Elektronik-Fulfillment ist Lagerung, Versand und Retourenbearbeitung von Elektro- und Elektronikgeräten durch einen Dienstleister. Seit dem 1. Juli 2023 muss der Fulfillment-Dienstleister nach dem ElektroG prüfen, ob der Hersteller bei der stiftung ear registriert ist. Ohne gültige WEEE-Registrierungsnummer darf er die Geräte nicht lagern, verpacken oder versenden.
Auf dieser Seite
- Was Elektronik-Fulfillment anders macht
- ElektroG: Was Ihr Fulfillment-Dienstleister prüfen muss
- Batterien und Akkus: BattDG, Kennzeichnung, Versand
- Seriennummern: Was wir erfassen und was nicht
- Hochwertige Ware sicher lagern und packen
- RMA: Retouren von Elektronik richtig bearbeiten
- Altgeräte und Rücknahmepflichten
- In vier Schritten zum Elektronik-Fulfillment
- Kanäle, Marktplätze und internationaler Versand
- Was Elektronik-Fulfillment bei LogYou kostet
- Checkliste: So bereiten Sie den Start vor
- Für wen wir nicht passen
- Häufige Fragen
Was Elektronik-Fulfillment anders macht
Ein T-Shirt, das falsch gepickt wird, kostet eine Retoure. Ein Smartphone, das falsch gepickt wird, kostet eine Retoure, einen verärgerten Kunden und manchmal eine Anzeige wegen Betrugs, weil der Kunde „ein leeres Paket“ erhalten haben will. Elektronik hat drei Eigenschaften, die jeden Prozessschritt im Lager verändern:
- Hoher Warenwert auf kleinem Raum: Kopfhörer, Smartwatches und Grafikkarten passen in ein kleines Regalfach, sind aber ein Vielfaches wert. Schwund, Verwechslung und Reklamationsbetrug sind reale Kostenfaktoren.
- Regulierung vor dem ersten Versand: Elektrogeräte und Batterien dürfen in Deutschland nur mit gültiger Herstellerregistrierung in Verkehr gebracht werden, und seit 2023 muss auch Ihr Fulfillment-Dienstleister das prüfen.
- Retouren sind Technik, nicht nur Logistik: Eine zurückgeschickte Bluetooth-Box muss auf Vollständigkeit, Siegel und Funktion geprüft werden, bevor sie wieder als Neuware verkauft werden darf.
Ein Standardprozess, der Elektronik wie jede andere Ware behandelt, scheitert an mindestens einem dieser Punkte. Deshalb richten wir für Elektronik-Kunden vor dem Start ein, welche Daten beim Wareneingang erfasst werden, wie gepackt wird und nach welcher Checkliste Retouren bewertet werden.
ElektroG: Was Ihr Fulfillment-Dienstleister prüfen muss
Seit dem 1. Juli 2023 gilt nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) eine Prüfpflicht für Fulfillment-Dienstleister. Bevor wir Elektrogeräte lagern, verpacken, adressieren oder versenden, müssen wir sicherstellen, dass der Hersteller bei der stiftung ear registriert ist. Fehlt die Registrierung, dürfen wir die Geräte nicht für Sie versenden. Deshalb fragen wir die Registrierungen vor dem Start ab, nicht erst bei der ersten Anlieferung.
Was wir vor dem Start von Ihnen brauchen:
| Unterlage | Wofür | Wer ist verantwortlich |
|---|---|---|
| WEEE-Registrierungsnummer (Format „DE“ + 8 Ziffern) je Marke und Geräteart | Prüfpflicht nach ElektroG | Hersteller bzw. dessen Bevollmächtigter |
| Registrierung für Batterien und Akkus | Batterien in oder mit Geräten, lose Akkus | Hersteller nach BattDG |
| Angaben zu Akkutyp und Wattstunden je Artikel | Versandprüfung für Lithium-Akkus | Sie als Händler |
| Zolltarifnummer und Ursprungsland je Artikel | CN23 für Nicht-EU-Sendungen | Sie als Händler |
| Name und Anschrift des EU-Verantwortlichen | Produktsicherheit nach GPSR | Hersteller, Importeur oder Bevollmächtigter |
Wenn Sie Geräte eines Herstellers ohne Sitz in Deutschland verkaufen, braucht dieser einen Bevollmächtigten in Deutschland, der die Registrierung übernimmt. Sonst gelten Sie als Händler unter Umständen selbst als Hersteller. Die Registrierungsnummer muss außerdem auf Ihren Angebotsseiten und Rechnungen stehen.
Die Hintergründe zu Kennzeichnung und Verantwortlichkeiten nach der Produktsicherheitsverordnung finden Sie im Beitrag GPSR für Onlinehändler und im Wiki-Artikel GPSR.
Stellen wir bei einer Anlieferung fest, dass für eine Geräteart keine gültige Registrierung vorliegt, müssen wir die Ware sperren, bis sie nachgewiesen ist. Prüfen Sie Ihre Registrierungen deshalb vor der ersten Warenanmeldung, besonders bei neuen Produktkategorien und Eigenmarken aus Fernost.
Batterien und Akkus: BattDG, Kennzeichnung, Versand
Fast jedes moderne Gerät hat einen Akku, und Akkus sind doppelt reguliert: rechtlich als Batterie und im Transport als Gefahrgut.
Rechtlich gilt seit dem 18. August 2025 das Batterierecht-Durchführungsgesetz (BattDG). Es hat das alte Batteriegesetz abgelöst und setzt die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 in Deutschland um. Hersteller von Batterien, auch von Batterien, die in Geräten verbaut sind, müssen sich registrieren und sich an der Rücknahme beteiligen. Für Sie heißt das: Ein Bluetooth-Kopfhörer braucht in der Regel eine Registrierung für das Gerät und eine für den Akku.
Im Transport sind Lithium-Akkus Gefahrgut der Klasse 9. Es gibt zwei UN-Nummern:
| UN-Nummer | Was darunter fällt | Beispiele | Versandaufwand |
|---|---|---|---|
| UN3481 | Akkus in Geräten eingebaut oder mit Geräten verpackt | Smartphone, Kopfhörer, E-Zahnbürste, Ersatzakku im Gerätekarton | häufig als Kleinmenge nach Sondervorschrift 188 möglich |
| UN3480 | Akkus allein, ohne Gerät | Powerbanks, Ersatzakkus, Akkupacks | strenger; bei Luftfracht stark eingeschränkt |
Ob ein Artikel unter die Erleichterungen fällt, hängt von den Wattstunden, der Anzahl Zellen und der Verpackung ab. Die Details erklärt der Wiki-Artikel Lithium-Akkus versenden, allgemein zu Gefahrgut der Artikel Gefahrgut im Fulfillment.
Offen gesagt: LogShip führt Gefahrgut nicht als automatische Systemfunktion. Deshalb prüfen wir jeden akkubetriebenen Artikel vor dem Start einzeln mit Datenblatt, Wattstunden und Verpackung und legen fest, ob und mit welchem Carrier er rausgehen kann. Was nicht sicher unter die Kleinmengenregeln fällt, nehmen wir nicht an. Das ist uns lieber als ein Paket, das im Carrier-Netz gestoppt wird.
Seriennummern: Was wir erfassen und was nicht
Für Garantie, Diebstahlschutz und Rückrufe sind Seriennummern bei Elektronik oft Pflicht. Bei LogYou legen Sie pro Artikel fest, wie er geführt wird: mit Seriennummer, mit Charge oder mit beidem.
Die Erfassung passiert beim Wareneingang. Jede Einheit wird einzeln gescannt, oder Sie liefern uns die Nummern als CSV-Datei mit Seriennummer, Charge und Datum. Ist eine Seriennummer schon im Bestand, lehnt das System sie ab. So entdecken wir Dubletten und Etikettierfehler des Herstellers, bevor die Ware verkauft ist.
Welche Einheit einem Auftrag zugeteilt wird, entscheidet die Lagerlogik. Die Seriennummer wird beim Packen nicht zusätzlich pro Kunde gescannt. Wenn Sie für eine Garantie-Registrierung oder einen Händlervertrag wissen müssen, welcher Kunde welche Seriennummer erhalten hat, sagen Sie uns das im Erstgespräch. Dann legen wir den Prozess dafür gemeinsam fest, bevor der erste Auftrag läuft.
Die Seriennummernverwaltung ist Teil des Pakets Premium. Mehr dazu auf der Seite MHD, Chargen & Seriennummern und im Wiki unter Seriennummer.
Hochwertige Ware sicher lagern und packen
Schwund und Reklamationsbetrug treffen Elektronik härter als jede andere Branche. Wir setzen an drei Stellen an:
- Lagerung: Ihre Ware liegt in zutrittskontrollierten Bereichen auf eigenen Lagerplätzen und ist Ihrem Mandanten zugeordnet. Jede Bewegung wird gescannt, die Inventur läuft ebenfalls per Scan.
- Packen: Jeder Artikel wird beim Packen gegen den Auftrag gescannt. Offene Anweisungen von Ihnen, etwa „bei Artikel X immer Netzteil-Adapter UK beilegen“, erscheinen dem Packer als Hinweis, bevor er den Auftrag packt.
- Nachweis: Jeder Packtisch hat eine Kamera, und zu jeder Sendung ist gespeichert, an welchem Tisch sie gepackt wurde. Meldet ein Kunde ein leeres Paket oder einen fehlenden Artikel, sichten wir den Packvorgang genau dieser Sendung. Diese Auswertung ist Teil der Zusatzleistung VideoShip.
Verpackt wird in stabilen Kartons aus recyceltem Material mit Füllmaterial aus Altpapier. Kartons mit Originalverpackung eines Herstellers versenden wir auf Wunsch in einem Umkarton, damit das Markenlogo nicht von außen sichtbar ist. Das ist ein einfacher, oft unterschätzter Schutz vor Diebstahl auf der letzten Meile.
RMA: Retouren von Elektronik richtig bearbeiten
Bei Elektronik entscheidet die Retoure darüber, ob Sie Marge verlieren oder zurückholen. Unser Ablauf:
- Zuordnen: Wir scannen Lieferschein oder Trackingnummer und ordnen die Retoure der Originalbestellung zu.
- Dokumentieren: Retourengrund erfassen, Zustand fotografieren. Sie sehen jede Retoure mit Positionen und Fotos in Ihrer LogShip Cloud.
- Prüfen: nach Ihrer Checkliste, zum Beispiel Siegel intakt, Zubehör vollständig, Gerät lässt sich einschalten, auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.
- Entscheiden: Einwandfreie Ware geht zurück in den verkaufsfähigen Bestand, in der Regel innerhalb von 48 Stunden. Geöffnete oder beschädigte Ware wird separat geführt, nach Ihrer Vorgabe aufbereitet oder dokumentiert entsorgt.
Aufbereitung wie Reinigung, Neuverpackung oder Funktionstest rechnen wir nach Stundensatz ab (40 bis 65 € pro Stunde, je nach Aufwand), Entsorgung mit 0,30 bis 1,00 € pro Stück. Reparaturen auf Bauteilebene bieten wir nicht an. Den kompletten Ablauf beschreibt die Seite Retourenmanagement, wie Sie aufbereitete Ware als B-Ware verkaufen, der Wiki-Artikel A-Ware und B-Ware.
Altgeräte und Rücknahmepflichten
Neben der Registrierung regelt das ElektroG auch die Rücknahme alter Geräte. Onlinehändler, deren Lager- und Versandflächen für Elektrogeräte mindestens 400 m² groß sind, müssen Altgeräte kostenlos zurücknehmen. Beim Kauf eines gleichartigen Neugeräts gilt das Eins-zu-eins-Prinzip, bis zu drei kleine Altgeräte je Geräteart ohne Kante über 25 cm müssen sie auch ohne Neukauf zurücknehmen. Unabhängig von der Flächengröße müssen alle Vertreiber ihre Kunden über die Rückgabemöglichkeiten informieren. Ob und in welchem Umfang die Pflichten für Sie gelten, hängt von Ihrem Einzelfall ab. Das klären Sie bitte mit Ihrem Rechtsberater.
Für die Logistik ist wichtig: Altgeräte sind keine Retouren. Sie dürfen nicht in den verkaufsfähigen Bestand und brauchen einen eigenen Weg zur Entsorgung über Ihr Rücknahmesystem. Wenn Ihre Kunden Altgeräte an unsere Adresse schicken sollen, legen wir vor dem Start fest, wie wir sie annehmen, getrennt sammeln und an Ihren Entsorger übergeben.
In vier Schritten zum Elektronik-Fulfillment
- Erstgespräch (innerhalb von 24 Stunden): Sie schicken uns Ihre Artikelliste mit Akkuangaben, Paketen pro Tag und Kanälen. Wir sagen Ihnen, welche Artikel wir ohne Einschränkung versenden können und welche wir einzeln prüfen müssen.
- Unterlagen und Anbindung: Sie reichen WEEE- und Batterie-Registrierungen ein, wir verbinden Ihren Shop oder Marktplatz mit LogShip und legen fest, welche Artikel mit Seriennummer geführt werden.
- Erste Anlieferung: Sie legen eine Warenanmeldung im Portal an, bei Bedarf mit Seriennummern als CSV. Wir buchen die Ware per Scan ein, Abweichungen melden wir als Ticket.
- Live-Betrieb: Aufträge laufen automatisch ins Lager, bis 14 Uhr eingegangene Bestellungen verlassen es am selben Tag. Retouren werden nach Ihrer Checkliste geprüft.
Kanäle, Marktplätze und internationaler Versand
Elektronik wird selten nur im eigenen Shop verkauft. Bei LogYou laufen alle Kanäle aus einem Bestand. Shopify, Shopware, Amazon, eBay, JTL-Wawi, PlentyONE und Xentral sind angebunden, die Trackingnummer geht nach dem Versand automatisch an den Kanal zurück. Für Amazon übernehmen wir auch die FBA-Vorbereitung mit FNSKU-Etiketten.
Innerhalb der EU versenden Sie ohne Zollformalitäten, in der Regel in 2 bis 4 Werktagen. Für Ziele außerhalb der EU wie die Schweiz, Großbritannien oder Norwegen erzeugt LogShip bei DHL-Sendungen die Zollinhaltserklärung CN23 automatisch, mit Zolltarifnummer, Ursprungsland, Gewicht und Wert je Position. Voraussetzung ist, dass diese Angaben an Ihren Artikeln hinterlegt sind. Mit DPD sind die Lieferbedingungen DDP (verzollt geliefert) oder DAP (Empfänger verzollt) möglich. Die Importverzollung im Zielland übernimmt Ihr eigener Zollagent. Mehr im Beitrag Cross-Border-Fulfillment in der EU.
Was Elektronik-Fulfillment bei LogYou kostet
Es gilt die öffentliche Preisliste auf der Preisseite. Weil die Seriennummernverwaltung Teil des Pakets Premium ist, rechnen die meisten Elektronik-Kunden mit Premium. VideoShip kommt auf Wunsch als Zusatzleistung dazu.
Ein Beispiel: 800 Aufträge im Monat, 1,2 Artikel pro Auftrag, 8 % Retourenquote.
| Position | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Paket Premium | monatlich | 299,99 € |
| Auftragsgrundkosten | 800 × 1,88 € | 1.504,00 € |
| Pick & Pack | 960 Artikel × 0,40 € | 384,00 € |
| Verpackung | 800 × 0,32 € | 256,00 € |
| Retouren | 64 × 2,25 € | 144,00 € |
| Summe | ohne Porto, Wareneingang und Lagerung | 2.587,99 € |
Pro Auftrag sind das rund 2,68 € für Auftrag, Pick & Pack und Verpackung. Porto rechnen wir zum Carrier-Einkaufspreis ohne Versandmarge ab. Lagerung kostet je nach Format 8 bis 25 € pro Palettenstellplatz und Monat. Mit Ihren eigenen Zahlen rechnen Sie das auf der Seite Fulfillment-Kosten berechnen nach.
Checkliste: So bereiten Sie den Start vor
- WEEE-Registrierungsnummern für alle Marken und Gerätearten zusammenstellen
- Batterie-Registrierung prüfen, wenn Geräte Akkus enthalten
- Datenblätter mit Akkutyp und Wattstunden für alle akkubetriebenen Artikel bereitlegen
- Zolltarifnummer und Ursprungsland an allen Artikeln hinterlegen, die außerhalb der EU verkauft werden
- Retouren-Checkliste festlegen: Was macht eine Rücksendung zu A-Ware, B-Ware oder Ausschuss?
- Entscheiden, ob Seriennummern pro Kunde dokumentiert werden müssen
- Erste Warenanmeldung im Portal anlegen, mit Seriennummern als CSV, falls vorhanden
Für wen wir nicht passen
LogYou ist gut für Unterhaltungs- und Konsumelektronik, Zubehör, Smart-Home-Produkte, Gadgets und Kleingeräte, die in ein Paket oder auf eine Palette passen. Nicht passen wir für Großgeräte wie Waschmaschinen, für Ware, die als Gefahrgut über die Kleinmengenregeln hinausgeht, für lose Industrieakkus und für Reparaturen auf Bauteilebene. Das sagen wir Ihnen im Erstgespräch, nicht erst nach der ersten Anlieferung.
Hinweis: Die rechtlichen Angaben auf dieser Seite geben den Stand September 2026 wieder und ersetzen keine Rechtsberatung.