Sperrgut bezeichnet Pakete, die wegen Länge, Gurtmaß, Gewicht oder Form nicht maschinell sortierbar sind und von Hand bewegt werden müssen – etwa Sendungen über 120 cm Länge, in Rollen- oder Zylinderform oder ohne stabile Umverpackung. Carrier berechnen dafür Zuschläge, die oft höher sind als das Grundporto.
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Was ist Sperrgut?
Sperrgut (englisch non-conveyable, nicht bandfähig) sind Sendungen, die ein Carrier nicht über seine automatischen Sortieranlagen laufen lassen kann. Sie müssen an jeder Station von Hand gehoben, sortiert und verladen werden – und genau diese Handarbeit stellt der Carrier als Sperrgutzuschlag in Rechnung. Ob ein Paket als Sperrgut gilt, entscheiden vier Kriterien:
- Maße: Überschreitung der maximalen Länge oder des Gurtmaßes, bei DHL etwa Pakete über 120 cm Länge.
- Form: Rollen, Zylinder, Reifen, Kanister, Eimer und alles, was nicht auf einem Förderband liegen bleibt.
- Verpackung: unverpackte oder nur foliierte Ware, Umreifungsbänder, zusammengebundene Kartons, hervorstehende Teile.
- Gewicht: Sendungen über der Gewichtsgrenze des Standardpakets, meist 31,5 kg.
Abzugrenzen ist Sperrgut vom Volumengewicht (ein Preisfaktor für maschinenfähige Pakete) und vom Palettenversand über eine Spedition, der ab einer bestimmten Größe und Menge die wirtschaftlichere Alternative ist.
Ab wann ein Paket als Sperrgut gilt
Die Grenzwerte und Zuschläge unterscheiden sich je Carrier. Richtwerte für Geschäftskunden 2026 (netto, zusätzlich zum Porto; maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen):
| Carrier | Sperrgut ab (typisch) | Zuschlag (Größenordnung) |
|---|---|---|
| DHL Paket | Länge über 120 cm, Maße über 120 × 60 × 60 cm, Rollenform, nicht bandfähig | ca. 25–35 € |
| DPD | Gurtmaß über 300 cm, Länge über 175 cm, Rollen und unverpackte Ware | ca. 10–25 € |
| GLS | Gurtmaß über 300 cm, Länge über 200 cm, nicht maschinell sortierbar | ca. 10–25 € |
| UPS | Zusatzhandling ab ca. 122 cm Länge oder Sonderform, Großpaket ab ca. 300 cm Länge plus Umfang | ca. 15–25 €, Großpaket deutlich mehr |
Auffällig ist die Posterrolle: Mit 110 × 10 × 10 cm hat sie ein harmloses Gurtmaß von 150 cm, ist aber wegen der Rollenform bei fast allen Carriern Sperrgut. Verpackt in einem rechteckigen Karton mit gleichen Maßen wäre sie ein Standardpaket.
Warum Sperrgut für Onlinehändler wichtig ist
Bei einem Standardporto von 4 bis 6 € kann ein Sperrgutzuschlag von 25 € die Marge einer Bestellung komplett aufzehren – besonders, wenn der Shop kostenlosen Versand anbietet. Da Sortieranlagen jedes Paket automatisch vermessen und fotografieren, fällt Sperrgut sicher auf; der Zuschlag erscheint dann Wochen später als Nachbelastung auf der Carrier-Rechnung, wenn die Bestellung längst abgeschlossen ist. Bei Retouren fällt der Zuschlag ein zweites Mal an.
Wer sperrige Artikel verkauft, kalkuliert deshalb pro Artikel und nicht pauschal: Welcher Carrier nimmt das Produkt als Standardpaket, ab welcher Größe ist die Spedition günstiger, lässt sich das Produkt zerlegt oder in einer anderen Versandverpackung verschicken. Das ist einer der größten Hebel bei den Versandkosten großer Sortimente.
Sperrgut erst auf der Rechnung bemerken. Wenn der Sperrgutstatus nicht schon im Artikelstamm hinterlegt ist, wird jedes Paket mit dem falschen Produkt und Preis gebucht, und die Nachbelastung kommt gesammelt am Monatsende. Kennzeichnen Sie sperrige Artikel und Kartons im System, bevor die erste Sendung rausgeht.
Nutzen Sie Multi-Carrier-Versand: Ein Paket mit 130 cm Länge ist bei DHL Sperrgut, bei DPD und GLS ein Standardpaket. Eine Versandregel im WMS, die nach Länge und Gurtmaß routet, spart den Zuschlag bei jeder einzelnen Sendung.
So macht es LogYou
LogYou hinterlegt Maße, Gewicht und Sperrgut-Kennzeichen je Artikel und Kartontyp in LogShip. Die Versandregeln leiten sperrige Sendungen an den Carrier mit dem passenden Limit zwischen DHL, GLS, UPS und DPD; ab Paletten- oder Speditionsgröße organisieren wir den Versand über das Lager. Details unter Versand & Same-Day.
Häufige Fragen zu Sperrgut
Ab wann gilt ein Paket als Sperrgut?
Wie hoch ist der Sperrgutzuschlag?
Wie vermeide ich Sperrgut im Onlineshop?
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