Bei Amazon FBA lagert und versendet Amazon, bei FBM Sie oder Ihr Fulfillment-Dienstleister, bei Seller Fulfilled Prime (SFP) versenden Sie selbst mit Prime-Badge unter strengen Amazon-Vorgaben. FBA passt für kleine, schnelldrehende Artikel, FBM für Multichannel und sperrige Ware, SFP für professionelle Logistik ohne Amazon-Lager.
Auf dieser Seite
- Die drei Modelle in einem Satz
- Vergleichstabelle: FBA, FBM und SFP
- Die Kostenlogik hinter der Entscheidung
- Entscheidungshilfe: Welches Modell passt zu Ihrem Sortiment?
- Die Hybrid-Strategie: FBA und FBM kombinieren
- Was der Fulfillment-Dienstleister für Amazon leisten muss
- So macht es LogYou
- Fazit
- Häufige Fragen
Wer auf Amazon verkauft, muss sich für ein Versandmodell entscheiden – und die Wahl beeinflusst Sichtbarkeit, Marge und den Aufbau der gesamten Logistik. Drei Modelle stehen zur Verfügung: Amazon FBA, Amazon FBM und Seller Fulfilled Prime. Dieser Leitfaden stellt sie als Entscheidungsrahmen gegenüber; die Detailrechnungen mit Fallbeispielen finden Sie im Artikel Amazon FBA vs. FBM 2026, die SFP-Anforderungen in der Praxis im Artikel Seller Fulfilled Prime in Deutschland.
Die drei Modelle in einem Satz
- FBA (Fulfillment by Amazon): Sie liefern die Ware in Amazon-Logistikzentren, Amazon übernimmt Lagerung, Versand, Kundenservice und Retouren. Das Prime-Badge ist inklusive.
- FBM (Fulfillment by Merchant): Sie versenden Amazon-Bestellungen aus dem eigenen Lager oder über einen Fulfillment-Dienstleister. Kein Prime-Badge, volle Kontrolle über Bestand und Verpackung.
- SFP (Seller Fulfilled Prime): FBM mit Prime-Badge. Sie versenden selbst, verpflichten sich aber zu Amazons Prime-Leistungsversprechen und werden laufend daran gemessen.
Vergleichstabelle: FBA, FBM und SFP
| Kriterium | FBA | FBM | Seller Fulfilled Prime |
|---|---|---|---|
| Lager & Versand | Amazon | Sie / Ihr 3PL | Sie / Ihr 3PL |
| Prime-Badge | ja, automatisch | nein | ja, nach bestandener Testphase |
| Buy Box-Chancen | hoch | geringer bei gleichem Preis | hoch |
| Kostenlogik | Gebühr je Einheit nach Größe/Gewicht + Lagergebühr je Monat, saisonal höher | Preisbausteine des Dienstleisters + Porto | wie FBM, plus Kosten für Premium-Versand und Samstag-Betrieb |
| Bestandskontrolle | eingeschränkt, Amazon verteilt Ware | vollständig | vollständig |
| Multichannel aus einem Bestand | nur über Amazon MCF | ja | ja |
| Verpackung & Branding | Amazon-Standard | frei (Beileger, Unboxing) | frei, aber Prime-Laufzeit hat Vorrang |
| Retouren | Amazon, sehr kulant | Ihr Prozess, Amazon-Regeln gelten | Ihr Prozess, Amazon-Regeln gelten |
| Vorbereitung der Ware | FBA Prep: FNSKU-Label, Polybag, Set-Bildung | nach Ihren Standards | nach Ihren Standards |
| Anforderungen an das Lager | keine, Amazon-Anlieferung genügt | Versand innerhalb der Bearbeitungszeit | Same-Day-Cut-Off, Samstag-Versand, On-Time-Rate über 93,5 %, sehr niedrige Stornoquote |
| Typischer Einsatz | kleine, leichte Bestseller | sperrige Ware, Bundles, Multichannel | professionelle Logistik, Prime ohne Amazon-Lager |
Die Kostenlogik hinter der Entscheidung
FBA-Gebühren folgen Größen- und Gewichtsklassen: Ein Small-Standard-Artikel bis 250 g kostet 2026 in Deutschland rund 2,52 € Versandgebühr, größere Klassen deutlich mehr. Dazu kommen monatliche Lagergebühren je Kubikmeter, die im Q4 steigen, Langzeitlagergebühren für Ware über 180 Tage, Gebühren für Anlieferung, Entnahme und Entsorgung. Für kleine, schnelldrehende Artikel ist das je Einheit oft schwer zu schlagen.
FBM über einen Dienstleister folgt den normalen Fulfillment-Kosten: Pick-Kosten von 0,90–2,20 € für den Erst-Pick, Verpackung, Porto über Multi-Carrier-Verträge und Lagergebühren je belegtem Platz, unabhängig von der Saison. Der Vorteil zeigt sich bei sperrigen, schweren oder langsam drehenden Artikeln – und immer dann, wenn derselbe Bestand auch den eigenen Shop und andere Marktplätze bedient.
Rechnen Sie nicht pauschal für das Sortiment, sondern je ASIN. Ein Bestseller mit 300 g und 20 Verkäufen am Tag gehört fast immer in FBA. Ein 4-kg-Artikel mit fünf Verkäufen in der Woche kostet dort mit Lager- und Größenklassengebühren ein Vielfaches dessen, was ein Dienstleister für Pick, Verpackung und Porto berechnet.
Entscheidungshilfe: Welches Modell passt zu Ihrem Sortiment?
Die folgende Reihenfolge führt in den meisten Fällen zum richtigen Modell:
- Wie stark hängt der Verkauf am Prime-Badge? In Kategorien mit starkem Preis- und Lieferzeit-Wettbewerb (Elektronikzubehör, Haushalt, Beauty) ist Prime nahezu Pflicht. Bei Nischenprodukten mit wenig Wettbewerb verkauft FBM auch ohne Badge.
- Wie groß und schwer ist die Ware? Alles jenseits der Standardgrößen wird bei FBA teuer – hier führt der Weg zu FBM.
- Wie viele Kanäle bedienen Sie? Eigener Shop, eBay, Otto und B2B aus einem Dienstleisterlager sind mit FBM natürlich abgebildet; bei FBA bräuchten Sie doppelte Bestände oder Amazon MCF.
- Wie hoch ist Ihr Bestandsrisiko? Saisonware, MHD-Artikel und Sortimente mit Langsamdrehern leiden unter FBA-Langzeitlagergebühren und eingeschränktem Zugriff.
- Wie professionell ist Ihre Logistik? SFP verlangt Versand am Bestelltag bei Bestellungen bis zum Cut-Off, Samstag-Versand, zugelassene Carrier, eine On-Time-Delivery-Rate über 93,5 % und minimale Storno- und Verspätungsquoten – und zwar dauerhaft, nicht nur in der Testphase. Ohne Lager mit Wochenendbetrieb und durchgängigem Scan-Prozess scheitert SFP an der Statistik, nicht am Willen.
- Wie wichtig ist Ihnen das Markenerlebnis? Eigene Verpackung, Beileger und Unboxing gibt es nur bei FBM und SFP.
Die Hybrid-Strategie: FBA und FBM kombinieren
In der Praxis nutzen die meisten wachsenden Marken mehrere Modelle gleichzeitig. Ein typisches Muster:
- Bestseller in Standardgrößen laufen über FBA für Badge und Buy Box.
- Long Tail, sperrige Artikel, Bundles und Sets laufen als FBM aus dem Dienstleisterlager, wo sie auch für Shop und andere Marktplätze verfügbar sind.
- Dieselben ASINs zusätzlich als FBM-Angebot halten das Listing online, wenn der FBA-Bestand ausverkauft ist oder eine Anlieferung hängt.
- Ambitionierte Händler ergänzen SFP für Artikel, bei denen Prime zählt, aber FBA zu teuer oder unflexibel ist.
Voraussetzung ist ein Dienstleister, der beide Welten bedient: FBA Prep für die Amazon-Anlieferung (FNSKU-Etikettierung, Polybagging, Anlieferplan) und FBM/SFP-Versand aus demselben Lager mit direkter Anbindung an Amazon.
SFP mit einem Lager zu starten, das freitags um 16 Uhr schließt. Amazon rechnet Bestellungen bis zum Cut-Off am Samstag als Versandtag mit; ohne Samstag-Betrieb sinkt die On-Time-Rate rechnerisch unter die Schwelle, und das Badge ist nach wenigen Wochen weg. Klären Sie Wochenendkapazität und Carrier-Abholung, bevor Sie die Testphase beginnen.
Was der Fulfillment-Dienstleister für Amazon leisten muss
Unabhängig vom Modell brauchen Sie einen Partner, der Amazon nicht nur „auch" bedient. Prüfen Sie: direkte Anbindung an Amazon über die offizielle Schnittstelle statt manuellem Export, automatische Übertragung von Sendungsnummern innerhalb der Bearbeitungszeit, Erfahrung mit FBA-Anlieferungen inklusive Prep-Vorgaben, Wochenendbetrieb und Cut-Off-Zeit für SFP, Kenntnis der Amazon-Retourenregeln und ein WMS, das Amazon-Bestände getrennt von anderen Kanälen führt.
So macht es LogYou
LogYou ist offizieller Amazon Selling Partner mit nativer SP-API-Anbindung in der eigenen Plattform LogShip und übernimmt sowohl Amazon FBM und Seller Fulfilled Prime als auch Amazon Pre-FBA und FBA Prep aus einem Lager in Butzbach. Cut-Off für Same-Day-Versand ist 14 Uhr, versendet wird mit DHL, GLS, UPS und DPD; derselbe Bestand bedient parallel Shop, eBay und B2B. Details zur Anbindung unter Amazon-Integration.
Fazit
FBA, FBM und SFP sind keine Konkurrenten, sondern Werkzeuge für verschiedene Teile Ihres Sortiments. FBA gewinnt bei kleinen, schnelldrehenden Bestsellern mit hartem Prime-Wettbewerb; FBM gewinnt bei sperriger Ware, Bundles, Long Tail und überall dort, wo ein Bestand mehrere Kanäle bedienen soll; SFP ist die Option für Händler mit professioneller Logistik, die das Prime-Badge ohne Amazon-Lager wollen und die Anforderungen dauerhaft erfüllen können. Rechnen Sie je ASIN, nicht je Sortiment, und wählen Sie einen Dienstleister, der alle drei Modelle aus einem Lager abbilden kann – dann bleibt die Entscheidung jederzeit revidierbar.
Häufige Fragen zu FBA vs. FBM vs. SFP
Was ist der Unterschied zwischen FBA und FBM?
Kann ich mit FBM das Prime-Badge bekommen?
Ist FBA oder FBM günstiger?
Kann ich FBA und FBM gleichzeitig nutzen?
Fragen zu FBA vs. FBM vs. SFP in Ihrem Shop?
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