Lithium-Akkus sind Gefahrgut der Klasse 9. Einzeln versandte Lithium-Ionen-Akkus laufen unter UN3480, in oder mit Geräten verpackte unter UN3481. Kleine Akkus bis 100 Wh dürfen nach Sondervorschrift 188 mit dem Lithiumbatterie-Kennzeichen per Paketdienst verschickt werden; einzelne Akkus verlangen bei den meisten Carriern eine Vereinbarung.
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Was sind Lithium-Akkus im Sinne des Gefahrgutrechts?
Lithium-Ionen-Akkus stecken in fast allem, was der Onlinehandel an Elektronik verschickt: Smartphones, Notebooks, Kopfhörer, E-Bikes, Akku-Werkzeugen, Powerbanks, elektrischen Zahnbürsten und Spielzeug. Wegen ihrer Energiedichte und der Brandgefahr bei Kurzschluss oder Beschädigung sind sie als Gefahrgut der Klasse 9 eingestuft. Vier UN-Nummern unterscheiden Chemie und Verpackungsart:
| UN-Nummer | Bezeichnung | Beispiel |
|---|---|---|
| UN3480 | Lithium-Ionen-Akkus, einzeln | Ersatzakku, Powerbank |
| UN3481 | Lithium-Ionen-Akkus in oder mit Ausrüstung | Notebook, Bohrmaschine mit Wechselakku im selben Paket |
| UN3090 | Lithium-Metall-Batterien, einzeln | Knopfzellen, CR123-Batterien |
| UN3091 | Lithium-Metall-Batterien in oder mit Ausrüstung | Uhr, Fernbedienung mit Knopfzelle |
Entscheidend für die Versandregeln sind Nennenergie (Wattstunden, Wh) je Akku, Lithiumgehalt bei Metallbatterien und ob der Akku einzeln oder mit Gerät reist.
Wie der Versand in der Praxis funktioniert
Die meisten Konsumgeräte fallen unter die Erleichterung der Sondervorschrift 188 des ADR: Lithium-Ionen-Zellen bis 20 Wh, Akkus bis 100 Wh, Lithium-Metall-Zellen bis 1 g bzw. Batterien bis 2 g Lithium. Für sie gelten vereinfachte Regeln:
- Artikelstamm: Je Artikel sind Wattstunden, UN-Nummer und Anzahl der Akkus hinterlegt. Ohne diese Daten kann das WMS das Paket nicht korrekt kennzeichnen.
- Verpackung: Der Akku ist gegen Kurzschluss gesichert (Pole isoliert, Originalverpackung oder Einzelbeutel) und gegen Bewegung im Paket gepolstert. Ein Gerät mit fest eingebautem Akku muss gegen unbeabsichtigtes Einschalten geschützt sein. Die Versandverpackung muss den 1,2-Meter-Falltest bestehen.
- Kennzeichnung: Das Lithiumbatterie-Kennzeichen (rot schraffiertes Rechteck, Batteriesymbol, UN-Nummer, Rückruf-Telefonnummer) außen auf dem Paket. Ausnahme: Pakete mit maximal vier Zellen oder zwei Akkus in Ausrüstung, wenn nicht mehr als zwei solcher Pakete in einer Sendung sind – typisch für ein einzelnes Smartphone.
- Carrier-Wahl: Das Versandsystem wählt nur Carrier und Produkte, deren Vertrag die jeweilige UN-Nummer und Wattstunden-Klasse einschließt.
- Ladezustand: Bei Luftfracht dürfen UN3480-Akkus maximal zu 30 % geladen sein. Für Straßenversand gibt es diese Grenze nicht, viele Hersteller liefern aber ohnehin mit 30 bis 50 %.
Was bei den großen Paketdiensten möglich ist, unterscheidet sich vor allem bei einzelnen Akkus:
- DHL Paket: UN3481 unter SV 188 national ohne Zusatzvertrag; UN3480 (einzelne Akkus, Powerbanks) nur mit gesonderter Vereinbarung. International sind Lithium-Sendungen auf bestimmte Länder und Produkte begrenzt.
- UPS: Beide UN-Nummern mit Gefahrgutvereinbarung, auch im Express- und Luftversand nach IATA; dafür höhere Anforderungen an Dokumentation und Verpackungsprüfung.
- DPD und GLS: SV-188-Ware mit Gefahrgutvertrag und Vorabfreigabe der Artikel.
Powerbanks und Ersatzakkus werden wie das dazugehörige Gerät behandelt. Sie sind aber UN3480 – einzelne Akkus – und damit bei den meisten Paketdiensten nur mit Vereinbarung zulässig. Wer sie ohne Freigabe verschickt, riskiert Rücksendungen vom Hub und die Kündigung des Carrier-Vertrags.
Warum Lithium-Akkus für Onlinehändler wichtig sind
Elektronik ist eine der umsatzstärksten Kategorien im Onlinehandel, und ein wachsender Anteil der Produkte hat einen Akku. Fehler in der Einstufung führen nicht nur zu Bußgeldern, sondern zu handfesten Betriebsrisiken: Ein Akkubrand im Lager oder im Carrier-Fahrzeug ist der Schadensfall, den Versicherungen am genauesten prüfen. Deshalb verlangen Carrier und Versicherer eine dokumentierte Einstufung je Artikel.
Zusätzlich wirken sich Akkus auf zwei weitere Prozesse aus. Bei Retouren muss jeder zurückkommende Akku auf Beschädigung geprüft werden, bevor er wieder eingelagert oder versandt wird; beschädigte Akkus gehen ausschließlich per Entsorgungsfachbetrieb. Und bei hochwertigen Geräten gehört die Seriennummer ins Tracking, weil Rückrufe im Akkubereich meist bestimmte Produktionsserien betreffen.
Lassen Sie den Hersteller den UN38.3-Prüfbericht (Transportsicherheitstest) und die Wattstunden je Akku mit dem Produktdatenblatt liefern. Carrier fragen den Bericht bei Freigaben an, und ohne die Wattstunden lässt sich nicht bestimmen, ob SV 188 greift oder Vollgefahrgut vorliegt.
So handhabt LogYou Lithium-Akkus
LogYou hinterlegt UN-Nummer und Wattstunden je Artikel in LogShip, verpackt und kennzeichnet SV-188-Ware nach Vorschrift und wählt automatisch einen Carrier mit passender Freigabe. Retournierte Akkus werden im Wareneingang geprüft und beschädigte Einheiten getrennt gelagert. Mehr unter Versand & Same-Day und Retourenmanagement.
Häufige Fragen zu Lithium-Akkus
Was ist der Unterschied zwischen UN3480 und UN3481?
Darf ich Lithium-Akkus mit DHL Paket versenden?
Welche Kennzeichnung braucht ein Paket mit Lithium-Akkus?
Was passiert mit beschädigten Akkus in Retouren?
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