Die Versandverpackung ist die äußere Umverpackung, in der eine Bestellung an den Kunden geht: Faltkarton, Versandtasche oder Polybag plus Füllmaterial und Klebeband. Sie muss die Ware auf dem Transportweg schützen, möglichst wenig Leerraum enthalten und ab 2030 die Vorgaben der EU-Verpackungsverordnung PPWR erfüllen.
Auf dieser Seite
Was ist Versandverpackung?
Die Versandverpackung ist die Transporthülle einer Bestellung – zu unterscheiden von der Verkaufsverpackung des Produkts (der Faltschachtel, in der die Creme steckt) und der Umverpackung im Großhandel (der Karton mit zwölf Faltschachteln). Im E-Commerce wird die Versandverpackung am Packplatz während des Pack & Label gewählt und befüllt; sie besteht aus Kartonage oder Versandtasche, Füllmaterial, Verschluss und gegebenenfalls einer Innenausstattung für das Unboxing.
Rechtlich gilt die Versandverpackung als Verpackung im Sinne des Verpackungsgesetzes: Wer sie erstmals mit Ware befüllt in Verkehr bringt, ist für Registrierung und Lizenzierung verantwortlich – bei Fulfillment in der Regel der Händler, nicht der Dienstleister.
Welche Verpackungsarten im Fulfillment üblich sind
| Verpackungsart | Typischer Einsatz | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Faltkarton (FEFCO 0201) | Standard für die meisten Pakete | stabil, stapelbar, günstig, bedruckbar | braucht Füllmaterial, Leerraum bei kleinen Artikeln |
| Automatikboden-Karton | hohe Volumina, schnelles Packen | schnell aufgerichtet, kein Klebeband am Boden | teurer je Stück |
| Versandtasche (Papier/Folie) | Textilien, Bücher, weiche Ware | leicht, geringes Volumen, günstig | kein Schutz gegen Druck |
| Polybag | Textilien, Amazon-Vorbereitung | wasserdicht, sehr leicht | Kunststoff, wenig Markenwirkung |
| Maxibrief-/Großbriefkarton | Kleinteile bis 2 cm Höhe | Briefporto statt Paketporto | nur für sehr flache Artikel |
| Bedruckter Markenkarton | D2C-Marken | Unboxing-Erlebnis, Wiedererkennung | Mindestabnahme, Lagerfläche beim Dienstleister |
Als Füllmaterial haben sich Papierpolster (aus Kraftpapier, maschinell zerknüllt) und Seidenpapier durchgesetzt; Luftpolsterfolie und Verpackungschips aus Kunststoff werden wegen PPWR und Kundenerwartung zunehmend ersetzt. Zerbrechliche Ware bekommt zusätzlich Wellpappe-Einlagen oder Kartoneinsätze.
Kartongrößen und Volumengewicht
Die Wahl der Kartongröße hat direkten Einfluss auf das Porto. Fast alle Carrier berechnen bei leichten, großen Paketen das Volumengewicht statt des tatsächlichen Gewichts:
| Karton (L × B × H) | Volumen | Volumengewicht (Faktor 5.000) | Folge bei 1,5 kg Ware |
|---|---|---|---|
| 25 × 18 × 10 cm | 4.500 cm³ | 0,9 kg | tatsächliches Gewicht zählt |
| 35 × 25 × 20 cm | 17.500 cm³ | 3,5 kg | Tarifstufe bis 5 kg |
| 60 × 40 × 40 cm | 96.000 cm³ | 19,2 kg | Tarifstufe bis 20 kg – für 1,5 kg Ware |
Dazu kommt das Gurtmaß: Überschreitet ein Karton die Carrier-Grenze, wird er zum Sperrgut mit Zuschlag. Ein gutes WMS berechnet deshalb beim Packen die kleinste passende Größe aus den Artikelmaßen – Voraussetzung sind gepflegte Maße und Gewichte je SKU.
Analysieren Sie Ihre 20 häufigsten Warenkörbe und lassen Sie die Kartongrößen darauf zuschneiden. Ein Shop, der 70 % seiner Bestellungen in einem 2-cm-Großbriefkarton statt im kleinsten Paketkarton verschicken kann, spart je Sendung mehrere Euro Porto – mehr, als jede Verhandlung mit dem Carrier bringt.
Warum Versandverpackung für Onlinehändler wichtig ist
Die Verpackung ist der dritt- bis viertgrößte Kostenblock je Paket nach Porto und Pick & Pack und liegt in Deutschland typischerweise bei 0,20 bis 1,50 € Material. Sie beeinflusst die Versandkosten über das Volumengewicht, die Transportschäden über die Polsterung und die Retourenquote über den ersten Eindruck. Beschädigte Ware ist ein häufiger Retourengrund, der fast immer auf zu wenig Polsterung oder zu viel Leerraum zurückgeht.
Ab 2030 kommt die regulatorische Seite hinzu: Die PPWR begrenzt den Leerraum in Versandverpackungen auf 50 % des Volumens und verlangt recyclingfähige Materialien – was viele Standardkartons und sämtliche Kunststoffchips betrifft. Was das konkret bedeutet, steht im Beitrag PPWR 2026 für Onlinehändler.
Bedruckte Markenkartons in nur einer Größe. Passt der Warenkorb nicht, wird entweder mit Füllmaterial aufgefüllt (Volumengewicht, PPWR-Leerraum) oder auf einen neutralen Karton ausgewichen (Markenwirkung weg). Wer Markenverpackung will, braucht mindestens drei Größen.
So macht es LogYou
LogYou hält ein Sortiment an Standardkartons und Versandtaschen vor, aus dem LogShip beim Packen automatisch die kleinste passende Größe vorschlägt; eigene bedruckte Kartons und Innenlagen können beigestellt und je Marke als Packanweisung hinterlegt werden. Füllmaterial ist Papierpolster, Kunststoffchips werden nicht eingesetzt. Details zum Packprozess unter E-Commerce Fulfillment.
Häufige Fragen zu Versandverpackung
Was kostet Versandverpackung pro Paket?
Welche Kartongrößen braucht ein Onlineshop?
Was verlangt die PPWR bei Versandverpackungen?
Fragen zu Versandverpackung in Ihrem Shop?
Wir verschicken seit 2014 täglich Pakete für E-Commerce-Marken. Sagen Sie uns Pakete pro Tag und Shop-System — wir antworten mit einer konkreten Einschätzung.