Hamburger Händler brauchen für bundesweiten Versand kein Lager in Hamburg. Sinnvoller ist ein Lager in der Mitte Deutschlands, das alle Regionen in 1–2 Werktagen erreicht. LogYou übernimmt importierte Ware nach der Verzollung durch Ihren Spediteur in Butzbach an der A5 und versendet mit Cut-Off 14 Uhr, zu öffentlichen Preisen ab 99 € im Monat.
Auf dieser Seite
- Hamburg ist ein Importstandort, kein Versandstandort
- Die Importkette: vom Container bis zum verkaufsfähigen Bestand
- Was nach dem Import mit Ihrer Ware passiert
- Ihre Pflichten als Importeur
- Checkliste vor dem ersten Container
- Das Nord-Süd-Problem im Überblick
- Dänemark und Skandinavien
- Hamburger Handel: B2C und B2B aus einem Bestand
- Was Fulfillment für Hamburger Händler kostet
- Wann ein Lager in Hamburg die bessere Wahl ist
- Häufige Fragen
Hamburg ist ein Importstandort, kein Versandstandort
Der Hamburger Hafen ist der größte Seehafen Deutschlands und für viele Onlinehändler der Ort, an dem ihre Ware zum ersten Mal deutschen Boden berührt. Textilien, Elektronik, Haushaltswaren, Spielzeug: Wer in Asien produzieren lässt, bekommt seine Container sehr oft über Hamburg.
Daraus entsteht ein naheliegender Gedanke: Wenn die Ware ohnehin in Hamburg ankommt, sollte sie dort auch gelagert werden. Für den Großhandel mit Paletten ist das oft richtig. Für den Versand einzelner Pakete an Endkunden in ganz Deutschland ist es meist die falsche Rechnung. Der Grund ist die Geografie.
Hamburg liegt im Norden. Ein Paket aus einem Hamburger Lager ist schnell in Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen. Nach München, Stuttgart oder Freiburg ist es deutlich länger unterwegs. Und genau dort, im Süden und Westen, sitzt ein großer Teil Ihrer Kundschaft. Den einmaligen Transport vom Hafen in die Mitte bezahlen Sie pro Container. Den längeren Weg aus einem Randlager bezahlen Sie bei jedem einzelnen Paket in Form von Laufzeit.
Deshalb sagen wir es offen: Unser einziges Lager steht in Butzbach in Mittelhessen, direkt an der A5, rund 470 km südlich von Hamburg. Ein Außenlager im Hafen haben wir nicht, und wir tun auch nicht so.
Die Importkette: vom Container bis zum verkaufsfähigen Bestand
Wer importiert, braucht einen klaren Ablauf mit klaren Zuständigkeiten. So sieht die Kette aus, wenn Ihre Ware über Hamburg kommt:
| Schritt | Was passiert | Wer ist zuständig |
|---|---|---|
| 1. Ankunft im Hafen | Container wird gelöscht und bereitgestellt | Reederei und Terminal |
| 2. Verzollung | Einfuhranmeldung, Zölle und Einfuhrumsatzsteuer | Ihr Spediteur oder Zollagent |
| 3. Transport nach Butzbach | Container oder Paletten per Lkw über die A7 und A5 | Ihr Spediteur |
| 4. Warenanmeldung | Anlieferung vorab im Kundenportal anmelden: Lieferant, Referenz, erwartetes Datum, Artikel, Mengen | Sie |
| 5. Wareneingang | Scannen, Soll/Ist-Abgleich mit der Anmeldung, Fotos, Einbuchung auf Lagerplätze | LogYou |
| 6. Aufbereitung (bei Bedarf) | EAN- oder FNSKU-Etiketten anbringen, Sets konfektionieren | LogYou |
| 7. Verkaufsfähig | Bestand erscheint live im Portal und wird an den Shop gemeldet | automatisch |
Wichtig ist Schritt 4. Weil Sie jede Anlieferung vorab anmelden, wissen wir, welche Artikel und Mengen kommen. Beim Eingang gleichen wir die tatsächliche Lieferung mit der Anmeldung ab. Fehlmengen, Übermengen oder beschädigte Kartons dokumentieren wir mit Fotos in einem Ticket, das Sie im Portal sehen. So haben Sie die Grundlage für eine Reklamation beim Lieferanten, bevor die Ware im Verkauf ist. Bleibt eine Lieferung unvollständig, bleibt die Anmeldung offen, bis der Rest ankommt.
Mehr zum Ablauf im Lager lesen Sie auf der Seite Lagerlogistik & Wareneingang und im Wiki unter Lieferavis und Wareneingang.
Legen Sie Artikel mit EAN, Gewicht, Maßen, Zolltarifnummer und Ursprungsland an, bevor der Container ankommt. Dann wird die Ware beim Eingang direkt eingebucht statt erst geklärt. Fehlende Barcodes auf Importware sind der häufigste Grund für Verzögerungen im Wareneingang.
Paletten oder lose geladen?
Wie Ihre Ware im Container steht, entscheidet über Tempo und Kosten des Wareneingangs. Palettierte Ware wird mit dem Stapler entladen, gescannt und eingelagert. Der Wareneingang kostet bei uns je nach Aufwand 4 bis 15 € pro Palette. Lose geladene Kartons, wie sie in Containern aus Asien häufig vorkommen, müssen von Hand entladen und sortiert werden. Das dauert deutlich länger und wird nach Aufwand abgerechnet. Wir kalkulieren es vorab im Angebot, damit es keine Überraschung auf der Rechnung gibt.
Unser Rat: Lassen Sie die Ware beim Lieferanten sortenrein palettieren, mit Packliste pro Palette. Der Aufpreis beim Lieferanten ist meist kleiner als der Mehraufwand im Wareneingang.
Was nach dem Import mit Ihrer Ware passiert
Importware ist selten sofort versandfertig. Typische Aufgaben nach dem Wareneingang:
- Etikettieren: Artikel ohne Barcode oder mit falscher EAN bekommen ein neues Etikett. Für Amazon-FBA-Lieferungen bringen wir FNSKU-Etiketten an. Mehr unter Amazon FBA Prep.
- Sets bilden: Einzelteile werden zu verkaufsfertigen Sets konfektioniert, etwa Geschenksets oder Bundles. Details unter Konfektionierung.
- Aufteilen: Ein Teil der Ware geht als Palette an Handelspartner oder an Amazon, der Rest wird für den Einzelversand eingelagert. Beides läuft aus einem Bestand.
- Seriennummern erfassen: Bei Elektronik scannen wir Seriennummern beim Wareneingang oder importieren sie als Liste. Doppelte Seriennummern lehnt das System ab.
Ihre Pflichten als Importeur
Wer Ware aus Ländern außerhalb der EU einführt und in Deutschland verkauft, trägt als Importeur Pflichten, die kein Lager für Sie übernehmen kann. Die wichtigsten, kurz zusammengefasst (Stand September 2026, keine Rechtsberatung):
| Pflicht | Worum es geht |
|---|---|
| Produktsicherheit (GPSR) | Für Produkte, die in der EU verkauft werden, muss ein Wirtschaftsakteur mit Sitz in der EU benannt sein. Name und Kontakt gehören auf Produkt oder Verpackung. Mehr unter GPSR. |
| Kennzeichnung | Je nach Produkt CE-Kennzeichnung, Textilkennzeichnung, Warnhinweise in deutscher Sprache. |
| Verpackungen | Registrierung im Verpackungsregister LUCID und Lizenzierung der Verpackungen, die beim Endkunden ankommen. Mehr unter Verpackungsgesetz & LUCID. |
| Elektrogeräte und Batterien | Registrierung bei der stiftung ear, bevor die Ware verkauft wird. |
Für uns als Fulfillment-Dienstleister ist das kein Formalismus. Bei Elektrogeräten dürfen wir Ware ohne gültige Herstellerregistrierung zum Beispiel gar nicht lagern oder versenden. Klären Sie diese Punkte deshalb, bevor der Container ankommt, nicht danach.
Checkliste vor dem ersten Container
- Artikelstammdaten mit EAN, Gewicht, Maßen, Zolltarifnummer und Ursprungsland an uns übermitteln.
- Prüfen, ob jede Verkaufseinheit einen scanbaren Barcode trägt. Wenn nicht: Etikettierung bei uns einplanen.
- Kartons und Paletten beschriften lassen: Artikelnummer und Menge je Karton, keine gemischten Kartons ohne Packliste.
- Warenanmeldung im Kundenportal anlegen, mit erwartetem Liefertermin.
- Spediteur informieren: Anlieferung nach Butzbach, Zeitfenster Mo–Fr.
- Klären, welcher Teil direkt weitergeht, etwa an Amazon oder Handelspartner, und welcher eingelagert wird.
Ein Wareneingang, der so vorbereitet ist, ist in der Regel schnell eingebucht. Einer ohne Barcodes und Packliste kann Tage dauern, bei jedem Anbieter.
Das Nord-Süd-Problem im Überblick
Die Frage ist nicht, ob ein Paket aus Hamburg in Bayern ankommt. Natürlich tut es das. Die Frage ist, wie gleichmäßig Ihre Laufzeiten sind:
| Zielregion | Lager in Hamburg | Lager in Butzbach (A5) |
|---|---|---|
| Hamburg, Schleswig-Holstein | sehr kurz | 1–2 Werktage |
| Berlin, Niedersachsen | kurz | 1–2 Werktage |
| NRW, Hessen | mittel | kurz |
| Baden-Württemberg, Bayern | lang, bei Randlagen häufig +1 Werktag | 1–2 Werktage |
| Österreich, Schweiz | lang | vergleichsweise kurz |
Die Tabelle beschreibt Tendenzen, keine garantierten Laufzeiten. Das Prinzip dahinter erklären wir ausführlich auf der Seite Fulfillment aus der Mitte Deutschlands.
Dänemark und Skandinavien
Aus Hamburg ist Dänemark nur einen Katzensprung entfernt. Für den Paketversand an Endkunden macht das weniger aus, als man denkt. Dänemark, Schweden und Finnland sind EU-Länder: kein Zoll, Zustellung aus Butzbach typischerweise in 2–4 Werktagen. Die Umsatzsteuer im Zielland melden Sie über das OSS-Verfahren, sobald Ihre EU-weiten Auslandsverkäufe an Privatkunden 10.000 € im Jahr übersteigen.
Norwegen gehört nicht zur EU. Sendungen brauchen dort Zollpapiere. Für DHL-Sendungen außerhalb der EU erzeugt unser System die Zollinhaltserklärung CN23 automatisch mit Zolltarifnummer, Ursprungsland, Gewicht und Warenwert je Position. Die Einfuhr in Norwegen übernimmt Ihr eigener Dienstleister. Mehr dazu im Leitfaden Cross-Border-Fulfillment.
Hamburger Handel: B2C und B2B aus einem Bestand
Viele Hamburger Unternehmen verkaufen nicht nur online an Endkunden. Sie beliefern auch Fachhändler, Filialen oder Marktplätze mit größeren Mengen. Das muss nicht auf zwei Lager verteilt werden:
- Einzelpakete an Endkunden gehen mit Cut-Off 14 Uhr am selben Tag raus.
- Paletten an Handelspartner versenden wir per Spedition, ab dem Paket Wachstum.
- Lieferscheine werden automatisch gedruckt. Etiketten oder Dokumente Ihrer Handelspartner hängen Sie an den Auftrag, sie werden beim Packen automatisch mitgedruckt.
- Cross-Docking: Ware, die direkt weitergeht, muss nicht erst eingelagert werden. Mehr unter Cross-Docking.
Details zur Handelsbelieferung finden Sie auf der Seite B2B-Fulfillment.
Was Fulfillment für Hamburger Händler kostet
Es gilt unsere öffentliche Preisliste, unabhängig davon, wo Ihr Büro steht. Die Pakete kosten 99 €, 199,99 € oder 299,99 € im Monat. Dazu kommen nutzungsbasierte Preise für Aufträge, Pick & Pack, Verpackung und Retouren sowie Wareneingang, Lagerung und Porto. Der Wareneingang liegt bei 4 bis 15 € pro Palette, die Lagerung bei 8 bis 25 € pro Palettenstellplatz und Monat, das Porto berechnen wir zum Carrier-Einkaufspreis ohne Versandmarge.
Den Transport vom Hafen nach Butzbach organisiert und bezahlt Ihr Spediteur. Rechnen Sie ihn in Ihre Kalkulation ein, aber pro Container, nicht pro Paket. Ihren Monat rechnen Sie auf der Seite Fulfillment-Kosten berechnen nach.
Wann ein Lager in Hamburg die bessere Wahl ist
Es gibt Fälle, in denen ein Lager im Hafen sinnvoller ist:
- Sie verkaufen fast nur an Kunden in Norddeutschland oder beliefern Skandinavien in großen Mengen per Lkw.
- Sie handeln komplette Container weiter, ohne dass die Ware in den Einzelversand geht.
- Sie brauchen ein Zolllager, um Ware unverzollt zu lagern. Das bieten wir nicht an.
- Ihre Produkte sind Sperrgut, größer als eine Palette, oder Tiefkühlware.
Für Onlinehändler, die ihre Importware an Endkunden in ganz Deutschland und der EU verkaufen, ist die Kombination aus Hafen in Hamburg und Lager in der Mitte die schnellere und meist günstigere Lösung. Wie Sie Anbieter vergleichen, lesen Sie auf der Seite Fulfillment-Dienstleister.