Pakete aus Deutschland nach Österreich sind zollfrei, weil beide Länder zur EU gehören. Aus Butzbach an der A5 erreichen Sendungen Österreich typischerweise in 2–4 Werktagen. Als Händler melden Sie die österreichische Umsatzsteuer über OSS, lizenzieren Verpackungen bei einem österreichischen System und benennen als ausländischer Versandhändler einen Bevollmächtigten.
Auf dieser Seite
- Zwei Fragen hinter „Fulfillment Österreich“
- Für deutsche Händler: Österreich ohne zweites Lager
- Ihre Pflichten als Händler in Österreich
- Für österreichische Marken: Lager in Deutschland
- Österreich über Amazon und eBay
- Und die Schweiz?
- Checkliste: Österreich-Start in sechs Schritten
- Was Fulfillment für den Versand nach Österreich kostet
- Wann wir nicht der richtige Partner sind
- Häufige Fragen
Zwei Fragen hinter „Fulfillment Österreich“
Wer nach Fulfillment in Österreich sucht, meint meistens eine von zwei Sachen. Die Antworten sind unterschiedlich, deshalb trennen wir sie:
- Sie sind ein deutscher Händler und wollen österreichische Kunden beliefern, ohne ein zweites Lager aufzubauen.
- Sie sind eine österreichische Marke und suchen ein Lager, aus dem Sie Deutschland und Österreich gemeinsam bedienen.
In beiden Fällen gilt: Unser einziges Lager steht in Butzbach in Mittelhessen, direkt an der A5. Ein Lager in Österreich haben wir nicht. Das sagen wir so deutlich, weil viele Seiten zu „Fulfillment Österreich“ nicht klar sagen, wo die Ware tatsächlich lagert.
Für deutsche Händler: Österreich ohne zweites Lager
Österreich ist für viele deutsche Onlineshops der naheliegendste Auslandsmarkt: gleiche Sprache, ähnliche Kaufgewohnheiten, keine Zollgrenze. Die logistische Frage ist schnell beantwortet. Sie brauchen kein eigenes Lager in Österreich. Pakete aus Deutschland sind zollfrei und kommen typischerweise in 2–4 Werktagen an.
Ein eigenes Lager in Österreich verdoppelt Ihren Aufwand: zwei Bestände, zwei Inventuren, zwei Nachschubplanungen, zweimal Sicherheitsbestand. Das lohnt sich erst, wenn Sie in Österreich sehr große Mengen versenden oder Ihre Kunden dort zwingend am nächsten Tag beliefern müssen. Für die meisten Shops steht der Laufzeitgewinn von ein bis zwei Tagen in keinem Verhältnis zu den Kosten.
Laufzeiten nach Österreich
| Ziel | Entfernung ab Butzbach (Straße) | Typische Zustellung |
|---|---|---|
| Salzburg | rund 560 km | 2–4 Werktage |
| Innsbruck | rund 580 km | 2–4 Werktage |
| Linz | rund 600 km | 2–4 Werktage |
| Wien | rund 750 km | 2–4 Werktage |
| Graz | rund 800 km | 2–4 Werktage |
| Klagenfurt | rund 780 km | 2–4 Werktage |
Die Laufzeiten sind typische Spannen für Standardsendungen, keine Garantie. Ballungsräume sind in der Regel schneller erreicht als abgelegene Alpentäler. Die Straßenentfernung sagt dabei wenig über die Laufzeit: Pakete laufen über die Hub-Netze der Carrier, nicht auf direktem Weg.
Versand und Carrier
Labels für DHL und DPD entstehen direkt über die Schnittstellen der Carrier. Die Trackingnummer geht automatisch an Ihren Shop zurück, egal ob Shopify, Shopware, Amazon, eBay, JTL, PlentyONE oder Xentral. Auf Wunsch versenden wir über Ihren eigenen DHL- oder DPD-Vertrag, zum Beispiel wenn Sie für Österreich bereits Konditionen verhandelt haben. Das Porto berechnen wir zum Carrier-Einkaufspreis weiter, ohne Versandmarge. Mehr zum Versand unter Versand & Same-Day.
Retouren aus Österreich
Österreichische Kunden haben dieselben Widerrufsrechte wie deutsche. Rücksendungen kommen in unser Lager in Butzbach. Dort scannen wir jede Retoure über den Lieferschein oder die Trackingnummer, ordnen sie der Originalbestellung zu, erfassen den Retourengrund und machen Fotos. Verkaufsfähige Ware lagern wir wieder ein, alles andere wird aufbereitet oder separat geführt. Sie sehen jede Retoure mit Positionen und Fotos im Kundenportal. Den kompletten Ablauf beschreibt die Seite Retourenmanagement.
Ihre Pflichten als Händler in Österreich
Das Lager kümmert sich um die Pakete. Für Steuern und Registrierungen in Österreich sind Sie als Händler selbst verantwortlich. Die wichtigsten Punkte (Stand September 2026, keine Rechts- oder Steuerberatung):
| Thema | Was gilt | Wer ist zuständig |
|---|---|---|
| Zoll | Kein Zoll, keine Zollpapiere innerhalb der EU | – |
| Umsatzsteuer | Ab 10.000 € EU-weiten Auslandsverkäufen an Privatkunden pro Jahr gilt die österreichische Umsatzsteuer, Meldung über OSS | Sie bzw. Ihre Steuerberatung |
| Steuersätze Österreich | 20 % Normalsatz, ermäßigt 10 % und 13 % | Sie bzw. Ihre Steuerberatung |
| Verpackungen | Lizenzierung bei einem österreichischen Sammel- und Verwertungssystem | Sie |
| Bevollmächtigter | Versandhändler ohne Sitz in Österreich müssen einen Bevollmächtigten für die Verpackungspflichten benennen | Sie |
| Elektrogeräte und Batterien | Eigene Registrierung in Österreich, für ausländische Versandhändler ebenfalls mit Bevollmächtigtem | Sie |
| Produktsicherheit | Die EU-Produktsicherheitsverordnung GPSR gilt auch in Österreich | Sie |
Die Umsatzsteuer im Detail: Liegen Ihre Verkäufe an Privatkunden im EU-Ausland insgesamt unter 10.000 € im Jahr, dürfen Sie deutsche Umsatzsteuer berechnen. Darüber gilt der Steuersatz des Ziellandes. Statt sich in Österreich zu registrieren, melden Sie die Umsätze über das OSS-Verfahren beim Bundeszentralamt für Steuern. Mehr dazu auch unter USt-ID.
Die Verpackungslizenzierung ist die Pflicht, die am häufigsten übersehen wird. Die deutsche Registrierung im Verpackungsregister LUCID deckt Österreich nicht ab. Wer verpackte Ware an österreichische Endkunden verschickt, lizenziert die Verpackungen zusätzlich in Österreich. Die Grundlagen der deutschen Regeln erklärt das Wiki unter Verpackungsgesetz & LUCID.
Für Ihre Verpackungsmeldung brauchen Sie Mengen je Material. Unser System erfasst bei jeder Sendung per Scan, welcher Karton verwendet wurde, und kennt das Zielland jeder Sendung. Diese Daten stellen wir Ihnen auf Anfrage als Auswertung zur Verfügung, getrennt nach Deutschland und Österreich.
Für österreichische Marken: Lager in Deutschland
Für viele österreichische Onlineshops ist Deutschland der größte Markt, oft um ein Vielfaches größer als der Heimatmarkt. Wer aus Österreich nach Deutschland versendet, hat mit denselben Laufzeiten zu kämpfen wie ein deutscher Händler, der nach Österreich liefert. Nur betrifft es dann den größeren Teil der Kundschaft.
Ein Lager in der Mitte Deutschlands dreht das um: Ihre deutschen Kunden bekommen ihre Pakete in 1–2 Werktagen, Ihre österreichischen typischerweise in 2–4. Beide Märkte laufen aus einem Bestand.
Bevor Sie Ware nach Deutschland verlegen, klären Sie zwei Punkte mit Ihrer Steuerberatung:
- Umsatzsteuer: Lagern Sie eigene Ware in Deutschland und verkaufen Sie von dort an deutsche Kunden, sind das in der Regel Inlandsumsätze in Deutschland. Dafür brauchen Sie meist eine deutsche Umsatzsteuer-Registrierung. Auch das Verbringen der Ware von Österreich nach Deutschland hat umsatzsteuerliche Folgen.
- Verpackungen: Wer verpackte Ware an deutsche Endkunden versendet, muss sich im deutschen Verpackungsregister LUCID registrieren und die Verpackungen bei einem deutschen System lizenzieren.
Das klingt nach Aufwand, ist aber einmalig. Danach läuft der Versand in beide Länder aus einem Lager.
Österreich über Amazon und eBay
Viele Händler erreichen österreichische Kunden zuerst über Marktplätze. Auch das läuft aus demselben Lager:
- Amazon: Österreichische Kunden bestellen überwiegend auf Amazon.de. Für Bestellungen, die Sie selbst versenden (FBM), importieren wir die Aufträge über die Amazon-Schnittstelle, versenden aus Butzbach und melden die Trackingnummer an Amazon zurück. Amazon-Retouren werden täglich automatisch in unser System übernommen. Mehr unter Amazon-Fulfillment.
- eBay: Die eBay-Anbindung unterstützt neben Deutschland auch den österreichischen Marktplatz. Bestellungen kommen automatisch, Trackingnummern gehen zurück.
- Eigener Shop: Verkaufen Sie über Shopify oder Shopware, bedienen Sie Deutschland und Österreich aus einem Shop mit zwei Versandzonen und einem Bestand.
Egal über welchen Kanal die Bestellung kommt: Sie landet im selben Lager, wird aus demselben Bestand gepickt und im selben Portal angezeigt.
Und die Schweiz?
Viele Händler, die Österreich beliefern, denken als Nächstes an die Schweiz. Die Schweiz gehört nicht zur EU, Sendungen brauchen Zollpapiere. Dafür hinterlegen wir an jedem Artikel Zolltarifnummer und Ursprungsland. Für DHL-Sendungen erzeugt unser System die Zollinhaltserklärung CN23 automatisch mit allen Positionen, Gewichten und Werten. Die Einfuhrverzollung und die Schweizer Mehrwertsteuer laufen über Ihren eigenen Dienstleister. Mehr dazu im Wiki unter Zollanmeldung und im Leitfaden Cross-Border-Fulfillment in der EU.
Checkliste: Österreich-Start in sechs Schritten
Bevor die erste Bestellung aus Österreich eingeht, sollten diese Punkte erledigt sein:
- Versandzone im Shop anlegen: Porto für Österreich festlegen und Lieferzeit ehrlich angeben, typischerweise 2–4 Werktage. In Shopify geht das über eine eigene Versandzone.
- Umsatzsteuer klären: Liegen Sie mit allen EU-Auslandsverkäufen über 10.000 € im Jahr, registrieren Sie sich für das OSS-Verfahren und hinterlegen die österreichischen Steuersätze im Shop.
- Verpackungen lizenzieren: Vertrag mit einem österreichischen Sammel- und Verwertungssystem abschließen.
- Bevollmächtigten benennen: Als Versandhändler ohne Sitz in Österreich brauchen Sie für die Verpackungspflichten einen Bevollmächtigten vor Ort.
- Rechtstexte prüfen: Widerrufsbelehrung, AGB und Impressum auf österreichische Kunden prüfen lassen. Mehr zum Widerruf unter Widerrufsrecht.
- Retourenweg festlegen: Rücksendungen gehen an unser Lager in Butzbach. Legen Sie fest, ob Sie ein Retourenlabel beilegen oder Ihre Kunden selbst frankieren.
Bei Elektrogeräten und Batterien kommt eine eigene österreichische Registrierung hinzu. Welche Pflichten beim Versand von Elektronik in Deutschland gelten, lesen Sie auf der Seite Elektronik-Fulfillment.
Was Fulfillment für den Versand nach Österreich kostet
Die Fulfillment-Preise hängen nicht vom Zielland ab. Es gelten unsere öffentlichen Pakete zu 99 €, 199,99 € oder 299,99 € im Monat plus nutzungsbasierte Preise, zum Beispiel im Paket Start 2,15 € pro Auftrag und 0,50 € Pick & Pack je Artikel. Wareneingang und Lagerung kommen nach Volumen dazu.
Unterschiedlich ist nur das Porto. Ein Paket nach Österreich kostet mehr als ein Inlandspaket. Wir berechnen es zum Carrier-Einkaufspreis weiter, ohne Versandmarge. Verhandeln Sie selbst gute Konditionen für Österreich, können wir über Ihren eigenen DHL- oder DPD-Vertrag versenden. Ihren Monat rechnen Sie auf der Seite Fulfillment-Kosten berechnen nach.
Wann wir nicht der richtige Partner sind
- Sie versenden fast ausschließlich innerhalb Österreichs und brauchen Zustellung am nächsten Tag. Dann ist ein Lager in Österreich sinnvoller.
- Sie brauchen Abholung durch einen österreichischen Carrier direkt am Lager. Wir übergeben an DHL und DPD, die Zustellung in Österreich läuft über deren Netze.
- Ihre Produkte sind Tiefkühlware oder Sperrgut, das größer ist als eine Palette.
Für alle anderen gilt: Deutschland und Österreich laufen aus einem Lager, mit einem Bestand, einem Portal und einer Rechnung. Welche Kriterien bei der Wahl eines Dienstleisters sonst noch zählen, finden Sie auf der Seite Fulfillment-Dienstleister.