren nach EU-Öko-Verordnung (EU) 2018/848 | Wir werben nicht mit Bio-Zertifizierung, bitte vorab klären |
Ein Hinweis zu Beilegern: Ein Flyer mit „stärkt das Immunsystem“ ist Werbung im Sinne der Health-Claims-Verordnung. Lassen Sie Beileger genauso prüfen wie Ihre Produktseite. Zur Verpackung lesen Sie mehr im Wiki unter Verpackungsgesetz und LUCID.
Kanäle: Shop, Amazon und B2B aus einem Bestand
Viele Supplement-Marken verkaufen über drei Wege gleichzeitig: den eigenen Shop mit Abos, Amazon für die Reichweite und B2B an Apotheken, Fitnessstudios oder Reformhäuser. Bei LogYou laufen alle drei aus demselben Bestand:
- Eigener Shop: Shopify, Shopware und weitere Systeme sind angebunden. Bestellungen kommen automatisch zu uns, die Trackingnummer geht zurück in den Shop.
- Amazon: Als offizieller Amazon Selling Partner importieren wir Ihre Händlerbestellungen und melden den Versand zurück. Retouren aus Amazon-Händlerbestellungen werden täglich automatisch übernommen. Wenn Sie zusätzlich über FBA verkaufen, bereiten wir die Ware mit FNSKU-Etiketten vor. Mehr unter Amazon Fulfillment und FBA Prep.
- B2B: Lieferungen an Händler gehen als Paket oder Palette raus, mit automatisch gedrucktem Lieferschein und auf Wunsch mit den Dokumenten Ihres Handelspartners. Siehe B2B-Fulfillment.
So prüfen Sie einen Fulfillment-Partner für Nahrungsergänzung
- Werden Charge und MHD beim Wareneingang erfasst, oder nur die Artikelnummer?
- Wird nach FEFO zugeteilt? Lässt sich eine Mindest-Restlaufzeit pro Artikel festlegen?
- Wie schnell ist eine Charge gesperrt, und wie bekomme ich die Liste der betroffenen Sendungen?
- Gibt es einen klimaseparierten Bereich für Gummies und was kostet er?
- Wie werden Retouren mit geöffnetem Siegel behandelt?
- Wie laufen Abo-Bestellungen, und was passiert, wenn am Monatsanfang 2.000 Aufträge auf einmal kommen?
- Ist das Lager für Bio-Ware eingebunden, falls Sie Bio verkaufen?
- Stehen alle Kosten, also MHD-Führung, Klima-Zuschlag und Entsorgung, in der Preisliste?
Was Supplement-Fulfillment bei LogYou kostet
MHD- und Chargenverwaltung ist im Paket Premium für 299,99 € im Monat enthalten. Die nutzungsbasierten Preise im Paket Premium: 1,88 € Grundkosten pro Auftrag, 0,40 € Pick & Pack je Artikel, 0,32 € Verpackung und 2,25 € je Retoure. Wareneingang kostet 4 bis 15 € je Palette, Lagerung 8 bis 25 € je Palettenstellplatz und Monat, im Klima-Lager 20 bis 40 % mehr. Porto berechnen wir zum Carrier-Einkaufspreis ohne Marge.
Ein Beispiel: 1.500 Bestellungen im Monat, davon 60 % Abo, im Schnitt 1,3 Artikel pro Bestellung, 3 % Retouren. Das ergibt 2.820 € Auftragskosten, 780 € Pick & Pack, 480 € Verpackung, 101,25 € Retouren und 299,99 € Paketpreis, zusammen rund 4.481 € im Monat oder knapp 3 € pro Bestellung, zuzüglich Porto, Wareneingang und Lagerung. Mit Ihren Zahlen rechnen Sie auf der Seite Fulfillment-Kosten berechnen nach.
Für wen wir nicht der richtige Partner sind
Wir lagern keine Tiefkühlware unter −18 °C. Wenn Sie eine ausgewiesene Bio-Zertifizierung des Lagers brauchen, klären Sie das vorab mit uns und Ihrer Kontrollstelle. Arzneimittel, verschreibungspflichtige Produkte und Ware, für die eine Großhandelserlaubnis oder GDP-Standards nötig sind, lagern wir nicht. Und bei unter zehn Paketen am Tag ist der eigene Versand meist noch günstiger. Das sagen wir Ihnen im Erstgespräch offen.